Kostenpflichtiges Musik-Streaming boomt in de...
 

Kostenpflichtiges Musik-Streaming boomt in den USA

Johannes Bauer
Die Musikindustrie setzt seit einiger Zeit verstärkt auf Streamingangebote.
Die Musikindustrie setzt seit einiger Zeit verstärkt auf Streamingangebote.

Bezahltes Streaming gewinnt gegenüber werbefinanzierten Angeboten an Land, Käufe von CDs gehen zurück - und die Schallplatte erlebt ein Revival.

Das Geschäft mit kostenpflichtigen Streamingdiensten in den USA wächst kräftig. Im vergangenen Jahr seien 191 Milliarden Mal Lieder über solche Dienste abgespielt worden, ein Anstieg um gut 124 Prozent im Vergleich zu 2015, teilte der Analysedienst BuzzAngle Music mit. Der Anteil von Bezahldiensten an allen gestreamten Inhalten stieg demnach von 62 auf 76 Prozent.

Damit gewannen kostenpflichtige Dienste an Boden gegenüber Angeboten, die kostenlos sind und sich über Werbung finanzieren. Wie stark sich die Nutzungsgewohnheiten bei Musik ändern, zeigen weitere Zahlen von BuzzAngle: Demnach überstieg die Zahl der auf Streaming-Diensten abgespielten Lieder 2016 an jedem einzelnen Tag die Zahl der Musikinhalte, die im gesamten Jahr gegen Bezahlung heruntergeladen wurden. Die Verkäufe von Musikalben per Download und auf CD gingen zurück. Dagegen legten Schallplattenverkäufe um fast 26 Prozent zu. Insgesamt haben aber Schallplatten nur einen sehr kleinen Marktanteil.

Das beliebteste Album des Jahres war laut BuzzAngle "Views" des kanadischen Rappers Drake. Werden Streamingdienste aus der Berechnung herausgenommen, stand demnach die britische Sängerin Adele mit ihrem Album "25" an der Spitze. Die Musikindustrie setzt seit einiger Zeit verstärkt auf Streamingangebote und rechnet mit robustem Wachstum. Einige Künstler sehen die Entwicklung allerdings kritisch. Sie argumentieren, die Umsätze mit Streamingdiensten brächten nur den absoluten Topstars ausreichende Einkünfte.
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