Google-Gründer treten ab
 
Josh Edelson / AFP / picturedesk.com
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Larry Page und Sergey Brin, die 1998 Google Inc. gründeten, geben ihre Chefposten bei der Google-Mutter Alphabet ab. Sundar Pichai, der bereits die Geschäfte von Google leitet, rückt als offizieller CEO beider Unternehmen nach.

Am Dienstag nach Börsenschluss gab der Konzern den Personalwechsel bekannt. Larry Page und Sergey Brin, die vor über 20 Jahren den Tech-Riesen gründeten, räumen nun ihren Chefposten bei der Google-Mutter Alphabet und übergeben die Geschäfte offiziell an Sundar Pichai, der bereits seit Längerem die Agenden von Google leitete. Die beiden Gründer behalten jedoch ihre Sitze im Verwaltungsrat, der dem Vorstand noch übergeordnet ist, und damit auch noch die Kontrolle durch besondere Aktien mit mehr Stimmrechten. Page fungierte bis zuletzt als CEO von Aphabet, Brin als "Präsident" im Management mit einem nicht genauer definierten Aufgabenbereich. Alphabet wurde erst 2015 gegründet und als Konzerndach über Google gesetzt, um neue Bereiche als eigenständige Schwesterfirmen neben Google aufzubauen, darunter beispielsweise der Lieferdrohnenentwickler Wing. 

"Google war nie ein konventionelles Unternehmen und wird auch nie eins sein", zitieren Page und Larry in einer Stellungnahme auf dem Google-Blog ihren ersten "Gründer-Brief" aus 2004. Und daher würden sie nun auch nicht um jeden Preis an ihren Manager-Positionen festhalten, wenn es bessere Wege gebe, das Unternehmen zu führen. "Alphabet und Google brauchen nicht zwei CEOs und einen Präsidenten."

Der neue Alphabet- und Google-Chef Pichai arbeitet bereits seit mehr 15 Jahren bei Google. Er stammt ursprünglich aus Indien und bekam 1993 ein Stipendium für die amerikanische Elite-Uni Stanford in Kalifornien, wo er Halbleiter-Physik studierte. In seinter Heimat sei er in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, erzählte er in einem Interview mit dem Magazin Bloomberg Businessweek. Für das Flugticket in die USA, das damals mehr als 1000 Dollar kostete - und damit mehr als das jährliche Einkommen betrug - haben seine Eltern all ihre Ersparnisse zusammenkratzen müssen. Bei Google begann Pichai 2004 und überzeugte die Gründer besonders mit der Idee, einen eigenen Webbrowser für Google zu entwickeln - seine Eintrittskarte in die Chefetage.

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