Grinschgl Nachfolge ausgeschrieben
 

Grinschgl Nachfolge ausgeschrieben

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Ausriss der Stellenauschreibung (gibts auch Online, siehe Link im Text) in der Wiener Zeitung 06./07. Mai 2017 - vier Wochen läuft die Bewerbungsfrist zur Grinschgl-Nachfolge in der RTR/KommAustria.
Ausriss der Stellenauschreibung (gibts auch Online, siehe Link im Text) in der Wiener Zeitung 06./07. Mai 2017 - vier Wochen läuft die Bewerbungsfrist zur Grinschgl-Nachfolge in der RTR/KommAustria.

Stellenausschreibung Geschäftsführer/Geschäftsführerin Fachbereich Medien in der RTR gibt Interessenten vier Wochen Zeit – Dienstantritt 1. Juli 2017

Seit über einem Jahr steht fest, dass der Gründungsgeschäftsführer des Fachbereich Medien der RTR Rundfunk & Telekom Regulierungs GmbH, Alfred Grinschgl, mit Ende Juni in den Ruhestand tritt. Seit Jahresbeginn wurde die Ausschreibung zu dem für die Medienbranche nicht ganz unbedeutenden Job erwartet, in den Ausgaben vom 6./7. Mai von Wiener Zeitung, Die Presse und Der Standard erschien nun die offizielle Stellenausschreibung. Bestellt wird der RTR-Geschäftsführer von – hier verkürzt so benannt – „Medienminister“ Thomas Drozda.

Der Fachbereich Medien der RTR ist Geschäftsapparat der Medienbehörde KommAustria und als solcher an Frequenzvergaben im Rundfunkbereich, an der Weiterentwicklung des Digitalisierungskonzepts der Behörde und - aktuell - an den Ausschreibungen zur Errichtung von DAB+ im Radiobereich beteiligt.  Ebenso unterstützen Mitarbeiter der RTR die KommAustria bei der Vergabe der Presse- und Publizistikförderung oder der Aufbereitung der Meldungen zum Medientransparenzgesetz.

Im unmittelbaren Zuständigkeitsbereich des Geschäftsführers Fachbereich Medien der RTR sind der mit jährlich 13,5 Millionen Euro dotierte Fernsehfilmfonds, der Privatrundfunkfonds (15 Millionen Euro jährlich), der Nicht-Kommerzielle Rundfunkfonds für Freie Radios und TV-Anbietwer (drei Millionen Euro) und der Digitalisierungsfonds (0,5 Millionen Euro).

Mit regelmässigen Publikationen und Info-Veranstaltungen - zuletzt etwa zur Rechtslage von YouTubern oder zur AVMD Audiovisuelle Mediendiensterichtlinie der EU - erfüllt der Fachbereich Medien der RTR auch eine Aufgabe als Kompetenzzentrum und hält international Kontakte zu Regulierungsbehörden. Alljährlich erscheint ein profunder „K-Bericht“ zum Medienmarkt Österreich.

Der Lastenkatalog für die Qualifikation der Bewerber/Bewerberinnen ist ziemlich weit gefasst, war im Vorfeld von „Jurist“ als Basisqualifikation zu hören, steht nun „abgeschlossenes Hochschulstudium oder gleichwertige Qualifikation“ zu lesen … für alle weiteren geforderten Qualifikationen gilt ebenso: auch reine Praktiker könnten sich Chancen ausrechnen. Den Originaltext zur Ausschreibung siehe hier. Eine Entlohnungsgrundlage wird in der öffentlichen Stellenausschreibung nicht genannt, sie liegt definitiv im sechsstelligen unteren Bereich.

Anmerkung: Der verhältnismäßig kurze Vorlauf für die GF-Stelle in der RTR mit Bewerbung bis 4. Juni und – theoretisch – Dienstantritt mit fünf-Jahres-Vertrag am 1. Juli spiegelt den Vorlauf zu der Personalie wider: Dem Vernehmen nach haben mit dem Medienminister sehr unterschiedliche Bewerber bereits intensiv Kontakt aufgenommen; namentlich Michael Wimmer aus der Generaldirektion des ORF werden laut Flurfunk in ORF und Bundeskanzleramt Ambitionen nachgesagt.

Die Etablierung der KommAustria als Regulierungsbehörde für elektronische Medien, Telekommunikation und Postdienste (deren operative GmbHs als Fachbereich Medien und Fachbereich Telekommunikation mit jeweils einem Geschäftsführer besetzt sind) ist ein Verdienst der Schwarz-Blauen Koalition und wurde mit 1. April 2001 mit Hans Peter Lehofer als erstem Behördenleiter etabliert: Ursprünglich als dem Bundeskanzleramt und damit dem amtierenden Kanzler unterstehende Behörde etabliert (was SPÖ-Mediensprecher Josef Cap zur Etikettierung „Metternichbehörde“ verführte), wurde die KommAustria mit 1. Oktober 2010 (unter Rot-Schwarz) zur unabhängigen Behörde („Weisungsfreie Kollegialbehörde“ – siehe dazu den Wikipedia-Eintrag). Amtierender Behördenleiter der KommAustria ist seit dem Jahr 2004 Michael Ogris, dessen Vertrag läuft noch bis 2022.
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