EU-Kommission prüft Apple-Übernahme von Shaza...
 

EU-Kommission prüft Apple-Übernahme von Shazam

APA/AFP
Die Kommission warnt vor Apples Zugang zu "sensiblen Kundendaten" aus Europa nach der Übernahme von Shazam.
Die Kommission warnt vor Apples Zugang zu "sensiblen Kundendaten" aus Europa nach der Übernahme von Shazam.

Die EU-Kommission hat ein vertieftes Prüfverfahren wegen der Übernahme der Musikerkennungs-App Shazam durch Apple eingeleitet. Der Antrag dazu kam aus Österreich.

Die Übernahme von Shazam durch Apple ist nach Ansicht der Kommission heikel genug für eine eingehende Prüfung nach der EU-Fusionskontrollverordnung. Shazam hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich. Die Kommission hat Bedenken, dass die Fusion die Wahlmöglichkeiten für Nutzer von Musik-Streamingdiensten einschränken könnte.

In einer Aussendung der Kommission wird Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit den Worten zitiert, man wolle durch die Untersuchung "sicherstellen, dass Musikliebhaber auch weiterhin ein attraktives Angebot an Musik-Streamingdiensten nutzen können und ihre Auswahlmöglichkeiten aufgrund dieses geplanten Zusammenschlusses nicht eingeschränkt werden.“

"Zugang zu sensiblen Kundendaten"

Eine erste Marktuntersuchung der Kommission habe "in Bezug auf die Kombination von Shazams starker Position auf dem Markt für Musikerkennungs-Apps und Apples Stellung auf dem Markt für Musik-Streamingdienste verschiedene Fragen aufgeworfen", hieß es. Jedenfalls handle es sich um zwei "große Akteure der digitalen Musikindustrie, die "hauptsächlich in sich gegenseitig ergänzenden Geschäftsbereichen tätig sind". Apple Music sei inzwischen der zweitgrößte Streamingdienst in Europa, Shazam in weltweit führender Position.

Die Kommission verhehlt nicht, dass sie "befürchtet", Apple könne "nach der Übernahme von Shazam Zugang zu wirtschaftlich sensiblen Kundendaten konkurrierender Anbieter auf dem EWR-Markt für Musik-Streamingdienste erlangen". Apple könne damit nicht nur über Shazam Kunden gezielt zum eigenen Streaming lenken, sondern auch abseits der eigenen Daten aufgrund derer Vorlieben anlocken.

Apple wollte Österreich als Tor in die EU nützen

Der Antrag zu dem Verfahren kam von Österreich, Frankreich, Island, Italien, Norwegen, Spanien und Schweden. Apple hatte die geplante Übernahme zunächst in Österreich zur Genehmigung angemeldet, da die Transaktion die Umsatzschwellen der EU‑Fusionskontrollverordnung nicht überstieg. Die Kommission muss die Causa nun bis zum 4. September entscheiden. Der weitaus überwiegende Teil aller Firmenfusionen in Europa wird ohne "eingehende Prüfung" genehmigt.

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