Focus: Februar toppt Jänner
 

Focus: Februar toppt Jänner

Mit nominell +8,5 Prozent übertrifft der Brutto-Werbedruck im Februar den sehr starken Jänner (nominell +6,5 Prozent), erhebt Focus – Werbebarometer-Prognose mit +2,1 Prozent optimistisch – Politwerbung-Anteil bei fast 5 Prozent

Die ersten beiden Monate 2013 erstaunen auch die geeichten Marktforscher- und Analysten von Focus Media Research, Klaus Fessel und Josef Leitner: In den ersten beiden Monaten des Jahres 2013 ist das Brutto-Werbevolumen um beachtliche 7,7 Prozent gewachsen - und die klassische Werbung (inklusive Online, leider exklusive Außenwerbung) übertrifft dieses nominelle Gesamt-Plus mit 8,3 Prozent.

Gleichzeitig ergibt das Werbebarometer, die quartalsweise Befragung von rund 150 Managern aus den Top-Werbungtreibenden Unternehmen und Agenturen, eine Erwartung von +2,1 Prozent (es darf angenommen werden: real!) für den Zeitraum April bis September. Wobei einmal beachtlich ist, dass die Auftraggeber mit +2,1 Prozent optimistischer sind als die Agenturchefs (+1,9 Prozent) - und dass die letzten drei Prognosen im Juni, September und November 2012 leicht in Negative tendierten (einen Wert von +2,1 gab es zuletzt im September 2011).

Nach "Sektoren" (Wirtschaftsbereiche der Auftraggeber) geordnet, ist der Bereich "Sonstige" (da ist Tourismus vertreten aber auch Werbung von "politiknahen" Institutionen sowie poltische Parteien) mit nominell +25,9 Prozent ein Treiber der Entwicklung - Handel & Versand, die Medien selbst und die Dienstleister tragen jeweils knapp um die acht Prozent zum nominellen Wachstum der Brutto-Werbekuchens in den ersten beiden Monaten 2013 bei; Markenartikler (nominell +4,8 Prozent) und Investitionsgüter (+1,7 Prozent) sind im Plus.

Das ist umso bemerkenswerter, als der "Mediaindex" - also die Preissteigerungen laut Liste (und der Berechnungsgrundlage für die Focus Auswertung) für 2013 im Vergleich zu 2012 "nur" 1,2 Prozent ausmacht (nach allemal 3,3 Prozent von 2011 auf 2012). Ob es allerdings in dieser beachtlichen - auch realen - Steigerung weitergehen wird, bezweifeln die Focus-Analysten; attestieren jedoch ein stabiles, positives Werbeklima.

Nach Werbeträgern sind die ORF-TV-Werbung und die Gelben Seiten (Herold off- und online) mit jeweils nominell +26,3 Prozent im "Zwei-Monate-Vergleich" vor Online "klassische" (nominell +25,7 Prozent) vor Kino (+21,9 Prozent) jene vier Werbeträger, die outperformen. Gewohnt positiv die Regionalen Wochenzeitungen (nominell +16,8 Prozent) und der Private Hörfunk (nominell +11,2 Prozent). Der Brutto-Werbedruck in den Tageszeitungen wächst um nominell 2,4 Prozent; die Illustrierten & Magazine stagnieren - die Fachzeitschriften verlieren 3,4 Prozent Brutto-Umsatzvolumen. Direct-Marketing muss - monatsbereinigt - ein nominelles Minus von 5,9 Prozent hinnehmen (Focus ortet hier bei Prospekt und Mails einen Transfer zu Online). Zeitungsbeilagen hingegen legen um nominell +1,9 Prozent zu.

430 Brutto-Millionen konnten die klassischen Werbeträger in den ersten beiden Monaten 2013 auf sich vereinen - allein 27,4 Brutto-Millionen kommen von parteipolitischer beziehungsweise "politiknaher" Werbung (darunter subsummiert Focus "öffentliche Institutionen" - aber, im Gegensatz zur "Medientransparenz-Ausweisung" der KommAustria/RTR, nicht staatliche Unternehmen wie etwa ÖBB oder ASFINAG.

Die "politiknahen" Unternehmen gaben brutto demnach im Jänner und Februar 17,6 Millionen Euro aus; für parteipolitische Werbung wurden 9,8 Brutto-Millionen aufgewendet. Die "parteipolitische" Werbung ist naturgemäß auch thematisch von Bundesheer-Abstimmung und Wien-Olympia-Befragung, Kärnten und Niederösterreich-Wahlen getrieben: Der ÖVP schreibt Focus in den ersten beiden Monaten brutto 2,9 Millionen Euro Werbedruck zu, dem Team Stronach 2,1 Millionen - vor den Freiheitlichen (1,5 Millionen Euro Brutto-Werbedruck) und der SPÖ (1,2 Millionen). Stichwort Niederösterreich: Die "Initiative NÖ Personenkomitee" scheint mit brutto 200.000 Euro auf - und, Stichwort Bundesheer-Abstimmung, "frauen-für-ein-berufsheer" (da ist die parteipolitische Interessengemeinschaft dahinter wohl in der Bezeichnung eingepreist...) erscheint mit einem Brutto-Volumen von 1,8 Millionen.

Verlässlich wie auch in der Netto-Ausweisung der KommAustria gemäß Transparenzgesetz im Brutto-Volumen bei der "politiknahen" Werbung an der Spitze: "Stadt Wien" (da gab´s ja eine Volksbefragung...) erzeugte in zwei Monaten brutto 3,8 Millionen Werbedruck.

Nun steht Tirol und Salzburg als Regionalwahl und Ende September der Nationalrat bundesweit zur Wahl (und Werbung) an - Focus analysiert dazu trocken: "Politische Werbung belebt den Werbemarkt" (und meint damit nicht nur parteipolitische Werbung allein).
stats