Gerichte müssen über Domain kinder.at entsche...
 

Gerichte müssen über Domain kinder.at entscheiden

Der Hersteller der Kinderüberraschungseier Ferrero klagt Mediaclan auf Unterlassung der Nutzung und Herausgabe der Internet-Domain "kinder.at".

Der Hersteller der Kinderüberraschungseier Ferrero klagt Mediaclan auf Unterlassung der Nutzung und Herausgabe der Internet-Domain kinder.at. "Als ich vor über zwei Jahren die Domain kinder.at registrieren ließ, dachte ich eigentlich an junge Menschen und nicht an Schokolade", wundert sich Michael Eisenriegler von der Firma MediaClan über den Anwaltsbrief, der am 17. April dieses Jahres beim ihm eintrudelte. Der Inhalt: Ferrero - Hersteller von Schokoladeeiern namens "Kinderüberraschung" und anderen Leckereien für Groß und Klein - wünscht, dass Mediaclan den gewerbsmäßigen Gebrauch des Domains "kinder.at" unterlässt. Der Hintergrund: Mediaclan will zusammen mit Partnern wie der österreichischen Jungschar unter der strittigen Domain ein unabhängiges Netz-Portal für Kinder mit entsprechenden Inhalten einrichten.



Da Mediaclan dem Begehr von Ferrero bisher nicht entsprechen wollte, ist vor zehn Tagen die Klage eingetrudelt. "Der Prozess kann sich bis zu drei Jahren hinziehen. Das würde das Projekt akut gefährden", so Eisenriegler. "Wir sind bald an einem Punkt, an dem Kindergärten nicht mehr Kindergärten heißen dürfen", meint Eisenriegler bitter. Mediaclan-Anwalt Michael Pilz erklärt, wie es zu dem Dilemma kommen konnte: "Da es kein Domain-Recht gibt, verwendet man verwandte Rechtsbereiche wie das Markenrecht. Die Kriterien des Markenrechts sind aber nicht eins zu eins auf Domains übertragbar." Der Streit konnte auch bisher nicht außergerichtlich beigelegt werden. Ferrero sei lediglich dazu bereit gewesen, die Kosten der Domainübertragung zu übernehmen, so Eisenriegler. (rs)

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