Google schließt News-Dienst in Spanien
 

Google schließt News-Dienst in Spanien

Grund ist das neue, sehr strenge Leistungsschutzrecht

In einem Blogeintrag hat Google-News-Chef Richard Gingras erklärt, dass der Dienst Google News mit 16. Dezember in Spanien abgedreht wird. Grund ist ein neues Leistungsschutzrecht, das am 1. Jänner 2015 in Kraft tritt und verlangt, dass Internet-Dienste, die auch kleinste Content-Snippets von Verlagen auf ihren Seiten anzeigen, dafür eine Gebühr entrichten müssen. Die Gebühr ist gesetzlich verpflichtend, Verlagshäuser haben nicht die Wahl, diese von Google zu verlangen oder nicht.

Weil Google News kein werbefinanzierter Dienst sei, hätte man sich entschlossen, ihn in Spanien zu schließen, so Gingras, die Abgabe sei deswegen nicht tragbar. Die Höhe der Abgabe legt das spanische Gesetz jedoch nicht fest - insofern ist schwer zu sagen, wie viel Google für die Verlagsinhalte zahlen müsste. Gingras ist "wirklich traurig" darüber, den Dienst abzudrehen, weil er den Nutzern viel Mehrwert biete und den Verlagen Traffic bringe.

Die spanische Situation könnte Auswirkungen auf Österreich haben. Hierzulande pocht der VÖZ seit Jahren auf ein Leistungsschutzrecht, zuletzt wurde klar, dass man sich ein Gesetz nach spanischem Vorbild wünscht. In Deutschland wurde das Leistungsschutzrecht zum Debakel für Medienhäuser. Google holte sich von vielen die Erlaubnis, ihre Inhalte weiter gratis zu nutzen, zuletzt gab Axel Springer klein bei erlaubte Google die kostenlose Nutzung seiner Snippets etwa von bild.de oder welt.de.
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