Huffington Post will nach Deutschland
 

Huffington Post will nach Deutschland

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Mit Burda-Tochter Tomorrow Focus könnte Partner gefunden worden sein

In Spanien, Italien, Frankreich und natürlich für englischsprachige Länder ist das US-Onlinemedium Huffington Post schon länger in Europa vertreten - lediglich der wichtige deutsche Markt wurde bisher außen vor gelassen. Das könnte sich einem Bericht von Horizont.net zufolge aber bald ändern: Das deutsche Branchenmedium will auf der Next-Konferenz in Berlin aus Medienkreisen erfahren haben, dass die Huffington Post in der Burda-Tochter Tomorrow Focus einen Partner gefunden haben könnte - Tomorrow Focus soll dabei die Vermarktung der deutsche HuffPo-Ausgabe übernehmen.

Deutschland-Start steht seit längerem aus


Die Gerüchte zu einem HuffPo-Start in Deutschland kehren immer wieder. So soll das als Blog gestartete US-Medium auch mit Axel Springer (Bild.de, Welt. de) und Bertelsmann/Gruner+Jahr (Stern.de) verhandelt haben. HuffPo-CEO Jimmy Maymann sagte in einem Interview gegenüber Horizont.net, er wolle innerhalb von zwei Jahren Geld in Deutschland verdienen und in die Top-5-Nachrichtenseiten aufsteigen. Gründerin Arianna Huffington, die ihre Seite 2011 für 315 Mio. US-Dollar an die US-Internetfirma AOL verkaufte, sagte schon vor zwei Jahren, dass sie in Deutschland starten wolle - 2013 könnte es jetzt so weit sein.

Werbung für Gratis-Content


Wer auch immer Redaktion und Vermarktung der deutschen Huffington Post leitet, steht vor großen Ausgaben. Ihr Geschäftsmodell beruht auf dem Verkauf von Online-Werbung, was zu den aktuellen Anstrengungen etwa von Axel Springer, für Content Geld vom Leser zu verlangen, nicht unbedingt passt. Außerdem würde die HuffPo dem möglichen Partner Tomorrow Focus (Focus.de) bei Online-Nachrichten Konkurrenz machen und von allen anderen Marktteilnehmern Anzeigengeld absaugen.

Aus journalistischer Sicht wird die kostenlose Huffington Post immer wieder kritisiert, weil sie zu großen Teilen auf Content aufbaut, an dem die Schreiber wenig oder nichts verdienen. Die Marke ist in Deutschland außerdem weitgehend unbekannt und müsste mit erheblichem Marketing-Aufwand aufgebaut werden.
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