Mark Zuckerberg will Facebook reparieren
 

Mark Zuckerberg will Facebook reparieren

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Mark Zuckerberg © APA / dpa
Mark Zuckerberg © APA / dpa

„Wir machen derzeit zu viele Fehler“, meint der Facebook-Gründer in einer Aufzählung seiner Ziele für das nächste Jahr.

Wenige Tage nach Neujahr hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg seine Vorsätze für das neue Jahr formuliert. In einem Facebook-Post meint Zuckerberg, seit 2009 stelle er sich jährlich speziellen Herausforderungen - im Moment fühle er sich stark an 2009 erinnert, als die Wirtschaftskrise herrschte und Facebook noch keine Gewinne einfuhr. „Es war ein ernstes Jahr und ich trug jeden Tag eine Krawatte“, so Zuckerberg.

2018 sei die Lage ähnlich: Die Welt fühle sich angespannt und gespalten und vor Facebook liege jede Menge Arbeit, „ob es darum geht, unsere Community vor Missbrauch und Hass zu schützen, gegen die Einmischung von Nationalstaaten zu wehren oder um sicherzustellen, dass die auf Facebook verbrachte Zeit gut genutzt wird.“ Seine Herausforderung für 2018 sei die Behebung dieser wichtigen Probleme. „Wir werden nicht alle Fehler und jeden Missbrauch verhindern können, aber wir machen derzeit zu viele Fehler bei der Durchsetzung unserer Richtlinien und bei der Verhinderung von Missbrauch unserer Tools.“

Vertrauen verloren
Zuckerberg will dazu Expertengruppen zu Themen wie Politik, Geschichte, Philosophie, Medien und natürlich Technologie zusammenbringen. Eine wesentliche Frage sei dabei das Thema der Dezentralisierung. Technologie sei in den Köpfen vieler Menschen für Dezentralisierung gestanden. Auch Facebooks Mission wurde mit „gib den Leuten die Macht“ überschrieben.„ Aber heute haben viele Menschen das Vertrauen in dieses Versprechen verloren. Mit dem Aufkommen einer kleinen Anzahl von großen Technologieunternehmen - und Regierungen, die Technologie nutzen, um ihre Bürger zu beobachten - glauben viele Menschen jetzt, dass Technologie nur die Macht zentralisiert, anstatt sie zu dezentralisieren.“ Zuckerberg schloss mit einer Proklamation eines „ernsten Jahres der Selbstverbesserung“.

Sich selbst derartig offensiv in die Pflicht zu nehmen, ist die Antwort auf ein Facebook-Jahr mit vielem Pannen - etwa rund um die russischen Werbungen im US-Wahlkampf oder der Imageschaden in Europa als Steuervermeidungsfirma. So geht es Zuckerberg wohl auch darum, das Vertrauen von Nutzern und Werbeindustrie wiederzugewinnen.

[Red.]

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