Grünes Licht für NZZ.at
 

Grünes Licht für NZZ.at

Spätestens mit 2015 soll das digitale Angebot, an dem Fleischhacker und Fußi arbeiten, erscheinen

Die NZZ-Mediengruppe gibt grünes Licht für das digitale Bezahlangebot in Österreich, an dem Ex-Presse-Chefredakteur Michael Fleischhacker und PR-Profi Rudi Fußi seit mehr als einem Jahr mit einem kleinen Team von vier weiteren Medienprofis arbeiten.

Spätestens 2015 soll das digitale, publizistische Bezahlangebot für Österreich lanciert werden. "Qualität geht vor Geschwindigkeit", erklärt Rudi Fußi auf Anfrage. Grundlage des Modells ist eine Projektstudie, die das Team um den Fleischhacker, seit März dieses Jahres erstellt hat, mit konkreten Zahlen, die das Geschäftsmodell auf gute Beine stellen sollen, aber noch nicht genannt werden dürfen. "Unser Konzept ist überschaubar, machbar, wenn auch ambitioniert. Aus meiner Sicht können sich nur Reichweitenmedien allein über Werbung finanzieren", sagt Fußi.

Fleischhacker wird auch die Chefredaktion von NZZ.at übernehmen. Beispielgebend seien eine Reihe internationaler Medien und Nachrichtenportale von New York Times über deCorrespondent bis Krautreporter, allerdings sei Crowd Funding nicht die Geschäftsidee, so Fußi.

Nähe zum Leser

Bereits ab heute können interessierte Leser die Entstehung von NZZ.at in einem eigens geschaffenen "Werkstattblog" verfolgen und sich an der Ausgestaltung des Produktes beteiligen. "Dies ist eine Einladung an alle Interessierten, uns auf diesem Weg mit Ermunterung und Kritik, mit Ideen und Verweisen, mit Ernsthaftigkeit und mit Humor zu begleiten", erläutert Fleischhacker. "Wir wollen dem Leser nutzen", ergänzt Fußi.

NZZ.at wird sich einerseits durch die Beiträge von Nutzern und anderseits durch Werbeerträge finanzieren. Das Angebot setzt auf liberalen und unabhängigen Qualitätsjournalismus und soll eine Lücke im österreichischen Markt schliessen. Den Nutzern wird nach dem Start die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit der Redaktion angeboten. "Zunächst wollen wir NZZ.at zum Erfolg bringen, dann können wir alle Möglichkeiten prüfen was auch andere Produkte betrifft", meint Fußi auf die Frage, ob ein Printmodell nun ausgeschieden sei.

Markus Spillmann, Chefredakteur der "Neuen Zürcher Zeitung" und Mitglied der Unternehmensleitung der NZZ-Mediengruppe: "Neben Qualitätsjournalismus erwarten unsere Leser Hintergrundberichterstattung, Analysen und Meinungen, die so aufbereitet sind, wie es den Anforderungen des digitalen Zeitalters entspricht. Dazu gehört auch der Dialog mit den Autoren. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit NZZ.at einen Beitrag zum Wandel der Medienlandschaft leisten werden."

Die Lancierung von NZZ.at ist Bestandteil der neuen Strategie der NZZ-Mediengruppe. Durch gezielte Investitionen in das Kerngeschäft Publizistik in der Schweiz sowie im deutschsprachigen Ausland sollen neue Kunden gewonnen und weitere Ertragsquellen erschlossen werden.
stats