Google kontert Notiz-Dienst Evernote
 

Google kontert Notiz-Dienst Evernote

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Der neue Web-Dienst ging am Wochenende unabsichtlich online und wurde wieder kommentarlos abgedreht

Wenn sich ein Internet-Dienst gut entwickelt, dann dauert es nicht lange, bis die großen Player im Markt darauf reagieren. So geschehen bei Evernote: Der Web-Dienst, der die Notizen seiner etwa 30 Mio. Nutzer zwischen verschiedensten Geräten und Plattformen synchronisiert, dürfte demnächst Konkurrenz vom führenden Internet-Konzern bekommen.

Wieder offline genommen

Denn Google hat am Wochenende unter der Web-Adresse http://drive.google.com/keep kurze Zeit einen neuen Service freigeschaltet, der an Evernote erinnert. Wie Techcrunch zeigt, soll man mit "Keep", so der Name des Dienstes, Notizen schnell erfassen können, Listen anlegen, Schnappschüsse speichern und diese Daten einfach durchsuchen können - ganz so, wie auch Evernote funktioniert.

"Keep" wurde von Google wieder offline genommen, konnte von einigen Nutzern aber bereits in Augenschein genommen werden. Wann der Dienst offiziell startet, ist bis dato ungewiss. Möglich wäre eine Präsentation auf der großen Google-Entwickler-Konferenz I/O im Mai.

Dass Google mit einem eigenen Dienst auf einen erstarkenden Konkurrenten reagiert, passiert nicht zum ersten Mal. Dropbox hat man Google Drive entgegengestellt, Google+ wurde gegen Facebook lanciert, Chrome ist gegen die Browser von Microsoft, Mozilla und Apple gestartet worden, und Docs ist eine kostenlose Online-Alternative auf Microsofts Office.

Neues Geschäftsfeld

Eingebettet dürfte "Keep" in Google Drive sein - jenem Online-Speicher, der immer mehr zur Zentrale für die Daten der Google-Nutzer wird und der gegen eine monatliche Abo-Gebühr an Speicherplatz aufgestockt werden kann. Dementsprechend interessant dürfte "Keep" für Googles Finanzabteilung sein - denn mit einem wachsenden persönlichen Archiv wächst auch der Bedarf an Speicherplatz der Nutzer, die sich mit der Zeit daran gewöhnen, für mehr Gigabyte auch etwas zu zahlen.

In Deutschland betreibt das Start-up 6Wunderkinder mit Wunderlist 2 ebenfalls einen Web-Dienst, der Evernote ähnlich ist und auf verschiedene Arten erlaubt, sich digitale Inhalte zu merken. Erst kürzlich wurde eine neue Version vorgestellt, die das Sammeln von Web-Artikeln per Browser-Plugin erlaubt.
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