Finom-Studie: Wien hat Aufholbedarf in Sachen...
 
Finom-Studie

Wien hat Aufholbedarf in Sachen geschäftliche Innovation

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Finom-Index zur geschäftlichen Innovation zeigt auf, welche Städte weltweit führend beim Entwickeln neuer Ideen und Lösungen für die Geschäftswelt sind und in welchen Branchen sie sich besonders hervortun: San Francisco belegt Platz 1, Wien Platz 73.

Wien mag die lebenswerteste Stadt der Welt sein, in Sachen geschäftliche Innovation scheint es aber Aufholbedarf zu geben. Das legt zumindest eine Studie der B2B-Finanzdienstleistungsplattform Finom.de nahe. Die Studie teilt die Innovationslandschaft in verschiedene Bereiche wie Forschung und Entwicklung, Start-up-Aktivität und verfügbare Finanzmittel, auf. Zugleich wird auch Innovation auf der Ebene einzelner Sektoren, zum Beispiel künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Fintech betrachtet.


Aus dem daraus erstellten Finom-Index zur Innovation im Geschäftsleben geht San Francisco als bestplatzierte Stadt hervor, gefolgt von Peking, New York, London und Boston. Paris ist die einzige EU-Stadt in den weltweiten Top 10. San Francisco besteche vor allem mit unternehmerischen Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie ihrem technischen Umfeld, so die Studienautoren. Boston führt bei den universitären Forschungs- und Entwicklungsausgaben und ist die führende Stadt für Innovationen im Bereich Biotechnologie. Peking führt den Index im Hinblick auf das Risikokapital und Innovation in den Bereichen KI und Lerninnovation an. London ist die höchstplatzierte Stadt im Hinblick auf Innovationen in den Bereichen Banking, Finanzdienstleistungen, Fintech sowie IT- und Softwareentwicklung. Berlin ist mit Rang 13 die beste deutschsprachige Stadt im Ranking.

Wien ist hingegen im letzten Drittel angesiedelt: Die österreichische Bundeshauptstadt erreicht nur Rang 73 von 100. Mit Leipzig (Rang 74) liegt nur eine deutschsprachige Stadt hinter Wien.

'Überraschend, dass EU zurückliegt'

"Wir wollten, dass die Studie Aufschluss gibt, welche Städte die Innovation in verschiedenen Branchen anführen, nicht nur dem Finanzbereich, zu dem wir gehören", so Finom-Mitgründer und CEO Yakov Novikov. "Einige der Ergebnisse waren zu erwarten, etwa die Dominanz Londons in der Fintech-Innovation und die hohe Bewertung von San Francisco bei den Innovationen in der Umwelttechnik. Überraschender war Pekings Führung bei den Innovationen in den Bereichen KI, maschinelles Lernen, Ausbildung und Mobilität, was zeigt, dass erhebliche strategische Investitionen in die Stadt fließen. Beijing belegt auch Platz eins bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung durch staatliche Organisationen und bei der Risikokapitalfinanzierung, die andeutet, wie viel Finanzierung für örtliche innovative Unternehmen zur Verfügung steht. Es ist zudem überraschend, dass die EU bei der geschäftlichen Innovation zurückliegt und nur eine einzige Stadt, Paris, in den weltweiten Top 10 unseres Index hat."

So wurde die Studie laut Finom durchgeführt:

Als Grundlage erstellte Finom eine anfängliche Auswahlliste mit den 200 größten und wichtigsten Orten in der Geschäftswelt und grenzte diese dann auf die führenden 100 Städte ein. Die Städte wurden anschließend anhand von zwei übergeordneten Aspekten geprüft. Der erste Aspekt betrachtet die Innovationsbereiche und umfasst eine Reihe von Unterfaktoren, die sich auf verschiedene Phasen des geschäftlichen Innovationsprozesses beziehen. Im Rahmen des zweiten Aspektes, der Branchen, wurde dann geprüft, welche Städte bei der geschäftlichen Innovation in den jeweiligen Branchen führen.

Für den ersten Aspekt, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben von Unternehmen, staatlichen Organisationen und Universitäten, wurde jede Stadt im Hinblick auf die zentrale Rolle, die die Forschung und Entwicklung bei der geschäftlichen Innovation spielt, geprüft.

Danach wurde das geschäftliche Umfeld an jedem der Standorte untersucht, um festzustellen, welchen Beitrag die Industrie zum örtlichen Bereich leistet. Dazu wurden insbesondere die Arbeitsplätze, die die Produktionsunternehmen und technischen Firmen jeder Stadt bringen, betrachtet und ob Unternehmen in diesen Bereichen ihren Hauptsitz in der jeweiligen Stadt haben. Das technische Umfeld wurde dann analysiert, um die Vielfalt und Reife dieses Bereiches in jeder der Städte zu messen.

Danach wurde ermittelt, wie viele seit 2010 gegründete Start-ups seit 2015 Förderungen in jeder Stadt erhalten haben, um abzubilden, dass Innovationen im Geschäftsleben oft von flexibleren Unternehmen ausgehen, die die Dinge umwälzen. Die Gesamtsumme des Risikokapitals, das die Unternehmen in jeder Stadt seit 2010 erhalten haben, wurde ebenfalls einbezogen, um die vor Ort verfügbare Unterstützung für innovativen Unternehmen zu messen.

Für den zweiten Aspekt analysierte die Studie die Größe des örtlichen Wirtschaftsumfeldes verschiedener Innovationssektoren, einschließlich künstlicher Intelligenz, Biotechnologie und Umwelttechnologie, um einzufangen, wie stark verschiedene Städte das Wachstum und die Entwicklung bestimmter Branchen dominieren.

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