Httpool und IMS: Das plant der neue Digitalri...
 

Httpool und IMS: Das plant der neue Digitalriese

JK-Photography/Jürgen Knoth
Laut Florian Magistris, Geschäftsführer von Httpool Österreich, bleiben die Strukturen und Ansprechpartner von Httpool bestehen.
Laut Florian Magistris, Geschäftsführer von Httpool Österreich, bleiben die Strukturen und Ansprechpartner von Httpool bestehen.

Mit der Mehrheitsbeteiligung von IMS an Httpool ergeben sich neue Chancen für jene, die weltweit auf Spotify, LinkedIn oder Twitter werben. Die Details zum Deal.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Print-Ausgabe des HORIZONT, Ausgabe 29-30.

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Die Digitalbranche hat ein neues Schwergewicht: IMS Internet Media Services, ein Tochterunternehmen der Sony Pictures Television Networks, gab Anfang Juli die Mehrheitsbeteiligung am internationalen Cross-Channel-Netzwerk Httpool bekannt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart – klar ist aber: Wenn die regulatorische Zustimmung zum Kauf erfolgt, entsteht eines der größten Digital-Marketing- und Vermarktungsunternehmen der Welt und der größte Sales-Partner diverser großer Digitalplattformen.

Denn sowohl IMS als auch Httpool sind Werbevermarkter von Social-Media-Plattformen wie Twitter, LinkedIn und Spotify. IMS war bisher besonders im lateinamerikanischen Markt stark vertreten, die Stärke von Httpool liegt hingegen in Osteuropa, im deutschsprachigen Raum und Asien. Gemeinsam vertreten die beiden Unternehmen dann 5000 Publisher in 30 Ländern und zählen mehr als 6000 Agenturen und werbetreibende Unternehmen zu ihren Kunden. Jährlich werden gemeinsam über 25.000 Kampagnen abgewickelt. Gegenüber HORIZONT erläutern Florian Magistris, Geschäftsführer von Httpool Austria, und Michael Heugl, Client Service Director von Httpool Austria, die Hintergründe des Deals und welche Neuerungen nun auf die Kunden zukommen.

Kennengelernt haben sich die Entscheidungsträger der beiden Unternehmen über den gemeinsamen Kunden Twitter auf einem Event in San Francisco, sagt Magistris: „Man hat festgestellt, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt, auch in der Herangehensweise und der Firmenkultur.“ Rund zwei Jahre lang haben sich die beiden Unternehmen angenähert, die Partnerschaft ist schließlich „in der Fusion kulminiert.“

Synergien nutzen

Der große Vorteil, der sich ergibt: Synergien können genutzt werden, so dass die Kunden nun global werben können. „Lokale Player können nun ebenso wie große Brands mit geringem Aufwand globale Kampagnen durchführen“, sagt Magistris.

Neben dem lateinamerikanischen Markt deckt IMS auch den US-Markt für die besagten Publisher ab – und das Verhältnis zu ebendiesen wird durch die neue Größe ebenfalls gestärkt. „Die Reaktion der Publisher war sehr gut, da sie nun ein einheitliches Netzwerk für alle Regionen haben“, betont Magistris. Zugleich betont er, dass sich an den Strukturen von Httpool – auch in Österreich – nichts ändert.

Httpool bleibt ein eigenständiges Unternehmen, der Standort Österreich berichtet weiterhin an die eigene Gruppenzentrale, die ihrerseits an IMS reported. Auch bleiben für die Kunden und Partner die personellen Ansprechpartner gleich. Heugl erwähnt zusätzlich das Potenzial bei der gemeinsamen Nutzung von Ad-Technologie. So bietet Httpool eine Cross-Channel-Lösung, bei der Video-, Display- und Social-Kampagnen in einem einzigen Tool abgewickelt und über Ad-APIs mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz auf den relevanten Plattformen ausgespielt werden. „Das ist ein Tool, das wir bei IMS einbringen“, sagt Heugl. IMS wiederum stellt Httpool eine E-Learning-Plattform für alle Themen rund um Advertising zur Verfügung.

Snapchat wird ausgebaut

Zugleich ist auch Snapchats Wachstum an dem Zusammenspiel mit ­Httpool zu beobachten – denn Anfang Juli hat Httpool begonnen, die App in Polen als Testmarkt zu vermarkten.

Es sei geplant, diese Zusammenarbeit auch auf andere Länder, wie Österreich und die Schweiz, auszuweiten, sagt Magistris: „Die ­Entscheidung über die Geschwindigkeit des Roll-outs in Europa liegt aber bei Snap.“

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