Geht ohne Apps nichts mehr?
 

Geht ohne Apps nichts mehr?

Marketagent.com befragte 410 Kommunikationsexperten zum Einsatz von Apps als Marketing-Intrument.

Wie Apple stolz vermeldete, sind vom Start von Apples App-Stores bis zum Ende des Jahres 2010 mehr als zehn Milliarden Apps heruntergeladen worden. Die Zahlen der "Konkurrenz-Stores" wie jene von Android (Google), Nokia oder Blackberry sind hier noch gar nicht berücksichtig. Und der Boom, den die kleinen Programme für Smartphones verzeichnen, soll noch lange zu Ende sein. Sagen zumindest zahlreiche Prognostiker.

Auch die 410 österreichische und deutsche Kommunikationsexperten (Manager von Auftraggebern und -nehmern aus den Bereichen Medien, Kommunikation, PR, Marketing und Werbung), die der Online-Marktforscher Marketagent.com zwischen 5. und 23. Mai 2011 mithilfe von Computer Assisted Web Interviews (CAWI) befragt hat, gehen von einer weiter wachsenden Bedeutung von Apps für das Marketing aus. Genauer gesagt erwarten sich 84 Prozent der Befragten eine hohe oder eher hohe Bedeutungh von Apps im Marketing. Marketagent-CEO Thomas Schwabl präzisiert: "Mehr als drei Viertel der von uns beragten Kommunikationsprofis sehen nachhaltige Veränderungen in ihrer Branche und nur 2,8 Prozent meinen, dass die Nutzung von Apps im Marketing eine vorübergehende Erscheinung ist."

Die Zwecke, für die sich der Einsatz von Apps im Besonderen anbietet, sind für über zwei Drittel Kundenbindung und die Verbesserung von Kundenbeziehungen (68,5 Prozent), und für mehr als die Hälfte die Imagepflege von Marke und Unternehmen (53,7 Prozent). Auch das Erschließen neuer Kunden-/Käufergruppen (48,6 Prozent) und die Abgrenzung vom Mitbewerb (47,5 Prozent) sind noch für fast die Hälfte aller Befragten ein lohnenswertes Einsatzgebiet der Apps. Eine Absatz- oder Umsatzsteigerung stellt dagegen nur für ein Viertel (25,6 Prozent) einen echten Anlass für den App-Einsatz dar.

Tendenziell will am die Entwicklung von Apps eher auslagern - zumindest sagen das mehr als drei Viertel der Befragten. Wobei hier der Hang zum Outsourcen bei kleineren Unternehmen ausgeprägter ist. Multimedia-Agenturen werden dabei als komptenteste Ansprechpartner für Apps gesehen (87,1 Prozent). Auch den Kreativ-Agenturen wird beim Thema Apps so einiges zugetraut (52,2 Prozent). Unternehmensberater sehen die Befragten eher nicht als App-Experten (9,3 Prozent).

91 Prozent halten eine klare Zielfestlegung und eine insgesamt intelligente Marketing-Strategie bei der App-Realisierung für wichtig. Dass es daran auf dem Markt noch ein wenig hapert, zeigt die Realität. Die meisten werbetreibenden Unternehmen haben zwar die Zeichen der Zeit erkannt und sind mit Apps in den einschlägigen Download-Shops vertreten – eine auch beim Konsumenten spürbare Integration von Applikationen in das gesamte Marketingkonzept wird zumeist aber noch vermisst. 32,8 Prozent der von Marketagent.com befragten Kommunikationsexperten bewerten es als eher oder sehr schwierig, mit Apps einen Marketingerfolg zu erzielen, nur gut drei von hundert (3,4 Prozent) halten dies für sehr einfach. Darüberhinaus sind acht von zehn Kommunikationsexperten der Meinung, dass die Top 500 werbetreibenden Unternehmen derzeit noch mittelmäßig bis schlecht über den Einsatz und Nutzen von App-Marketing informiert sind (80,9 Prozent).

Das Potenzial von Apps als Marketinginstrument ist indes "riesig" - wie Marketagent in einer Presseaussendung schreibt. Denn laut Austrian Internet Monitor (4. Quartal 2010) hat ein Fünftel der österreichischen Handybesitzer zumindest eine App auf dem eigenen Mobiltelefon installiert.

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