Flugblätter bleiben wichtiges Werbemedium, di...
 

Flugblätter bleiben wichtiges Werbemedium, digital kommt

Johanna Mhlbauer - Fotolia
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Die österreichische Flugblattstudie gewährt Einblicke in einen millionenschweren Markt, in dem der Faktor Digital immer wichtiger wird.

Dieser Artikel erschien bereits in der HORIZONT-Printausgabe 25/2016 vom 24. Juni. Hier geht's zum Abo

367 Millionen Euro haben Unternehmen im Jahr 2014 in unadressierte Werbespendings investiert – das sind vor allem Flugblätter. Das geht aus dem Dialogmarketing-Report der Österreichischen Post hervor, der Ende des vergangenen Jahres veröffentlicht wurde. Ein großer Kuchen also, um den immer mehr Anbieter ringen – seit einigen Jahren auch online. Um ein wenig Klarheit in den Markt zu bringen, hat das Onlineaktionsportal wogibtswas.at beim Marktforschungsunternehmen MindTake die österreichische Flugblattstudie 2016 in Auftrag gegeben. 


Top bei Aktionen und Angeboten


Das Ergebnis: Flugblätter sind in Sachen Aktionen und Angebote immer noch das Top-Medium, 86,6 Prozent der Menschen informieren sich über entsprechende Sendungen. Onlineaktionsportale folgen mit deutlichem Abstand, erreichen aber immerhin schon 31,5 Prozent – in ausgewählten Branchen sogar deutlich mehr. Dass die Studie von einem Onlineaktionshaus beauftragt wurde, mag eine schiefe Optik haben, Geschäftsführer Oliver Olschewski aber kontert seinen Kritikern: „Ich glaube, diese Studie legt alle Daten klar offen. Hätten wir die Studie färben wollen, hätten wir nur einige wenige Daten veröffentlicht.“


Tatsächlich beinhaltet die veröffentlichte Studie eine Fülle an Daten. Diese zeigen, dass das Digitale auch im Flugblattbereich immer wichtiger wird, die klassische Wurfsendung aber noch längst nicht abgelöst hat. So sind Onlineaktionsportale bei den jungen Menschen deutlich beliebter als bei der Gesamtbevölkerung, aber auch von den 15- bis 29-Jährigen nutzen 82,3 Prozent Flugblätter. 43,9 Prozent informieren sich über Aktionsportale. „Wir wollen mit der Studie nicht sagen, dass das Flugblatt schlecht ist oder nicht genutzt wird. Wenn man sich aber die Zahlen genau ansieht, besonders bei den jungen Menschen, sieht man, dass sich da was tut. Es gibt einen ganz klaren Shift hin zum Thema Online“, sagt Olschewski. 


Handel kommt in Bewegung


Laut dem wogibtswas.at-Geschäftsführer habe sich der Markt zuletzt stark gewandelt. „Der Handel hat die Wichtigkeit von digitalen Flugblättern heuer erstmals erkannt. Da wurden bereits größere Investitionen getätigt und namhaftes Interesse bekundet. Wir haben zudem neuerdings Ansprechpartner, die sich hauptberuflich mit dem beschäftigen, was wir tun.“ Die Reichweite von den Onlineaktionsportalen sei inzwischen nicht mehr wegzudiskutieren, so Olschewski. 


wogibtswas.at ist in Österreich das größte Portal seiner Art und kam im Mai laut ÖWA auf 2,3 Millionen Visits. aktionsfinder.at, das Portal der Post, erreichte im selben Zeitraum 741.000 Visits. Zwischen diesen zwei Angeboten hat sich marktguru.at etabliert, das Angebot der ProSiebenSat.1 PULS 4-Gruppe lässt sich allerdings nicht von der ÖWA ausweisen. 

Studie einmal pro Jahr


Der Budget-Shift ist derzeit also in vollem Gange – wenn auch auf niedrigem Niveau. In Deutschland habe dieser schon stattgefunden, betont Olschewski. Dort gehen bereits heute fünf bis sieben Prozent des Flugblattbudgets in digitale Angebote. „Das Printflugblatt war lange die heilige Kuh, die im Handel einen hohen Stellenwert hatte. Auch, weil es einfach funktioniert.“ Inzwischen werde das Medium aber auch digital genutzt. Ersetzen werden die Onlineportale die gedruckten Flugblätter wohl eher nicht, das glaubt nicht einmal Olschewski. „Wir sind eine super Ergänzung und in den großen Städten werden wir auch eine gute Alternative sein.“ In Zukunft soll es die österreichische Flugblattstudie einmal pro Jahr geben – das soll den ständigen Vergleich der Daten ermöglichen.
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