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ISPA Internet Summit Austria über sprachliche Zukunftsszenarien mit Künstlicher Intelligenz

ISPA / APA-Fotoservice / Martin Hörmandinger
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Unter dem Motto "Schau mal, wer da spricht?" wurde auf der diesjährigen ISPA Internet Summit Austria das Thema Künstliche Intelligenz (KI) in sechs Vorträgen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet.

Vergangene Woche gab beim Internet Summit Austria 2019 eine Reihe von Experten Einblick in den aktuellen Stand sowie die Zukunft des Themengebiets Künstliche Intelligenz und Sprache. Keynote Speaker Burkhard Schafer, Professor für Computational Legal Theory an der Universität in Edinburgh, spricht sich dafür aus, dass die EU-Urheberrechte neu überdacht werden, denn "nicht die strengen Datenschutzregeln, sondern das Urheberrecht in der EU erschwert den Erfolg der Künstlichen Intelligenz in Europa". Mic Hirschbrich, CEO von apollo.ai, arbeitete in seinem Vortrag die unterschiedlichen Kulturen des Silicon Valley und in Europa heraus und hielt fest, dass "die größte Hürde, um in der vierten industriellen Revolution zu bestehen, die kulturelle Transformation ist".

Bots mit juristischer Expertise
In seinem Vortrag stellte Schafer zudem juristische KI-Tools vor, die zwar aussehen und sprechen wie Anwälte, aber keine sind und somit auch nicht der anwaltschaftlichen Verschwiegenheitspflicht unterliegen. "Die Verbreitung von juristischen KI Tools wird nicht das Ende für das Recht oder für die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte bedeuten – aber möglicherweise das Ende (oder die Reduzierung) der Anzahl von traditionellen Anwaltskanzleien", erklärte Schafer. Er wies jedoch auch auf die rechtlichen, regulatorischen und ethischen Herausforderungen hin, die juristische Dienstleistungen durch automatische Bots mit Spracherkennung mit sich bringen.

Mensch ist der KI überlegen
"Für Medien birgt KI Potenzial – derzeit allerdings sind diese Lösungen noch nicht besonders klug. Und jedes Medienhaus ist gut beraten, sich die Zielsetzungen ganz genau zu überlegen", erläuterte Katharina Schell, Mitglied der APA-Chefredaktion. Sie gibt in ihrer Präsentation Einblick in die Experimente, wie KI im Journalismus eingesetzt werden kann, und welchen Mehrwert sie bietet. Noch ist ihr Fazit ernüchternd, denn eine journalistische 'Geschichte' kann die KI nicht schreiben, sie kann lediglich durch Daten einen Text generieren, wenn man ihr vorher gezeigt hat, wie sie das machen soll.

Michael Katzlberger, Geschäftsführer von Tunnel23, experimentierte in seinem Feld gerne mit KI und will nicht ausschließen, dass eine KI kreativ sein kann: "Über kreative Maschinen wird selten gesprochen, gelten doch Intuition und Kreativität als ureigenste menschliche Eigenschaften, die sich eine Künstliche Intelligenz angeblich nicht aneignen kann. Der Mensch hat es im Laufe der Geschichte geschafft, immer beeindruckendere Maschinen zu bauen. Es ist also nicht auszuschließen, dass unsere Schöpfung auch Kreativleistungen vollbringt."

Zudem sprachen Alexander Wahler, CEO und Co-Founder von Onlim, sowie Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung, und Jaro Krieger-Lamina, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgen, über die Chancen und Gefahren von digitalen Assistenten.

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