Instagram soll bald Videos drehen
 

Instagram soll bald Videos drehen

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Facebook rüstet seine Foto-App gegen die steigende Popularität von Twitters Video-App Vine

Einen Schnappschuss mit dem Smartphone schießen, das Bild mit einem Foto-Filter aufhübschen und dann an die Freunde schicken: Mit diesem Konzept ist die Foto-App Instagram (gratis für iPhone und Android) groß geworden - so groß, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg rund 715 Mio. US-Dollar hinblätterte. Er fürchtete, dass Instagram dem Online-Netzwerk auf dem mobilen Markt das Wasser abgraben könnte. Bis dato hält die App bei mehr als 100 Mio. Nutzern.

Twitter, das auch Interesse an Instagram gezeigt hatte, hat in Reaktion auf die Foto-App die Video-App Vine auf den Markt gebracht, die sich dadurch auszeichnet, dass Nutzer damit maximal sechs Sekunden lange Videos drehen und online stellen können. Abgesehen von der Video-Funktion ähnelt Vine Instagram stark - sowohl in den Features als auch im Design. Bald könnten sich die beiden Apps noch ähnlicher werden: Denn am 20. Juni wird Facebook eine Presseveranstaltung in Kalifornien abhalten - und wie die stets gut informierte Gerüchteküche im Silicon Valley erfahren haben will, soll an dem Tag eine neue Video-Funktion für Instagram präsentiert werden.

Vine holt stark auf


Dass Twitters Vine-App in den vergangenen Wochen einen ordentlichen Popularitätsschub bekommen hat, dürften auch die Instagram-Betreiber mitbekommen haben. So hat Twitter bekannt gegeben, dass bereits mehr Vine-Videos als Instagram-Fotos über den Kurznachrichten-Dienst geteilt werden. Noch ist Vine mit etwa 13 Mio. Nutzern noch vergleichsweise klein, hat aber viel Potenzial. Neue LTE-Netze und rechenstarke Smartphones machen die mobile Nutzung von kurzen Clips immer einfacher und schneller.

Zwischen Facebook und Twitter besteht schon seit einigen Jahren eine Fehde, die sich jetzt quasi in einem Stellvertreter-Kampf zwischen Instagram und Vine äußern. Immerhin geht es um den stark wachsenden mobilen Werbemarkt, den beide Unternehmen für sich erobern wollen und deswegen um die Gunst der jungen Nutzerschaft buhlen. Facebook lässt sich von Twitter übrigens regelmäßig zu neuen Funktionen inspirieren. So hat man kürzlich die Tagging-Funktion der Hashtags abgeschaut, seit längerem gibt es etwa auch eine Follow-Funktion bei Facebook.
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