"Krone" erklärt wegen Fußball-WM ORF den Stre...
 

"Krone" erklärt wegen Fußball-WM ORF den Streit

APA (dpa)
Die deutsche Nationalmannschaft wird am 15.07.2014 in Berlin auf ihrer Fahrt zur Fanmeile am Brandenburger Tor von den Fans empfangen. Die deutsche Mannschaft hatte das WM-Finale am 13.07. in Rio de Janeiro gegen Argentinien mit 1:0 gewonnen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die deutsche Nationalmannschaft wird am 15.07.2014 in Berlin auf ihrer Fahrt zur Fanmeile am Brandenburger Tor von den Fans empfangen. Die deutsche Mannschaft hatte das WM-Finale am 13.07. in Rio de Janeiro gegen Argentinien mit 1:0 gewonnen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Im Rechtsstreit um die Internet-Rechte für die Fußball-WM 2014 zwischen der "Kronen Zeitung" und der Gratiszeitung "Österreich" gerät der ORF immer mehr zwischen die Stühle der Kontrahenten. Die "Krone" hat in der Causa nun auch eine sogenannte Streitverkündung gegen den ORF vor Gericht eingebracht.

Hintergrund der Auseinandersetzung: Der ORF hatte mit der Krone Multimedia GmbH einen exklusiven, vom Weltfußballverband FIFA abgesegneten, Lizenzvertrag abgeschlossen, womit diese berechtigt war, Spielszenen von der Fußball-WM auf Krone.at zu zeigen. Die Tageszeitung "Österreich" hatte eine solche Vereinbarung nicht, brachte auf ihrer Online-Seite oe24.at aber dennoch Ausschnitte der Matches. Die "Krone" klagte "Österreich" daraufhin beim Handelsgericht. "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner stützte sich vor Gericht auf das TV-Exklusivrechtegesetz, wonach Sendern ohne Exklusivrechten Kurzberichte erlaubt sind, und erklärte zugleich, dass ihm hochrangige ORF-Manager, darunter ORF-Chef Alexander Wrabetz, versichert hätten, dass oe24 im Rahmen des Kurzberichterstattungsrechts sehr wohl Video-Ausschnitte zeigen könne.

"Sollte sich wider Erwarten herausstellen, dass dies tatsächlich der Fall gewesen ist, so hätte der ORF erstens maßgeblich dazu beigetragen, dass die Beklagte in rechtswidriger Weise die von der Klägerin angekauften Lizenzrechte ausgehöhlt und den dadurch angestrebten Wettbewerbsvorteil zunichtegemacht hat", heißt es dazu in der Streiterklärungs-Schrift der Krone Multimedia-Anwälte, welche der APA vorliegt. Der ORF hätte dadurch auch seine "vertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflichten gegenüber der Klägerin massiv verletzt" und die Krone "gröblichst wider Treu und Glauben geschädigt". Die Anwälte weisen auch auf etwaige Schadenersatzverpflichtungen des ORF hin.

Eine weitere Gerichtsverhandlung am Mittwoch, bei der unter anderem ORF-Finanzdirektor Richard Grasl als Zeuge geladen war, brachte vorerst keine Entscheidung in der Causa. Nachdem auch Versuche des ORF, im Rechtsstreit zwischen "Krone" und "Österreich" einen Vergleich zu vermitteln, zuletzt im Sand verlaufen sind, hat die "Krone" nun die Zeugen-Einvernahme von ORF-Generaldirektor Wrabetz beantragt. Im ORF wollte man die Causa am Mittwoch auf APA-Anfrage nicht kommentieren, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.
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