Interview: 'Massive Gewinne aus echter Gewalt...
 
Interview

'Massive Gewinne aus echter Gewalt'

Exodus Cry
Laila Mickelwait ist Gründerin von Exodus Cry, einer Organisation, die sich gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung einsetzt. Sie arbeitete unter anderem bei der UNO in Genf. Zu den Themen Pornografie, Menschenhandel und Prostitution sprach Mickelwait an Konferenzen in mehreren Ländern.
Laila Mickelwait ist Gründerin von Exodus Cry, einer Organisation, die sich gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung einsetzt. Sie arbeitete unter anderem bei der UNO in Genf. Zu den Themen Pornografie, Menschenhandel und Prostitution sprach Mickelwait an Konferenzen in mehreren Ländern.

Laila Mickelwait, Initiatorin der #Traffickinghub-Petition, im Interview über die geforderte Abschaltung von Pornhub und etwaige Mitschuld der weltweiten Politik.

Es sind schwere Vorwürfe gegen die weltweit größte Porno-Website: Die Onlinepetition #Traffickinghub wirft Pornhub vor, dass nicht alle hochgeladenen Inhalte ausreichend kontrolliert werden. So seien ­Dutzende Videos auf Pornhub veröffentlicht worden, in denen Frauen und zum Teil Minderjährige sexuell missbraucht oder vergewaltigt worden seien. Pornhub selbst wies die Vorwürfe bisher vehement zurück. Im vergangenen Jahr gab es allerdings mehrere Fälle, in denen Videos Minderjährige, Vergewaltigung und Opfer von Menschenhandel zeigten. Im für Österreich exklusiven HORIZONT-Interview spricht Laila Mickelwait, die Initiatorin der Petition, über Maßnahmen, die derartige Inhalte im Web künftig verhindern können.

HORIZONT: Die #Traffickinghub-Petition hat bereits über 1,5 Millionen Unterschriften. Aus welchen Ländern kommen die meisten ­Unterstützer?
Laila Mickelwait
: Sie kommen aus der ganzen Welt. In der Petition sind Unterzeichner aus 192 von 195 Ländern vertreten. Ein erheblicher Teil dieser Unterzeichner stammt aus den USA, aus ­Lateinamerika und auch aus Europa.

Die Petition ist seit Februar online. Wie lange soll sie noch laufen?
Ich möchte die Petition offenhalten als einen wichtigen Weg für Befürworter, ihre Stimme zu erheben und Veränderungen und eine Rechenschaftspflicht für Pornhub zu fordern. Die Petition bleibt aktiv, bis unser Ziel erreicht ist: Pornhub abzuschalten und seine Führungskräfte für die Mitschuld an der Massenvergewaltigung und dem Handel mit Frauen und Kindern zur Rechenschaft zu ziehen.

Pornhub selbst hat alle Vorwürfe bestritten. Denken Sie, die Verantwortlichen werden sich von einer Petition beeindrucken lassen und Pornhub deswegen ­abschalten?
Es spielt keine Rolle, was die Führungskräfte von Pornhub denken, es spielt nur eine Rolle, was die­ ­Strafverfolgungsbehörden denken. Heute machen wir Sexualstraftäter auf der ganzen Welt für ihre Handlungen verantwortlich, wenn sie Frauen und Kinder vergewaltigen, mit ihnen handeln und sie missbrauchen. Pornhub sollte nicht anders behandelt werden. Pornhub war an der Vergewaltigung und dem Massenhandel mit Frauen und Kindern beteiligt. Die öffentlichen Beweise für die Mitschuld von Pornhub, von dem Missbrauch zu profitieren und ihn zu ermöglichen, sind wirklich überwältigend. Wir fordern, dass Pornhub in jedem Land, in dem es konsumiert wird, zur Rechenschaft gezogen wird – und das bedeutet in jedem Land.

#traffickinghub

Gibt es hier bereits Fortschritte?
In den USA gibt es bereits Politiker, die das Justizministerium gebeten haben, eine Untersuchung auf Bundesebene zu Pornhubs Komplizenschaft bei Massenvergewaltigungen und Menschenhandel einzuleiten. Dasselbe ist in Kanada passiert, wo eine parteiübergreifende Gruppe von Abgeordneten den Premierminister ­Justin Trudeau dazu aufgerufen hat, eine bundesstaatliche Ermittlung gegen Mindgeek (der Mutterkonzern von Pornhub; Anm.) einzuleiten. Ich hoffe, dass dasselbe in allen Ländern, in denen Mindgeek aktiv ist, passiert. Sie müssen weltweit vor Gericht gestellt werden für das, was sie seit so vielen Jahren ermöglichen und wovon sie profitiert haben; und für den Schaden, den sie unzähligen Opfern zugefügt haben – für das Vergnügen anderer Menschen und Pornhubs Profit.

Wenn man Pornhub abdreht, wird das Problem dann nicht einfach auf eine der anderen Tausenden Plattformen verlagert?
Wenn wir die größte und beliebteste Pornoseite der Welt für ihre Handlungen zur Rechenschaft ziehen, können wir einen neuen Industriestandard etablieren. Und es besteht Bedarf an neuen Vorschriften für diese massiven „PornTube“-Seiten wie Pornhub – in jedem Land, die für jede einzelne Person in jedem einzelnen Video auf einer dieser Websites zumindest eine Altersprüfung durch Dritte und eine Überprüfung der Einwilligung erfordern. Dies würde einen von der Regierung ausgestellten zweistufigen Identifikationsnachweis und eine Einverständniserklärung erfordern, damit jemand in einem pornografischen Video online gesehen werden kann. Es ist eine vernünftige Regelung, die vor Jahren umgesetzt werden hätte müssen.

Sie sehen also die Politik in der Verant

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