Exekutive will mit Polizei-TV für Transparenz...
 

Exekutive will mit Polizei-TV für Transparenz sorgen

Unsplash/Nico Beard
Wie bereits in den vergangenen Jahren setzt die Polizei auch heuer wieder auf Twitter.
Wie bereits in den vergangenen Jahren setzt die Polizei auch heuer wieder auf Twitter.

Anlässlich der Diskussionsveranstaltung "Einsatz von neuen Medien bei polizeilichen Großveranstaltungen" wurde erstmals öffentlich das bereits gegründete Polizei-TV und der dazugehörige YouTube-Kanal "Polizei Österreich bewegt" präsentiert.

Damit wolle man "darstellen, wie die Polizei arbeitet", erläuterte Polizeipräsident Gerhard Pürstl. Zwei Polizisten sind bereits für Polizei-TV abgestellt, insgesamt vier sollen es werden. Gedreht werden soll auch beim kommenden Akademikerball, Videos sollen bereits am Samstag verfügbar sein. Welche Bilder dafür ausgewählt werden, entscheide der Führungsstab. Und "der Führungsstab bin ich", betonte der Polizeipräsident. "Geschönte Bilder" wolle die Polizei keinesfalls schaffen, auch "nicht beeinflussen", vielmehr sei das Angebot "eine Ergänzung und Unterstützung" und man wolle "objektiv berichten", sagte Pürstl.

Für Franz C. Bauer, Vorsitzenden der Journalistengewerkschaft, ist es ein "tolles Angebot", das "substituiert aber nicht die Arbeit der Journalisten", betonte er. Moderatorin Brigitte Handlos, Chronik-Ressortleiterin des ORF-Fernsehens, sprach von "Polizei-Promotion". Für Florian Klenk, Chefredakteur des Falters, geht mit Polizei-TV eine "Tür auf in einen Bereich, der nicht Polizeiarbeit, sondern unsere Arbeit ist". Dass sich Polizeipressesprecher in mediale Berichterstatter verwandle, "bereitet mir Unbehagen", meinte Klenk. Für Katharina Schell, Mitglied der Chefredaktion der APA, agieren damit "Nicht-Medien-Akteure als Medien".

"Marketing muss zulässig sein"

"Marketing muss zulässig sein", forderte Pürstl. Mit Polizei-TV wolle man "die Arbeit der Polizei transparent für den Bürger verkaufen", kündigte er an. Auch sei man an alle Rechte und Pflichten gebunden, wie alle anderen Privatfernsehsender auch, meinte Pürstl. Gezeigt werden soll jedenfalls die Arbeit der Polizei anlässlich des Balls, in der Hofburg selbst will die Exekutive nicht filmen. "Wir sind nicht Society-Berichterstatter von einem Ball", bekräftigte Pürstl. In weiterer Folge sollen diverse Polizeieinheiten in Videos vorgestellt werden, auch Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wird von den Polizei-Kameramännern begleitet.

Wie bereits in den vergangenen Jahren setzt die Polizei auch heuer wieder auf Twitter. Darin sieht Pürstl "eine Serviceleistung für andere". Man könne über den Twitter-Account auch Fakten richtigstellen. Bauer appellierte dazu, dass Journalisten darauf achten, dass Tweets der Polizei natürlich "aus einer bestimmten Richtung" kommen. Für Social-Media-Aufgaben hat die Wiener Polizei bereits zwei Mitarbeiter, im Endausbau sollen sich künftig sechs Personen um Facebook und Co. kümmern.
stats