Handelsverband kritisiert 'Apple Pay'
 
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Während Android-Geräte Apps für kontaktloses Bezahlen aller Banken und Dienstleister verfügbar machen, sind Apple-User durch das eigene Zahlungssystem "Apple Pay" auf ausgewählte Banken beschränkt. Der Handelsverband übt Kritik an den Eingriffsmöglichkeiten des Tech-Unternehmens und fordert entsprechende Gesetze.

Das kontaktlose Bezahlen mit der Bankomat- oder Kreditkarte erfreut sich in Österreich großer Beliebheit. Nun ist auch das kontaktlose Zahlen via Smartphone auf dem Vormarsch, allerdings - abgesehen vom erstandenen Smartphone-Modell - nicht für alle Kunden frei zugänglich, kritisiert der Handelsverband. Die NFC-Schnittstelle ist nur bei Android-Geräten für alle Bezahl-Apps aller Banken und Dienstleister verfügbar. Apple hingegen beschränkt sich in seinem Zahlungssystem "Apple Pay" auf Kooperationen mit ausgewählten Geldinstituten, wodurch Apple-User auf genau jene Banken angewiesen sind, um kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen zu können. Dadurch erlange der amerikanische Tech-Konzern Eingriffsmöglichkeiten in den Markt und könne dort auch Verzerrungen herbeiführen, argumentiert der Handelsverband und fordert eine Öffnung von Apple Pay für alle Zahlungsdienste von Dritten.

"Das kontaktlose Bezahlen per NFC-Funktion ist für den Konsumenten schnell, unkompliziert und bequem. Ein rascher Bezahlvorgang trägt auch wesentlich zu einem positiven Einkaufserlebnis bei. Keinem Kunden sollte die Bezahlung per Handy verwehrt bleiben, nur weil sich seine Hausbank nicht mit Apple über eine Kooperation einigen konnte", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. "Daher brauchen wir schnellstmöglich eine gesetzliche Verpflichtung für große Digitalkonzerne, bestimmte technische Infrastrukturleistungen wie die NFC-Schnittstellen zur Verfügung stellen zu müssen." In Deutschland ist bereits seit Ende 2019 gesetzlich festgelegt, dass Infra­struktur-Betreiber Zahlungs­diensten gegen ange­messenes Entgelt Zugang zur Infra­struktur gewähren müssen. 

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