Ein Gigant betritt die Online Bühne
 

Ein Gigant betritt die Online Bühne

UIM United Internet Media Austria vermarktet das Portal GMX.at ab 1. Jänner in Eigenregie – United Internet Media AG-Vorstand Matthias Ehrlich und Wien-Manager Christopher Sima: „The fine Arts of digital Media“.

Langfassung der Interviews in HORIZONT 49-2010.

HORIZONT: GMX.at, bisher von Goldbach Audience vermarktet, wird ab 1. Jänner einen neuen Alleinvermarkter haben – UIM United Internet Media Austria. Seit wann ist Österreich geschäftlich im Fokus?  


Matthias Ehrlich: Wir hatten schon lange über GMX – das steht ja für Global Message Exchange – den österreichischen Markt im Blick. Österreich war von Anfang an die wichtigste Plattform für GMX ausserhalb von Deutschland. Wir haben lange Jahre unseren Schwerpunkt auf die Mail-Seite gelegt und uns weniger um das Portal gekümmert. Das war lange nicht im Fokus. Vor drei, vier Jahren konnten wir sehen, dass der österreichische Online-Werbemarkt so richtig startet, sodass wir gesagt haben: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir ein Umfeld schaffen müssen rund um das reine Freemail, wo wir Content haben, der speziell österreichisch orientiert ist. Damals lag das  Vermarktungsmandat für GMX.at bereits bei AdLink (heute Goldbach Audience, Anm.hs) und wir haben dann als ersten Schritt mit derStandard.at einen kompetenten, hochwertigen Content-Lieferanten eingebunden, der komplett die österreichische Nachrichtenseite abgedeckt hat. In der Zusammenarbeit mit AdLink haben wir auch sehr schnell gemerkt, dass im österreichischen Markt Zug drin ist. So haben wir vor zwei Jahren mit Christopher Sima eine eigene österreichische Gesellschaft – zunächst als Büro –  gestartet. Das hat seinen Grund auch in einer Besonderheit des österreichischen Marktes: Hier in Österreich werden die wichtigen Online-Medien alle selbst vermarktet. Die Vermarktung ist ein Teil des Mediums – was aus unserer Sicht ganz richtig ist. Wir glauben, dass ein Medium mehr anbieten muss als nur Flächen. Wir haben das also ausprobiert und gesehen, dass wir erfreuliches Wachstum hatten.  

HORIZONT: Das lief also parallel mit AdLink/Goldbach?  

Christopher Sima: Zuerst unterstützt, in 2009 dann einiges schon parallel mit AdLink vermarktet. Aber die Entwicklung ist dermassen erfreulich, dass es klar war: Das muss United Internet Media selbst machen. Wir hatten einen Vertrag mit der Goldbach Gruppe, der Ende 2010 endet. Für die United Internet Media ist wichtig, dass wir für GMX hier vor Ort sagen können: Der Brand GMX passt in den Werbemarkt, die Umsatzsituation ist dermassen positiv, dass United Internet Media nachhaltig in den Markt kommen muss und investieren soll. Wir wollen so die Position von GMX als eines der größten Online-Medien deutlich machen und unser Inventar, unsere Technologie, unser Targeting aus eigener Hand anbieten und steuern.
Wir haben in den letzten vier Monaten vier neue Mitarbeiter aufgenommen und starten am 1. Jänner als Alleinvermarkter. Wir haben im letzten Halbjahr mit AdLink partnerschaftlich diese Übernahme organisiert und durchgeführt. AdLink ist ja stark im Agenturservice und vertreibt dort unsere Standardprodukte, wir hatten bisher die Steuerung; United Internet Media ist sehr stark lösungsorientiert und arbeitet auch mit Direktkunden. Diese Synergien haben so gut funktioniert, dass ich berichten kann, dass GMX im letzten Quartal 2010 teilweise völlig ausgebucht ist – trotz unseres großen Inventars.
Ab Jänner bedienen wir aus UIM United Internet Media Austria heraus beide Kanäle selbst, insbesondere glauben wir, dass United Internet Media den Agenturen den Premium-Content, den wir haben, wesentlich strukturierter und Lösungsorientierter anbieten kann. Und wir haben einfach auch erklärungsbedürftige Technologien, es ist ja nicht so, dass GMX nur ein paar Banner bietet.  

HORIZONT: United Internet Media wird dann auch in eigener Sache, unter eigener Homepage, auftreten?  

Sima: Das ist ein gutes Beispiel, wie wir auch hier Synergien nutzen können: Wir müssen keine eigene teure technische und personelle Infrastruktur für die Vermarktung aufbauen, denn die besteht ja bereits in Deutschland. Dort haben wir die Technologien, die Strukturen und die Prozesse. Das alles besteht und muss eventuell fallweise adaptiert werden – und wir können lernen. Pressearbeit und Marketing sitzt in München, auch nicht weit weg.
Das heisst also: Produktmanagement, Kampagnendisposition, Reporting, Rechnungslegung und Buchhaltung müssen wir nicht hier in Wien replizieren, sondern können wir über die Infrastruktur in Deutschland abwickeln. Aber Beratung, Kundenbetreuung, Key Account Management – das findet hier in Wien statt.  

HORIZONT: Wofür steht United Internet Media, was ist das Geschäftsmodell?
 

Ehrlich: Wir haben den ganz großen Vorteil, Vermarkter eines Services zu sein, der im Internet, wenn man es richtig macht, immer für Reichweite steht: Mit Mail haben wir eine zentrale Grundlage dafür, ganz große Reichweiten erreichen zu können und gleichzeitig, das ist wichtig, auch hohe Wochenreichweiten. Also hohe Nutzerfrequenzen. Das ist unser Vorteil gegenüber den umfeldbezogenen Medien. Dazu haben wir in den letzten Jahren rund um das E-Mail-Angebot zusammen mit externen Partnern ein Inhalteangebot zu vielen, vielen Themen aufgebaut, sodass wir klassische Portale Inhalte anbieten können, die uns die Besten der Branche liefern.
Wir haben also nicht nur die E-Mail-Nutzung, sondern dadurch auch eine hochfrequente Nutzung von redaktionellen Inhalten.
In einigen Bereichen haben wir sogar Themenführerschaft im Hinblick auf die Nutzerreichweite erreicht.
Der nächste Schritt war, dass wir bei der Technologie den Anspruch haben, auf Weltniveau mitzuspielen. So werden wir im Targeting beispielsweise laut Branchenerhebungen in Deutschland vor Yahoo und MSN oder nugg.ad gereiht. Mit diesen eigenen Technologien, so auch für Video, für Seitenoptimierung und so weiter, haben wir bei uns die Möglichkeiten der Aussteuerung von Werbebotschaften auf bestimmte Zielgruppen und der Optimierung für den Kunden schon geschaffen, die andere Vermarkter typischerweise nicht haben. So können wir auf einem Niveau wie die Weltmarktplayer spielen, sind aber extrem konzentriert auf unsere nationale und lokale Verankerung. Und wir haben bisher allen Versuchungen widerstanden, in die breite Vermarktung zu gehen, also den reinen Media-Handel.
Wir sind Spezialisten für die hochmargige, optimierte Vermarktung von Eigen-Media und haben die Möglichkeiten, diese Medien selbst zu bauen, selbst zu optimieren und für Kunden Dinge zu tun, die man eben nur dann bekommt, wenn man die Medien selbst ‚anfassen‘ kann. So gehen wir auch in Österreich vor: Wir haben uns angeschaut, wie wir die hohe E-Mail-Nutzung in eine allgemeine Nutzung des Portals überführen können – das hat hervorragend geklappt in den letzten zwei Jahren. In der Folge ist das österreichische Wachstum das stärkste Wachstum auch wirtschaftlich in unserem Kanalportfolio in den letzten zwei Jahren; wir konnten dreistellige Wachstumsraten produzieren, wo etwa in Deutschland schon erste Sättigungen zu sehen waren.
Das Ganze funktioniert über mehrere Ebenen: Über E-Mail kommen Nutzer, über Content-Partner, die wir einkaufen, holen wir uns redaktionelle Kompetenz – und über Service-Partner, beispielsweise für Job-Börse, Freunde-Suchen und so weiter – kooperieren wir mit starken Anbietern, die von uns die hohe Frequenz bekommen und uns dafür bezahlen. Unser Konzept integriert unter dem Portal-Gedanken alle diese Angebote so harmonisch, dass der User von GMX zu einer maximalen Nutzung angeregt wird.  

HORIZONT: Nun ist E-Mail das Herzstück – wie lange gibt´s das noch, wenn Facebook & Co. diese Form integrieren will?  

Ehrlich: Sie müssen unterscheiden: Zuckerberg spricht im Zusammenhang von Facebook richtigerweise von Messenger-Diensten. Der entscheidende Punkt ist: Einerseits gibt es eine Art öffentliche Kommunikation über Sites wie Facebook. Auf der anderen Seite gibt es und bleibt der Bedarf nach nicht öffentlicher, vertraulicher Kommunikation. Wir stellen beispielsweise aufgrund von Messungen von Nielsen in den USA fest, dass intensive Facebook-Nutzer noch intensivere E-Mail-Nutzer sind. Nun spielen in den USA Datenschutz und privacy issues bei weitem nicht die Rolle wie bei uns in Europa. Wir als E-Mail Anbieter profitieren von den Datenschutzanforderungen unserer Nutzer: Wir lesen bei GMX nicht die E-Mails aus. Google bietet auf Basis des Inhalts persönlicher E-Mails Werbung an – das werden Sie bei uns nicht finden und auch nicht kriegen. Die E-Mail ist sakrosankt.  

HORIZONT: Die Post-Unternehmen steigen mit dem neuen E-Post-Angebot in Euren Markt ein?  

Ehrlich:
Auch das ist etwas Additives: Was in Deutschland mit der E-Post oder bei United Internet mit dem De-Mail-Angebot als staatlich geförderter E-Mail-Dienst gebaut wird, soll Rechtssicherheit in Form bspw. einer E-Mail ‚mit Rückschein‘ schaffen, mit sehr, sehr hohen Sicherheitsanforderungen, und wird – entscheidender Punkt – etwas kosten. Es wird also auch hier einen zweigeteilten Markt geben mit E-Mails, die etwas kosten, aber eine noch höhere, gegebenenfalls rechtsverbindliche Sicherheitsstufe haben, und die staatlich garantiert sind. Damit entsteht ein neuer Markt, in den nahezu alle Postdienste gehen werden. Wir gehen selbst mit GMX und WEB.DE in diesen Markt.  

HORIZONT: Stichwort Euer Portfolio – WEB.DE, SmartShopping.de, 1&1…?  

Ehrlich: GMX und WEB.DE waren historisch und sind in Deutschland die größten E-Mail Anbieter. Vor vier Jahren wurde WEB.DE an United Internet verkauft und damit kamen die beiden deutschen Marktführer unter ein Dach. In Österreich ist dafür kein Bedarf, weil GMX.at eine dermassen starke Stellung hat, dass wir uns 100-prozentig darauf konzentrieren werden. GMX ist auch die Marke, mit der wir auch in der Schweiz tätig sind und die wir weltweit entwickeln wollen. GMX ist unsere Speerspitze und Mailmarke im weltweiten Wettbewerb.
Mit SmartShopping.de haben wir eine Shopping-Marke, die auch in Österreich tätig ist, zur Produktesuche aus unterschiedlichen Angeboten – im Prinzip ein Preisvergleichs-Portal.
top.de ist ein Content-Angebot, das wir gemeinsam mit dem Springer-Verlag, dem größten deutschen Verlagshaus, gebaut haben: Der Springer-Verlag und die United Internet Portale kommen da zusammen und sagen ‚Ihr könnt Redaktion – wir können Reichweite‘. Das haben wir in einem eigenen neuen Brand, top.de, zusammengefügt und sind innerhalb von anderthalb Jahren auf dem besten Weg, mit top.de das Nummer-Eins Society-Portal in Deutschland zu werden (vor bunte.de und gala.de, Anm.hs). Das heisst: Es funktioniert. Guter Inhalt verknüpft mit unserer Reichweite kann in erstaunlich kurzer Zeit an die Spitze führen. Das ist auch ein Angebot an Verleger: Wir können Verlagen die Möglichkeit bieten, unsere hohe Frequenz, den Strom der Nutzer, die täglich und wöchentlich kommen und die man mit Verlagsangeboten allein nicht kriegt, mit Content-Hinweisen – das ist der entscheidende Punkt –, die wir bei uns einbauen, ihren Medien-Angeboten zuzuführen. In solchen crossmedialen Kooperationen sehen wir, auch unter dem Gesichtspunkt des globalen Wettbewerbs, die Zukunft.  

HORIZONT: Dann gibt´s noch 1&1?  

Ehrlich: Das ist die Marke für Telekommunikation. Mit der Marke 1&1 sind wir Nummer Zwei im deutschen Markt im Bereich DSL und seit Kurzem auch in den Mobilfunkmarkt eingestiegen. Das ist das Portal für unsere deutschen 1&1 Kunden.  

HORIZONT: Wo überall ist United Internet Media aktiv?
 

Ehrlich: United Internet Media arbeitet in Deutschland und Österreich mit eigenen Kräften, in der Schweiz weiterhin mit Goldbach Media. In den USA haben wir gerade den viertgrößten Mailanbieter mail.com gekauft – das soll wegen des Namens unsere globale Mail-Marke ausserhalb des D.A.CH-Gebietes werden und wird in den nächsten Monaten entsprechend um- und ausgebaut. Ansonsten sind wir als United Internet Media über eine Kooperation mit der France Telekom/Orange und weiteren führenden Online- und Portalanbietern in 60 Ländern der Erde im AD Europe-Verbund tätig.
AD Europe ist ein Werbenetzwerk mit einer globalen Reichweite von 600 Millionen Menschen in der ganzen Welt und ausserhalb der englischsprachigen Welt das führende Display-Werbenetzwerk der Erde.
Das ist für uns sehr wichtig: Wir kooperieren mit Marktführern in den jeweiligen Ländern, weil wir glauben, dass Marktführer die Besonderheiten der jeweiligen Länder aufnehmen und nicht wie die globalen Yahoos weltweit Abklatsche US-amerikanischer Angebote produzieren.
Wir glauben trotz einer globalisierten Internetwelt an das Autochtone, das Kulturidentische in einem Land. Darauf beruht mit Sicherheit unser Erfolg: Weil wir, wie hier in Österreich, mit GMX.at ein österreichisches Portal aufgebaut haben und einen österreichischen Vermarkter installiert haben, der die Besonderheiten des österreichischen Marktes und dessen Anforderungen übersetzen kann.    

GMX.at (www.gmx.at)
GMX steht für Global Mail Exchange - ist das größte Kommunikations- und Serviceportal im österreichischen Internet (33,9 Prozent Reichweite laut ÖWAplus 2010-II). Neben dem beliebten GMX E-Mail-Dienst – einer der erfolgreichsten Kommunikationsdienste im deutschsprachigen Internet – stellt GMX.at seinen Nutzern täglich aktuelle Nachrichten aus den Bereichen Politik, Sport, Finanzen, Panorama und Kultur, zahlreiche Online-Dienste und -Services wie Wetterinformationen für alle Bundesländer und das TV-Programm sowie umfangreiche Themen- und Shoppingwelten zur Verfügung. Mit seinem vielseitigen Portal, innovativen, umfeldintegrierten Werbeformaten und leistungsstarken Targetinglösungen zur effektiven und effizienten Zielgruppenansprache bietet GMX.at werbetreibenden Unternehmen eine hochwertige Werbeplattform mit einem reichweitenstarken Zugang zu attraktiven, kaufkräftigen Nutzergruppen. GMX ist eine der Kernmarken der börsennotierten United Internet AG (ISIN DE0005089031) und wird ab 1. Jänner 2011von der UIM United Internet Media Austria GmbH (http://united-internet-media.at), Wien vermarktet. Managing Director Christopher Sima ist seit April 2009 bei UIM; davor war Sima seit 2002 Mitglied der Geschäftsführung bei der Goldbach Austria (dem vormaligen Vermarkter von GMX.at).  

www.united-internet-media.de
United Internet Media – The fine Arts of digital Media:
Im gesamten – börsenotierten - Konzern United Internet sind 4.600 Menschen in 17 Ländern beschäftigt. UIM ist weltweit die Nummer Eins im Hosting, Nummer Zwei in Deutschland bei DSL und im Portalgeschäft in Österreich mit GMX.at unter den Top Drei und in Deutschland Nummer Eins - und damit das größte Internet-Unternehmen Europas.
United Internet Media steht für die konsequente Verknüpfung von Klassik mit den innovativen Gestaltungsmöglichkeiten digitaler Technologie und damit für einen neuen Reifegrad der Online-Werbung: „The fine Arts of digital Media“.
Als Drehscheibe zu rund 22 Millionen deutschsprachigen, über 230 Millionen europäischen und über 600 Millionen Internetnutzern in 60 Ländern weltweit bietet der Mediavermarkter der konzerneigenen Online-Angebote und -Kooperationsangebote der United Internet AG – WEB.DE, GMX, 1&1, SmartShopping.de sowie top.de – mit seinen Portalen und AD Europe Partnerportalen die globale Vielfalt neuer Medienwelten aus einer Hand (one-stop-media-shopping).
Das Unternehmen unterhält Standorte in Karlsruhe und München und Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf, London und Wien.  
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