Facebook-Bilanz: Offizielle Zahlen für Österr...
 

Facebook-Bilanz: Offizielle Zahlen für Österreich

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Noch kann Mark Zuckerberg sich über eine positive Bilanz freuen - die DSGVO könnte aber bald für Einbußen sorgen.
Noch kann Mark Zuckerberg sich über eine positive Bilanz freuen - die DSGVO könnte aber bald für Einbußen sorgen.

Im ersten Quartal hatte der Datenskandal noch keine Auswirkung auf den Umsatz von Facebook – in Österreich ist knapp die Hälfte der Bevölkerung aktiv.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 18/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

"Trotz wichtiger Herausforderungen haben unsere Community und unser Geschäft einen starken Start in das Jahr 2018 gehabt“, sagt Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Mit den „Herausforderungen“ dürfte vor allem der bekannte Datenskandal gemeint sein, der jedoch erst gegen Ende des vergangenen Quartals einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde und sich somit – wenn überhaupt – erst in der Bilanz zum aktuell laufenden Quartal manifestieren dürfte.

Der weltweite Umsatz von Facebook stieg im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 49 Prozent auf 11,96 Milliarden Dollar; der Nettogewinn legte um 63 Prozent auf über 4,9 Milliarden Dollar zu. Die Zahl der täglich aktiven User (DAU) stieg innerhalb eines Jahres um 13 Prozent auf 1,45 Milliarden an einem durchschnittlichen Tag im März; die Zahl der monatlich aktiven User (MAU) stieg ebenfalls um 13 Prozent auf 2,2 Milliarden. Mobile Werbeeinnahmen, vor einigen Jahren noch das große Sorgenkind des Konzerns, machen inzwischen 91 Prozent der Werbeeinnahmen im ersten Quartal aus, nach 85 Prozent im ersten Quartal 2017. Die positiven Zahlen kamen auch bei den Aktionären gut an; der Aktienkurs, der Ende März wegen des Datenskandals in Mitleidenschaft gezogen worden war, erholte sich nach Vorlage der Zahlen wieder ein wenig.

Facebook-Zahlen für Österreich

Auf Anfrage gibt Facebook auch aktuelle Zahlen für Österreich bekannt – hierbei handelt es sich um Eigenangaben, das Unternehmen nimmt bekanntermaßen nicht an unabhängigen Messungen wie der ÖWA teil. Demnach sind in Österreich 3,8 Millionen Menschen monatlich auf Facebook aktiv, 3,5 Millionen davon über ihre mobilen Endgeräte. Die Zahl der täglichen aktiven User (DAU) beläuft sich auf drei Millionen Österreicher, davon sind laut dem Unternehmen 2,7 Millionen Menschen in Österreich täglich mobil auf Facebook.

In Hinblick auf neue Features für Werbetreibende in Österreich werden Trip Considerations, sowie Dynamic Ads und Lead Ads for Auto genannt. Mit Trip Considerations können seit März 2018 Menschen angesprochen werden, die Interesse am Verreisen gezeigt, sich aber noch nicht für ein Reiseziel entschieden haben; mit den im November ausgerollten Auto-Werbetools können Fahrzeug-Händler und -Hersteller ihre Kunden besser adressieren. Im April wurde zudem in manchen europäischen Ländern, darunter Österreich, die Facebook-App „Local“ ausgerollt; mit dieser soll die Vernetzung von Freunden sowie die Planung von Events basierend auf geobasierten Daten besser gelingen. Auf der eigenen Entwicklerkonferenz F8, die diese Woche in San Jose stattfand, präsentierte der Konzern weitere Funktionen, welche früher oder später den Weg nach Europa finden sollen. Dazu gehört zum Beispiel ein Dating-Feature, das von Marktbeobachtern als klarer Angriff auf Tinder gewertet wird – dieses Tool zum „Aufbau echter Beziehungen“ soll für die Nutzer optional und komplett von bestehenden Facebook- Profilen von Personen getrennt sein.

Über all dem schwebt jedoch das Damoklesschwert DSGVO – was dem Konzern durchaus bewusst ist: Finanzvorstand David Wehner betonte in einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalsbilanz, dass die neuen Datenschutzregeln in Europa Auswirkungen auf die Zahl der monatlich und täglich aktiven User sowie auf den Umsatz haben könnten.

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