,In allen Bundesländern ein Plus!'
 

,In allen Bundesländern ein Plus!'

Michael Graf, Geschäftsführer, und Doris Ragetté, Prokuristin, des Privatradiovermarkters RMS über den Radiotest – „Zuwächse in allen Kategorien und Bundesländern!“ - und den Radio-Werbemarkt und das Potential von Radio.

Interviewfassung aus HORIZONT 06/2013 vom 08. Februar 2013.

HORIZONT: Zum Radiotest 2. Halbjahr 2012: In beiden relevanten Betrachtungsebenen 10+ und 14-49 Jahre, Montag bis Sonntag, wachsen die Privaten und damit die RMS TOP Kombi...

Michael Graf:
Das trifft auf die Tagesreichweite in der Gesamtbevölkerung sowie in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zu und das trifft auch auf die Marktanteile zu - da haben wir in beiden Zielgruppen zwei Prozentpunkte Marktanteile gewonnen. Das Erfreuliche ist, dass nicht nur die Richtung in allen Leistungswerten stimmt, sondern auch das Ausmaß des Zuwachses. Wir haben über Jahre hinweg jedes Halbjahr ein bis zwei Prozentpunkte an Marktanteil gewonnen und können jetzt mit zwei Punkten Plus sehr zufrieden sein. Allein in den letzten fünf Jahren haben wir mit der RMS TOP Kombi dank der Partnersender neun Prozentpunkte an Marktanteil in der Kernzielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zugelegt und halten nun bei 32 Prozent.

HORIZONT: Stichwort Marktanteil ist das Stichwort Hördauer - die ist unter der magischen 200-Minunten Marke.

Doris Ragetté: Wenn man die aktuelle Hördauer mit dem ersten Halbjahr 2011 vergleicht, können wir nicht zufrieden sein. Im Halbjahresvergleich ist die Hördauer - auch im heiß umkämpften Markt Wien bei den 14- bis 49-Jährigen - jedoch wieder deutlich gestiegen. Und was nicht übersehen werden sollte: Mit über 80 Prozent Tagesreichweite insgesamt und einer Hördauer von 196 Minuten pro Tag ist und bleibt Radio das mit Abstand meist genutzte Medium.

HORIZONT: Bei den einzelnen Privatradios aus Sicht des Vermarkters ergibt sich welches Bild?

Graf: Das ist ein weiterer Aspekt, der mich besonders freut: Dass die Zuwächse, wie schon erwähnt, nicht nur bei der Tagesreichweite und Marktanteilen in Summe da sind, sondern auch in allen Bundesländern - wir haben in jedem einzelnen Bundesland an Tagesreichweite zugelegt und in allen Bundesländern Marktanteile gewonnen oder zumindest gehalten. Es gibt also quer durch Österreich Zuwächse für die RMS TOP Kombi, und wenn ich mir die Partnerradios ansehe, dann gibt es diesmal im Radiotest fast nur Gewinner und keine Verlierer bei den Privatradios.
Das ist aus meiner Sicht das Schöne am Ergebnis zum zweiten Halbjahr: Dieser Erfolg ruht auf sehr vielen Schultern.

Ragetté: Bei den Einzelsendern sind besonders die Reichweiten-Steigerungen - ich beziehe mich hier auf die Kernzielgruppe - der Sender KroneHit, Antenne Kärnten, Antenne Steiermark, Antenne Vorarlberg, Life Radio OÖ, Antenne Salzburg, sowie Life Radio Tirol hervorzuheben. Bei den Lokalradios verzeichnen die Wellen in Salzburg, OÖ und Tirol sowie die Sender Antenne Tirol, Energy Innsbruck und Arabella Linz Reichweitenzuwächse.

HORIZONT: Welche Ergebnisse sind wichtiger: 1. oder 2. Halbjahr?

Graf: Relevanter sind eindeutig die Ergebnisse des jeweils 1. Halbjahres, da sie die Basis für die Preisbildung des darauffolgenden Jahres darstellen. Das zweite Halbjahr ist also sozusagen nur eine Ergänzung, aber eine wichtige: Da die Werte für Privatradio steigen und wir unsere Preise 2013 unverändert gelassen haben, können wir sagen: Das Preis-Leistungsverhältnis für Privatradio hat sich weiter verbessert!

HORIZONT: Stichwort Radiomarktentwicklung...wie war 2012?

Graf:
Zur wirtschaftlichen Entwicklung der RMS Angebote 2012: wir sind über alle Kombi-Angebote hinweg fast mit einer Punktlandung lediglich 0,3 Prozent unter dem Forecast gelandet. Das bezieht sich auf Netto-Umsätze und ist ein schönes einstelliges Umsatzwachstum zu 2011.

HORIZONT: Bei Focus ist das Plus nominell 10,1 Prozent auf Brutto-Werbevolumen der Privatsender...

Graf:
Ja, wobei ich darauf hinweisen muss, dass Focus neben der RMS TOP Kombi fünf regionale Private und KroneHit erfasst - und die haben stark zugelegt. Bei Focus hat die RMS TOP Kombi ein Plus von fünf Prozent und hat ein Brutto von rund 46 Millionen Euro - Hitradio Ö3 kommt auf 98 Millionen Euro, das ORF-Radio insgesamt also mit FM4 und den Regionalradios 111 Millionen brutto - laut Focus. Zur RMS muss ich nochmal darauf hinweisen, dass nur die nationale TOP-Kombi bei Focus ausgewiesen wird.

HORIZONT: Was wäre der Anteil der regionalen Teilkombis?

Graf: Um die zehn Prozent, wobei im letzten Jahr gerade die Ost-Kombi sehr gut nachgefragt war. Wenn man die bei Focus nicht ausgewiesenen Kombis der RMS, die Vermarktungserlöse all jener Sender, die Focus nicht erfasst, und die Erlöse der Sender aus Sonderwerbeformen berücksichtigt, dann ist der Werbemarktanteil der Privaten doch um einiges größer als Focus darstellen kann.

HORIZONT: Welche Rolle spielt die Vermarktung von Radio in Kombination beziehungsweise zusätzlich zu Online?

Graf:
Der Webradio-Vermarktung räumen wir einen hohen Stellenwert ein, wenngleich - auch das ist zu sagen - die Umsätze sich zwar mehr als verdoppeln, aber noch einen überschaubaren Anteil haben. Wir haben derzeit 260 Internetradios unterschiedlicher Herkunft im Angebot, wir haben die österreichische Aggregationsplattform Radio.at und neu die Radio.at-App im Portfolio. Das entwickelt sich, wie schon erwähnt, sehr positiv - wir konnten im letzten Jahr die Umsätze verdoppeln. Wenn ich zu den Kollegen nach Deutschland schaue, macht die Radio-Online-Vermarktung dort schon einen relevanten Umsatzanteil aus - ich würde meinen, wir sind in Österreich diesbezüglich etwa drei Jahre hinten nach. Wir sind davon überzeugt, dass die Kombination von Audio klassisch und Webradio zusätzliche Möglichkeiten eröffnet: die Ansprache neuer Zielgruppen, insbesondere aber auch die Ansprache bestehender Zielgruppen in anderen Hörsituationen - vor dem PC und bereit, auf eine bestimmte Website zu wechseln und dort Käufe zu tätigen.

HORIZONT: Wie fühlt sich Ende Jänner das Jahr 2013 an?

Graf: In Anbetracht der Tatsache, dass Entscheidungen immer kurzfristiger fallen und damit Prognosen schwieriger werden, sehe ich für 2013 ein gutes, mindestens stabiles Jahr. Der Jänner war ganz ausgezeichnet und ist mit 20 Prozent über Plan gestartet. Die Hälfte dieses Zuwachses - aber auch nicht mehr - haben Werbemaßnahmen zur Volksbefragung beigetragen.

HORIZONT: Da kommen ja regionale und dann national noch einige Wahlen...

Graf: Bei der Volksbefragung war Radio sicher das ideale Medium, da es schnell für den erforderlichen Reichweiten-Aufbau gesorgt und die Wähler mobilisiert hat. Für uns als nationalem Anbieter spielen die Landtagswahlen kaum eine Rolle, wohl aber natürlich die Nationalratswahlen.

HORIZONT: Was plant die RMS für 2013?

Ragetté: Im April freuen wir uns auf den RMS-Texterworkshop zur Förderung junger Kreativer. Und natürlich wird es auch 2013 wieder einen Radio Research Day geben - heuer findet dieser am 5. Juni wieder im Palais Niederösterreich statt. Auch heuer können wir wieder mit einem breit gefächerten Programm mit sehr interessanten Referenten aufwarten. Ebenso ist die Verleihung des Radio Award ein fixer Bestandteil dieser Fachveranstaltung.

HORIZONT: Stichwort Fachveranstaltung...wo liegen die Forschungsschwerpunkte der RMS des heurigen Jahres?

Ragetté: Zum einen beschäftigen wir uns schon seit langem mit dem Wirkungszuwachs der Fernsehwerbung durch die Hinzunahme von Radio - Stichwort: Visual Transfer. Darüber hinaus haben wir schon letztes Jahr an diesem Thema weitergearbeitet, um den Leistungszuwachs von Radio auch quantifizieren zu können. Und daran arbeiten wir auch in diesem Jahr. Ziel ist es, den Stellenwert von Radio im Mediamix noch besser zu verankern.

Graf: Auch vom Media Server, der heuer in die Pilotphase geht, erwarten wir uns diesbezüglich fürs Radio interessante Ergebnisse.
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