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Musk warnt vor Geldproblemen und schließt Twitter-Pleite nicht aus

APA/AFP

Einbruch bei Werbeeinnahmen und Kreditlast - Musk hatte Twitter Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar übernommen.

Tech-Milliardär Elon Musk hat wenige Wochen nach der 44 Milliarden Dollar schweren Twitter-Übernahme eine Insolvenz des Online-Dienstes nicht ausgeschlossen. Bei einem Auftritt vor Mitarbeitern am Donnerstag warnte er Medienberichten zufolge, dass bei Twitter nächstes Jahr ein Milliarden-Loch in der Bilanz klaffen könnte. Wenn es unter diesen Umständen nicht gelinge, mehr Geld reinzubringen als ausgegeben werde, sei "eine Insolvenz nicht ausgeschlossen", sagte Musk demnach.


Twitter schrieb bereits vor der Übernahme zuletzt rote Zahlen. Nach dem Deal beklagte Musk einen Umsatzeinbruch, weil einige große Werbekunden Anzeigen auf der Plattform ausgesetzt hatten. Sie sorgen sich, dass ihre Werbung neben anstößigen Tweets auftauchen könnte, wenn Musk wie angekündigt die Inhalte-Regeln lockern sollte.

Auf Twitter lastet zudem der Kredit von rund 13 Milliarden Dollar, den Musk für den Kauf aufnahm. Medienberichten zufolge kostet die Bedienung dieser Schulden rund eine Milliarde Dollar im Jahr. Der Unternehmer will die Werbe-Erlöse, die bisher 90 Prozent der Einnahmen ausmachen, durch ein Abo-Geschäft ergänzen. Der Start seines neuen Abos mit Verifizierung-Häkchen sorgte zunächst einmal für Chaos, weil einige Nutzer Prominente und Unternehmen mit täuschend echt aussehenden Fake-Accounts imitierten.

Wirtschaftliche Lage 'schlimm'

Zuvor hatte Musk die Beschäftigten bereits in einer E-Mail vor schwierigen Zeiten gewarnt. Die wirtschaftliche Lage sei "schlimm", besonders für ein Unternehmen, das von Werbeeinnahmen abhänge. In dem Memo kündigte Musk auch neue Richtlinien in Sachen Homeoffice an - künftig ist Heimarbeit demnach nur noch mit seiner ausdrücklichen persönlichen Erlaubnis zulässig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen laut dem Memo, aus dem US-Medien übereinstimmend zitierten, mindestens 40 Stunden pro Woche im Büro erscheinen.

Vor der Übernahme durften Twitters Beschäftigte von überall aus arbeiten. Musk gilt als ausgesprochener Gegner des Homeoffice-Trends, das hatte er bereits bei seinem Elektroautokonzern Tesla deutlich gemacht.

Musk hatte vergangene Woche rund jeden zweiten der zuvor etwa 7.500 Jobs bei Twitter gestrichen. Jetzt sagte er den Berichten zufolge, dass die Firma zum Teil immer noch zu viele Beschäftigte habe.

Medienberichten zufolge verließen am Donnerstag vier weitere Manager in Schlüsselpositionen die Firma: der für das Herausfiltern anstößiger Inhalte verantwortliche Yoel Roth, Robin Wheeler, die erst seit kurzem für die Beziehungen zu Werbekunden zuständig war sowie der Datenschutzbeauftragte Damien Kieran und die Leiterin der Abteilung Compliance, Marianne Fogarty. Sie folgen auf die Kündigung von Lea Kissner, die ehemalige Chefin für Informationssicherheit, die ihren Rücktritt bereits am frühen Donnerstagnachmittag in einem Tweet bekanntgab.

Die US-Handelskommission FTC erklärte, sie beobachte Twitter mit großer Sorge, weil drei Mitarbeiter aus den Bereichen Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance gekündigt hätten. "Kein CEO und kein Unternehmen steht über dem Gesetz, und die Unternehmen müssen sich an unsere Zustimmungsbeschlüsse halten", sagte Douglas Farrar, Direktor für öffentliche Angelegenheiten bei der FTC, gegenüber Reuters.

Bereits im Mai dieses Jahres erklärte sich Twitter bereit, 150 Millionen Dollar zu zahlen, um frühere Vorwürfe der FTC beizulegen. Twitter soll damals private Informationen wie Telefonnummern missbraucht haben, um gezielt Werbung an die Nutzer zu senden. Das Unternehmen versicherte jedoch gegenüber der FTC, dass die Informationen nur aus Sicherheitsgründen gesammelt worden waren.

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