Ferrero bekommt Domain "kinder.at" nicht
 

Ferrero bekommt Domain "kinder.at" nicht

Wegen eines Formalfehlers hat das Handelsgericht Wien den Antrag von Ferrero Österreich gegen die Internetfirma MediaClan auf eine einstweilige Verfügung zur Herausgabe der Domain "kinder.at" in erster Instanz abgewiesen.

Wegen eines Formalfehlers hat das Handelsgericht Wien den Antrag von Ferrero Österreich gegen die Internetfirma MediaClan auf eine einstweilige Verfügung zur Herausgabe der Domain "kinder.at" in erster Instanz abgewiesen.

Die erste Runde beim Streit um "kinder.at" konnte die Online-Agentur MediaClan für sich entscheiden. "Das Handelsgericht Wien hat den Antrag von Ferrero abgewiesen", so MediaClan-Anwalt Michael Pilz von der Kanzlei Freimüller/Noll/Obereder/Pilz. Ein Formalfehler der klagenden Partei habe den Ausschlag zu dieser Entscheidung gegeben. "Das Problem ist damit aber noch nicht behoben", ist sich Pilz bewusst. Der Anwalt rechnet mit einer neuerlichen Klage auf Herausgabe der Domain.



Der Hintergrund: Schon vor zwei Jahren hatte sich die Online-Firma MediaClan die umstrittene Domain sichern lassen, um ein Portal für Kinder und Eltern zu realisieren. Auch die österreichische Jungschar hat sich an diesem Projekt beteiligt. Am 29. November 1999 hatte Ferrero mit der Begründung, die Domain stelle eine Verletzung der von Ferrero geschützten Marke "Kinder" dar, eine Klage auf Unterlassung eingebracht. Laut Auskunft der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Zeiner & Zeiner ist "Kinder" bereits seit 1969 in den verschiedensten Kombinationen für Schokoladeprodukte geschützt.



Michael Pilz wird die durch die Entscheidung gewonnene Zeit dazu nutzen, eine Löschung der Ferrero-Marke "Kinder" zu erreichen. "Das Wort ‚Kinder' ist nicht monopolisierbar", so der Rechtsanwalt.

(rs)

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