"Keine Ergebnisse gefunden": Kaufhaus Österre...
 
"Keine Ergebnisse gefunden"

Kaufhaus Österreich stößt auf Kritik

WKÖ
Dürftige Suchergebnisse, hohe Kosten und kein Mehrwert gegenüber bestehenden Initiativen: Die von Kammer und Regierung gestern präsentierte Seite kommt nicht gut an
Dürftige Suchergebnisse, hohe Kosten und kein Mehrwert gegenüber bestehenden Initiativen: Die von Kammer und Regierung gestern präsentierte Seite kommt nicht gut an

Am Montag wurde die E-Commerce-Metaplattform von Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer zur Unterstützung des heimischen Handels präsentiert. Doch auf den Social-Media-Plattformen sorgt das Kaufhaus Österreich vor allem für Spott und Häme.

Neun Monate nach der ersten Ankündigung und kolportierte 700.000 Euro später, ging am Montag Kaufhaus Österreich ans Netz. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) präsentierte dazu gemeinsam mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer die Details. Die Website fungiert lediglich als Metplattform und soll vor allem kleinen, österreichischen Händlern künftig eine kostenlose Bühne bieten.

Eine Suchfunktion wie bei Amazon gibt es nicht. Im Rahmen der Präsentation betonte Schramböck, dass das Kaufhaus Österreich keine "Kopie von Amazon" sei. In der kurzen Entwicklungszeit von rund drei Monaten sei zudem die Programmierung eines entsprechenden Algorithmus auch nicht möglich gewesen. Für die Programmierung der Plattform war das Bundesrechenzentrum zuständig, den weiteren Betrieb verantwortet hingegen die Wirtschaftskammer Österreich.

Suche nach einzelnen Produkten nicht möglich

Aktuell funktioniert das Kaufhaus Österreich nur auf Shop-Ebene und nicht auf Produkt-Ebene. Insofern ist die Plattform in der ersten ausgerollten Variante am ehesten mit einem Verzeichnis österreichischer Online-Shops zu vergleichen – wie etwa der Liste von Nunu Kaller. Konkrete Treffer liefert die Suchfunktion nur, wenn man nach dem Namen eines Händlers sucht, der auf der Plattform gelistet ist.

Möglich ist derzeit die Suche nach mehreren vordefinierten Produktgruppen, wie zum Beispiel "Sport- und Freizeitartikel" oder "Möbel und Wohnen". Sucht man nach Herstellern gängiger Smartphones, bekommt man die Meldung: "Es konnten keine Ergebnisse für die von Ihnen eingegebenen Suchkriterien gefunden werden." Auch die Suche nach Produktgruppen, wie zum Beispiel "Fußball", bleibt erfolglos.



Neben zahlreichen Memes und Beschwerden in den Sozialen Medien wurde nun auch Kritik aus den politischen Reihen laut. "Das sogenannte 'Kaufhaus Österreich' droht genauso wie vorherige nationale E-Commerce-Plattformen zu scheitern", erklärt Neos-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn. "Viele KMUs können sich einen eigenen Webshop aber oft nicht leisten und bekommen auch nicht das nötige Know-how zur Verfügung gestellt. Da helfen auch keine gratis Lernvideos beim Kaufhaus Österreich."

Neos-EPU-Sprecherin Henrike Brandstötter ergänzt: "Das Problem ist nicht, dass die regionalen Händler nicht Teil einer solchen Plattform sein wollen. Viele Händler sind aber mit dem Erstellen eines eigenen Web-Shops überfordert – und zwar finanziell und technisch. Statt der Linksammlung 'Kaufhaus Österreich' wäre es besser gewesen, dass Ministerin Schramböck mehr Geld für den Ausbau von Webshops zur Verfügung gestellt hätte."

Um im Weihnachtsgeschäft Aufmerksamkeit bei Konsumenten für das neue Kaufhaus Österreich zu schaffen und Internet-Traffic für die Online-Händler zu generieren, startet ab morgen eine Werbekampagne.
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