GoPro will an die Börse springen
 

GoPro will an die Börse springen

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Der US-Hersteller von Sportkameras hat es mit Hilfe von Content Marketing zur Milliardenfirma gebracht und will sich mittelfristig zum Medienunternehmen wandeln sowie Werbung verkaufen

GoPro - in nur wenigen Jahren hat es die US-Firma (Gründung 2004) geschafft, zum Synonym für Action und Abenteuer zu werden, 2013 hat man fast eine Milliarde US-Dollar umgesetzt. Jetzt will der Hersteller der kleinen Kameras an die Börse gehen und mit dem Gang aufs Parkett etwa 100 Millionen Dollar einnehmen - der Preis je Aktie steht dabei noch nicht fest. Auch ein Datum für den Handelsbeginn wurde noch nicht fixiert.

Vorreiter beim Content Marketing


Spannend sind die Einblicke, die GoPro in seinem Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC in das eigene Geschäft gibt. Derzeit habe man mehr als 700 Mitarbeiter und vertreibe die Kameras, die sich Nutzer während dem Sport gerne an den Kopf oder andere Körperteile schnallen, über 25.000 Geschäfte weltweit.

Um das Geschäft voranzutreiben, denkt GoPro nicht nur an neue Kameras und passende Schnitt-Software, sondern auch ans Werbegeschäft. So will man die Online-Videos, die weltweit millionenfach angesehen werden, für Produktplatzierungen und Sponsoren zugänglich machen. Die Reichweite ist sehr groß: GoPro gehört auf YouTube mit etwa 1,8 Millionen Abonnenten zu den populärsten Marken und gilt als einer der Vorreiter beim Content Marketing.

Wandel zum Medien- und Werbeunternehmen


Weiters spannend: Ähnlich wie Red Bull, das ebenfalls im Action-Lifestyle-Sektor tätig ist, will sich GoPro laut dem Börsenbericht zum Medienunternehmen weiterentwickeln, um den eigenen Content zu distribuieren und neue Einnahmequellen zu öffnen. Als ersten Schritt in diese Richtung sieht man den GoPro-Kanal bei Xbox Live, den Microsoft für seine Nutzer eingerichtet hat. Das erlaube den Verkauf von Werbeplätzen, Sponsoring und natürlich zusätzlich die Bewerbung der eigenen Kameras.

Dass GoPro in den Werbe- und Medienmarkt drängt, ist dabei verständlich. Denn aus dem SEC-Filing, wie der Börsenbericht auch genannt wird, geht auch hervor, dass sich der Kamerahersteller vor Hardware-Herstellern wie Apple und Samsung fürchtet. Deren Produkte würden in Sachen Foto- und Videoqualität schnell aufholen und könnten ebenfalls bald vor Widrigkeiten wie Wasser, Stößen oder Kälte geschützt werden. Da GoPro derzeit ausschließlich vom Verkauf seiner Kameras abhängig ist, scheint es so logisch, dass sich die Firma in neue Businessmodelle zu diversifizieren versucht.
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