Instagram: 6 Tipps fürs Foto-Marketing
 

Instagram: 6 Tipps fürs Foto-Marketing

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Die Foto- und Video-App ist in Österreich wahrscheinlich schon beliebter als Twitter. Erste Marken versuchen sich in Kampagnen, bei denen aber die Eigenheiten der App zu berücksichtigen sind

Stiegl tut es, Ja! Natürlich tut es, und Nokia Österreich tut es ebenfalls: die Foto-App Instagram für Marketing nutzen. Bekannt ist die bildlastige App, die Facebook 2012 für etwa 700 Millionen Dollar übernommen hat, eigentlich für Stars wie Justin Bieber, Rihanna oder Kim Kardashian, Schnappschüsse von Mahlzeiten und Smartphone-Selfies von Jugendlichen. Doch seit einigen Monaten mischen sich auch in Österreich Markenbotschaften unter die Fotos und Kurzvideos der mobilen App.

"Noch in den Kinderschuhen"


Fabian Lebersorger, Consultant bei der PR-Agentur Grayling Austria, hat sich mit Instagram-Marketing intensiv befasst und bereits eine Kampagne für einen Kunden umgesetzt. Zwar stecke Unternehmenskommunikation bei Instagram im Vergleich zu den USA, wo Unternehmen wie Nike, Starbucks oder Audi Millionen Nutzer erreichen, noch in den Kinderschuhen, aber: „Einige Unternehmen und Organisationen in Österreich nützen Instagram bereits recht erfolgreich“, sagt Lebersorger mit Verweis auf Stiegl, Ja! Natürlich oder die Uni Wien. „Was sie alle gemeinsam haben, ist ein gutes Verständnis für passenden und kanalgerechten Content. Und für die passende Bildauf­bereitung: Klassische Marken- und Werbesujets passen nicht in den Instagram-Bildstil.“ Neben dem richtigen Content, den Marken bei Instagram für ihre Follower veröffentlichen, gibt es noch einige andere Dinge zu beachten. HORIZONT fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

1. Reichweite und Nutzer: Weltweit hat Instagram offiziell 200 Millionen monatlich aktive Nutzer, was einem starken Wachstum von 33 Prozent in den vergangenen sechs Monaten entspricht. Für Deutschland gibt es Schätzungen, die von drei bis vier Millionen Nutzern ausgehen, für Österreich gibt es keine konkreten Zahlen. Beobachter sind sich aber einig, dass Instagram hierzulande bereits mehr User hat als Twitter, das etwa 68.000 aktive Accounts zählt. Im Schnitt wird Instagram  drei Stunden pro Monat genutzt, der ­typische Nutzer ist zwischen 16 und 24 Jahre alt.

2. Mögliche Kampagnen: „Generell ist Instagram ein sehr guter Kanal, um die Markenpersönlichkeit zu stärken, eine Stimmung aufzubauen und der Marke ein Gesicht zu geben“, sagt Lebersorger. Auch im B2B-Bereich sei das möglich. „Die Reederei Maersk hat zum Beispiel einen Instagram-Account mit knapp 26.000 Followern – auch Frachtschiffe begeistern auf beeindruckenden und schönen Fotos.“ Instagram wird, wie derzeit etwa von Nokia Österreich, auch oft zur Durchführung von Fotowettbewerben genutzt. Auch für Verkaufspromotions, Neueinführungen von Produkten oder Bewusstseinskampagnen eigne sich die App sehr gut, so Lebersorger.

3. Voraussetzungen: Neben spannendem Bild- und Videomaterial, das auf kleinen Smartphone-Displays und im quadratischen Instagram-Format funktioniert, ist auch eine mobile ­Landingpage wichtig. Denn vom Profil kann man einen Link auf die eigene Webpräsenz setzen. Da Instagram vorrangig auf Smartphones genutzt wird, sollte sich die verlinkte Webseite per Responsive Design an kleine Displays anpassen können.

4. Analyse-Tools: Mit dem Webdienst Statigram kann man den eigenen ­Account kostenlos hinsichtlich gewonnener und verlorener Follower, Interaktionsraten oder erhaltener Likes (bei Instagram in Form von Herzchen) ­analysieren. Der professionellere und ­kostenpflichtige Dienst Nitrogram (ab 149 Dollar pro Monat) erlaubt tiefer ­gehende Analysen – etwa zur Demografie der Follower oder der Klickraten von Hashtags, mit denen der eigene Content ­verschlagwortet wurde.

5. Rechtlicher Rahmen: Da bei Instagram in erster Linie Bildmaterial veröffentlicht wird, ist auf das Copyright ­unbedingt zu achten. Bei sogenannten „Regrams“ (ähnlich einem Retweet bei Twitter, also das Weiterleiten von Inhalten), was bei Fotowettbewerben ­üblich ist, muss vorher das Einverständnis des Urhebers eingeholt werden, optimalerweise wird auch der Name des Urhebers dazugeschrieben. Auf Instagram tätige Unternehmen müssen auch das Persönlichkeitsrecht beachten und sollten nur Bilder von Personen veröffentlichen, die damit auch einverstanden sind.

6. Werbung: Bezahlte Fotos oder Videos, die mit dem Label „Sponsored“ versehen werden, sind in Österreich derzeit nicht verfügbar und nur für ausgewählte US-Kunden buchbar.
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