Gesucht: Chief Operating Officer!
 

Gesucht: Chief Operating Officer!

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Seit 6. August residiert der ORF-Vermarktungstochter ORF Enterprise Am Europlatz 1 am Wienerberg – Enterprise CEO Franz Prenner: "Bin und bleibe Geschäftsführer".

Langfassung aus HORIZONT 33-34-2012 vom 24.08.2012.

"Natürlich bin ich mit dem Stil der Berichterstattung nicht ganz einverstanden (damit meint Franz Prenner auch HORIZONT, Anm.hs). Denn die Nachricht war und ist: Die ORF Enterprise sucht eine Verkaufsleitung - COO Chief Operating Officer bezeichnet - und daraus soll mittelfristig der ORF-Enterprise-Chef werden."

Seit Montag, den 6. August, hat die ORF-Enterprise eine neue Adresse: Europlatz 1 am Wienerberg. Beim HORIZONT-Lokalaugenschein in den neuen, lichtdurchfluteten Räumlichkeiten steht jedoch für Enterprise CEO Franz Prenner ein anderes Thema als der Locationwechsel im Vordergrund: Seit Mitte Juli wurde - auch via HORIZONT - in Medien und der Branche sowieso heftig kolportiert, dass für Prenner eine Nachfolge gesucht würde.

Franz Prenner zu HORIZONT: "Die Wahrheit war und ist, und das hat der kaufmännische Direktor Richard Grasl zuletzt am 10. August hier in der Enterprise vor 100 Mitarbeitern auch gesagt: Mein Vertrag wird verlängert und damit bleibt für mich alles so, wie es ist. Aber, hat Richard Grasl auch gesagt, tatsächlich suchen wir einen Verkaufsleiter auf Geschäftsführer-Ebene mit dem Ziel, Geschäftsführer zu werden. Es ist wohl auch die Verpflichtung des kaufmännischen Direktors, der ja auch Aufsichtsratsvorsitzender der ORF Enterprise ist, für die mittelfristige Zukunft Weichen zu stellen."

In der Ausgabe der "Wiener Zeitung" vom 11. August wurde das offizielle Stelleninserat für einen "Chief Operating Officer (COO)" geschaltet. Dazu sagt Prenner nur: "Direktor Richard Grasl hat klar gesagt, dass mein Vertrag verlängert wird, Schriftliches habe ich noch nicht. Und noch einmal, auch das hat Richard Grasl hier vor versammelter Belegschaft gesagt: ,Wir suchen einen COO - der CEO ist und bleibt Franz Prenner'. Mehr kann ich dazu nicht sagen".

Ausschreibungsfrist laut Anzeige in der "Wiener Zeitung" ist der 11. September - wann gibt´s also eine Personalie?: "Das wird Direktor Richard Grasl entscheiden und präsentieren". Nachsatz: "Ich bin überzeugt davon, dass der Aufsichtsratsvorsitzende der ORF Enterprise eine richtige Entscheidung treffen wird, er hat auch gesagt, dass er sich dabei mit mir abstimmen will."

Soviel zur Causa Prima, weiteres ab 11. September, mutmasslich.

Seit Montag, den 6. August, hat die ORF Enterprise also eine neue Adresse (auf der Homepage launig "Landeplatz" genannt, Telefonnummern und Postadresse bleiben aber unverändert Würzburggasse: Euro Plaza, Gebäude A, 5. Stock, ORF-Enterprise Empfang, Am Europlatz 1, 1120 Wien und liegt an der Wienerbergstrasse, das Bürozentrum wird beispielsweise auch von L´Oreal, Nestlé oder Microsoft genutzt).

Im Gebäude A sind die operativen Verkaufsteams im 5. Stock (mit großer halbrundumlaufender Terrasse) angesiedelt, im Gebäude B die "Pre-Sales- und Support-Abteilungen" (Marketing, Research, IT, Airtime-Management, Finanzen) der ORF-Tochter, die in Summe rund 100 Mitarbeiter (der ORF-Enterprise KG, mit ORF-Promotion & Programmservice GmbH, rund 200 Mitarbeiter) zählt. Der Umzug aus den Räumlichkeiten am Küniglberg war notwendig, da wegen der schrittweisen Sanierung des Hauptgebäudes zwischenzeitlich die ORF-Direktion die Enterprise-Räume nutzt. Wie lange bleibt Ihr da? "Der Mietvertrag ist auf fünf Jahre geschlossen. Über die allfällige Rückkehr in die Enterprise-Räume am Küniglberg kann erst gesprochen werden, wenn die Sanierungsmassnahmen dort abgeschlossen ist - aber wann das sein wird, dazu kann ich nichts sagen."

Am 13. September präsentiert die ORF Geschäftsführung und die seit 1. Jänner amtierende Programmdirektorin Kathrin Zechner das ORF-Programm 2012/2013 - "Was sind die Highlights aus Sicht des Vermarkters?" Prenner, entschieden: "Also wer Kathi Zechner kennt und weiß, wie ehrgeizig und von Kreativität beseelt sie ihren Job macht, kann schon etwas erwarten. Allerdings haben wir ja bereits angekündigt, dass es keinen Big Bang geben wird, sondern eine ganze Programmreformkette. Aber wir werden einiges bereits Fixes präsentieren können und einiges ankündigen!"

Stichwort ankündigen: Wann kommt der von den Privaten gar nicht gern gesehene Antrag des ORF auf Vermarktung der ORF-TVthek, dem Aushängeschild auf orf.at? "Als Vermarktungschef plädiere ich natürlich dafür, dass der ORF im Rahmen der Online-Vermarktung das ORF-TVthek Angebot für Pre-Rolls vermarkten kann. Derzeit ist das gesetzlich nicht möglich, ob der Antrag bei der Medienbehörde im Rahmen der Public-Value-Prüfung gestellt wird, obliegt der ORF Geschäftsführung. Als Vermarkter bin ich natürlich dafür, angesichts von deutlich über zehn Millionen Video-Views auf der ORF TVthek: Wenn die ORF TVthek dazu käme sind da sicher ein bis zwei Millionen Werbeerlöse drinnen!" Aber, setzt Prenner nach: "Wir werden die orf.at-User jedoch keinesfalls mit Werbung überfluten, sondern - in gewohnter ORF.at-Manier - gezielt, auffällig und nachhaltig ansprechen".

Prenner, 1995 in der Ära Gerhard Zeiler sozusagen "Gründungsgeschäftsführer" der ORF Enterprise, kehrte im Spätherbst 2009 wieder zur Enterprise zurück, seit 1. Jänner 2010 ist er CEO mit einem Dreijahresvertrag.

Prenner verantwortet als erster Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung die Vermarktung der klassischen Werbung in TV, Hörfunk und Online - die sich über die Bereiche Sales & New Business Development, Special Advertising, Airtime-Management bis hin zu Research & Pricing, sämtlichen Strategic Units sowie die B2B-Communications zieht.

Gleichzeitig mit dem Beginn von Prenners Ära No. 2 in der Enterprise wurde der ORF-Tochter die von Beatrice Riesenfelder geleitete Abteilung internationaler Programmverkauf sowie Lizenzeinkauf, bis dahin in der kaufmännischen Direktion angesiedelt, eingegliedert (organisatorisch letztlich eine Folge des ORF-Gesetzes vom 1. Oktober 2010 in Erfüllung einer EU-Vorgabe, was die Trennung des öffentlich-rechtlichen gebührenfinanzierten und marktwirtschaftlichen Bereich von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Europa angeht).

Riesenfelder bildet mit Prenner das Geschäftsführungsduo der Enterprise, als CFO (Chief Financial Officer) ist Riesenfelder für Finanzen & Administration verantwortlich, zusätzlich zu ihren bisherigen Verantwortungsbereichen Contentvertrieb, Merchandising und Lizenzen sowie Sound & Vision, in dem die BereicheBild- und Ton-Träger-Vermarktung - und der ORF-Enterprise-Musikverlag zusammengefasst sind.
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