Facebook holt Antonio Lucio von HP für Market...
 

Facebook holt Antonio Lucio von HP für Marketing

APA/AFP
Facebooks CPO Chris Cox räumte ein, dass Lucio die Verantwortung für das Marketing zu einem Zeitpunkt übernehme, an dem das Netzwerk am "Scheideweg" stehe.
Facebooks CPO Chris Cox räumte ein, dass Lucio die Verantwortung für das Marketing zu einem Zeitpunkt übernehme, an dem das Netzwerk am "Scheideweg" stehe.

Facebook hat den vakanten Posten des CMO mit Antonio Lucio besetzt. Der gebürtige Spanier hatte diese Funktion während der letzten drei Jahre bei HP inne und setzte dort vor allem auf Corporate Social Responsibility, um sein Unternehmen besser zu positionieren.

Der Posten des CMO war bei Facebook seit Jänner vakant, als der vormalige Marketingverantwortliche Gary Briggs im Schatten des Cambridge-Analytica-Skandals das Unternehmen verließ. Lucio soll nun mit 4. September übernehmen. Der Marketer hatte bei Hewlett Packard zuletzt einiges in Bewegung gebracht, indem er dort etwa neue Gleichberechtigungsleitlinien - zwischen Männern und Frauen einerseits, und für Mitglieder ethnischer oder gesellschaftlicher Mindheiten andererseits - durchsetzte und, seiner Job Description gemäß, tatkräftig nach außen kommunizierte. Davor war er an Spitzenpositionen im Marketing etwa für Pepsi und Visa tätig.

Zum Arbeitsbeginn streute Facebook CPO Chris Cox, einer der engsten Vertrauten von Firmenchef Mark Zuckerberg, dem 59-jährigen Lucio nach Kräften Rosen: Dieser sei eine "Naturgewalt", so Cox in einem Facebook-Posting, und habe sich als "weiser, großzügiger und tief prinzipientreuer Mensch" schon in seiner bisherigen Berufslaufbahn bewährt.

Facebook "am Scheideweg"

Facebook sei am "Scheideweg", räumte Cox in dem Posting ein: "Wir haben uns nie größeren Herausforderungen gegenüber gesehen." Nun gelte es, die "eigenen Produkte von Grund auf zu verbessern" und danach "nach außen das zu berichten, wovon wir innen alle wissen, dass es wahr ist". Briggs wurde in dem Posting mit dem Lob bedacht, dass er Facebook "gut über die ersten paar Kapitel" seiner Geschichte gebracht habe.

Lucio erklärte seinerseits in seinem Statement an US-Medien, die Sinnhaftigkeit und Möglichkeit, etwas bewirken zu können, seien seit jeher im Zentrum seiner Karriereentscheidungen gestanden - und Facebook sei einer jener Marken, mit der man auf der Welt am meisten bewirken könne. Auch er fügte jedoch hinzu, die Plattform stehe an einem "entscheidenden Punkt" in ihrer Firmengeschichte.

400 potenziell bedrohliche Apps gefunden

Zuletzt war bekannt geworden, dass Facebook seit dem Aufbrechen des Cambridge-Analytica-Skandals auf über 400 Apps innerhalb der eigenen Plattform gestoßen sei, die dasselbe Schädigungspotenzial haben könnten und diese vorläufig stillgeschaltet hat. Das jüngste Fundstück in dieser Hinsicht soll myPersonality gewesen sein, eine App, die ebenso wie Cambridge Analyticas "Magic Sauce" im Gewand einer spielerischen Anwendung daherkam, um an Userdaten zu kommen. Allein dieser Fall unterstreicht die Bedenken vieler User: Die potenzielle Bösartigkeit von MyPersonality dürfte erst jetzt entdeckt worden sein, die App war indes schon 2012 eingestellt worden.

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