Google mit Bezahlsystem für Zeitungen
 

Google mit Bezahlsystem für Zeitungen

Bei "One Pass" behält Google zehn Prozent des Umsatzes ein.

Erst kürzlich präsentierte Apple ein Abo-Modell für den App-Store - nun zieht der Suchmaschinenkonzern Google nach. Die Bezahl-Lösung namens "One Pass" versetzt Medienunternehmen in die Lage, Abonnements, einzelne Artikel und andere Inhalte online zum Kauf anbieten zu können. Die Besucher von Verlagsangeboten im Internet können mit Hilfe von One Pass durch einmaliges Einloggen sämtliche Inhalte erwerben, die auf der Basis von One Pass angeboten werden. Zudem können einmal mit One Pass erworbene Artikel auf einer Vielzahl von Endgeräten wie Laptops, Smartphones oder Tablet-Rechnern abgerufen werden. Google kümmert sich um Authentifizierung der Nutzer, die Aboverwaltung und die Zahlungsabwicklung und kassiert dafür zehn Prozent des Umsatzes. Das ist wesentlich weniger als die 30 Prozent, die Apple von den Verlagen fordert, die ihre Inhalte im App-Store zum Kauf anbieten.

Erste Verlags-Partner in Deutschland sind Axel Springer AG, Focus Online und stern.de. Der Axel-Springer-Verlag will "One Pass" nach Angaben von "Welt Online" einsetzen, um Spiele der türkischen Fußball-Liga live auf der Website Bild.de zu übertragen. Der Auftakt dazu finde am 19. Februar statt, so ein Sprecher des Axel-Springer-Verlages. Die Preise sollen zwischen rund 5 und 15 Euro pro Spiel liegen.

Andreas Wiele, Vorstand der BILD-Gruppe und Zeitschriften Axel Springer AG meint: "Die Initiative von Google ist ein klares Zeichen für die Akzeptanz und Unterstützung von bezahlten journalistischen Inhalten." Das neue Bezahlsystem gebe den Medienhäusern die Kontrolle über Inhalte, Preissetzung, Vermarktung und Kundenbeziehungen zu attraktiven wirtschaftlichen Konditionen. "Wir wünschen uns, dass sich One Pass baldmöglichst als einheitliche Plattform für ein einfaches Payment sowohl im Web- als auch im mobilen und App-Bereich etablieren kann, um zu einer vollwertigen Alternative zu bestehenden Systemen zu werden", ergänzt der Medienmanager.

Im Verlauf der vergangenen Jahre hat Google für Medienhäuser diverse Produkte entwickelt und getestet, darunter Fast Flip, First Click Free und Living Stories. Der Start von One Pass ist ein zusätzlicher Schritt, der darauf abzielt, Medienunternehmen eine einfach zu integrierende Bezahl-Technologie an die Hand zu geben. Philipp Schindler, Google Vice President Nord- und Zentraleuropa, wirbt: "Wir arbeiten seit langem mit Verlagshäusern zusammen. Dabei helfen wir mit neuen Lösungen, um die Bindung zu den Lesern zu stärken, den Traffic auf Onlineangeboten zu erhöhen und im Internet Geld zu verdienen." Klingt ja alles wunderbar.

Weitere Informationen zu One Pass sind unter www.google.de/onepass abrufbar.
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