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Google Reader: Empörung wegen Einstellung von RSS-Dienst

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Das Ende des Services soll offenbar das Online-Netzwerk Google+ begünstigen

Mit der Ankündigung, den Web-Dienst Google Reader am 1. Juli 2013 einzustellen, hat sich der Internet-Konzern keine Freunde gemacht. Google Reader ist vor allem unter Journalisten, Bloggern und anderen publizistisch tätigen Personen in der Medienbranche ein beliebtes Tool, um die Updates von Webseiten aller Art via dem Web-Standard RSS zu abonnieren und sich übersichtlich in einer verkehrt chronologischen Liste anzeigen zu lassen. Für viele ist Google Reader eine Art personalisierte Nachrichten-Agentur, die Überblick über die Nachrichtenlage im Web gibt.

Nutzung nahm ab


Ob US-Technik-Blogs oder die österreichische Twitteria - die Empörung über das Ende von Google Reader ist groß. Der Hashtag #GoogleReader war auf Twitter sofort "Trending Topic". "Den Reader weiterlaufen zu lassen, kostet Google so gut wie nichts. Es geht eher darum, RSS als Konkurrenten zu Social Networks umzubringen", twittert etwa der österreichische IT-Journalist Günter Hack.

Alan Green, Software-Ingenieur bei Google, argumentiert die Einstellung des RSS-Dienstes, damit, dass die Nutzung in den letzten Jahren abgenommen hätte und man sich bei Google auf weniger Produkte fokussieren wolle. Parallel zum Reader stellt Google einige andere Internet-Services ein, um den Wildwuchs im eigenen Portfolio ein wenig einzudämmen.

Der RSS-Standard wurde übrigens von Aaron Swartz, jenem Netzaktivisten und Reddit-Mitgründer, der sich vor einigen Monaten das Leben nahm, mitentwickelt.

Alternativen im Aufwind

Blogger und Twitter-Nutzer ereiferten sich nach der schlechten Neuigkeit gleich darin, Alternativen zum Google Reader aufzuzeigen. Oft genannt werden etwa die Dienste NewsBlur, Fever, Feedly oder Pulse genannt. Der Andrang zu einigen dieser Services war und ist zeitweise so groß, dass die entsprechenden Webseiten nicht oder nur sehr langsam erreichbar sind.

Generell dürfte die Start-up-Szene nun inspiriert sein, eine Alternative großzumachen - welcher Dienst sich letztendlich durchsetzt, wird spannend sein zu beobachten. Wichtig ist auch anzumerken, dass auf Google Reader basierende Apps wie jene von Reeder in der jetzigen Form nicht mehr funktionieren werden.

Zugunsten von Google+


Wie The Next Web berichtet, dürfte das Ende von Google Reader tatsächlich mit der Stärkung des Facebook-Rivalen Google+ zusammenhängen. Dem ehemaligen Google-Reader-Produktmanager Brian Shih, der den Konzern 2011 verlassen hat, seien seit 2008 immer mehr Entwickler von Google Reader abgezogen worden, um an Social-Web-Diensten wie OpenSocial, Buzz und schließlich Google+ zu arbeiten.

Bei Google+ können Nutzer die Updates von Firmen und Medien abonnieren. Ob das als echter Reader-Ersatz taugt, ist aber fraglich.
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