,Gemeinsam können wir das Ziel erreichen‘
 

,Gemeinsam können wir das Ziel erreichen‘

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IAB legt Studie zum ‚Wirtschaftsfaktor Onlinemarketing‘ vor: Ausbildung im Online Marketing ‚muss ausgebaut werden‘

„Ohne offensive Internetstrategie wird der Rückstand und die im internationalen Vergleich zu geringe Dynamik im Onlinemarketing immer mehr zu einem Problem für die gesamte öster­reichische Wirtschaft“, warnt Bernd Wollmann, Vizepräsident des IAB Austria (im Brotberuf Leiter Marketing New Media bei den Casinos Austria), bei der Präsentation der Studie „Wirtschaftsfaktor Onlinemarketing“ am 4. Dezember. „Für die Konkurrenz­fähigkeit von Unternehmen“, erklärt Wollmann, sei „effizientes Marketing heute genauso wichtig wie effizienter Einsatz von Energie oder Rohstoffen oder die Optimierung von Abläufen in der Produktion. In manchen Bereichen ist Onlinemarketing wesentlich effizienter als tradierte Kommunikationsmöglichkeiten. Wer diese Möglichkeiten ungenügend nutzt, läuft mittel- und langfristig Gefahr, nicht wettbewerbsfähig zu bleiben.“

In der Österreich-Sektion des IAB sind nach eigenen Angaben „über 130 führende Unternehmen der digitalen Wirtschaft organisiert.“ Die IAB-Studie wurde im Sommer 2014 erstellt. Sie beruht auf Befragungen eines Panels von 250 Experten aus dem Bereich Onlinewerbung (Agenturen, Vermarkter, Medien, technische Dienstleister), ergänzt mit Daten aus vorhandenen österreichischen sowie internationalen Studien. Die Studie unter der Patronanz von IAB-Austria-Präsidentin Martina Zadina (adworx) wurde von den IAB-Mitgliedern Petra Höfer (ORF-Enterprise), Edda Mogel (Research Bureau), Hermann Weidinger (bis September 2014 Purpur Media, aktuell Senior Sales Manager bei Criteo, Anbieter von Display-Performance-Lösungen) und Wollmann konzipiert. Die Befragung erfolgte durch MindTake. Die Originalunterlagen zur Pressekonferenz finden sich mit Erscheinen der Druckausgabe auf HORIZONT Online.

Die Unterlagen-PDFs stehen hier & hier - zur IAB Arbeitsgruppe Wirtschaftsfaktor Digital siehe hier (Nachtrag am 17.12., hs).

Österreich liegt im Vergleich zurück

Laut IAB-Europe-AdEx-Benchmark-Studie 2013 werden im europäischen Durchschnitt 37,40 Euro pro Kopf der Europäer als „Online-Ad-Spend“ (Display, Classifieds, Search) aufgewendet – in Österreich sind es 44,50 Euro pro Kopf (in Großbritannien 115,20 Euro und in Deutschland 54,70 Euro): Dies allein zeige einen „quantitativen Rückstand“ Österreichs. In der MindTake-Befragung der 250 Experten wird die weitere Entwicklung der österreichischen Onlinebranche generell positiv eingeschätzt, aber nur gerade einmal 51,5 Prozent der österreichischen Onlinemarketer rechnen mit steigenden Online-Volumina in Österreich; mit steigenden Umsätzen bei den Global Playern der Branche – Google, Facebook und Co. – rechnen hingegen 73 Prozent.

„Hier droht ein empfindlicher Abfluss von Wertschöpfung aus Österreich“, warnt Wollmann. Der Schlüssel für die weitere Aufwärtsentwicklung der Onlinebranche in ­Österreich sei „ein rascher Ausbau der Ausbildungsmöglichkeiten“, fordert Höfer. Insbesondere auf universitärer Ebene müsse das Angebot praxisorientierter Studien- und Lehrgänge verbreitert werden, formuliert Höfer eine „Kernforderung von IAB Austria“. In der Onlinebranche „entstehen laufend neue Arbeitsbilder, und es wird nur im Rahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung und Lehre einerseits und Unternehmen andererseits gelingen, die Ausbildungsangebote rasch und praxisgerecht an die sich weiterentwickelnden Anforderungen anzupassen“, hält IAB-Präsidentin Zadina fest. Sie will „einen Schulterschluss zwischen AMS, Wirtschaftskammer, Bildungs- und Wirtschaftsministerium sowie dem IAB“, um Ausbildungsangebote an Unis und FHs auszuweiten: „Gemeinsam können wir dieses Ziel erreichen.“

Dieser Artikel erschien bereits am 12. Dezember in der HORIZONT-Printausgabe 50/2014. Hier geht’s zur Abo-Bestellung.
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