Disney präsentiert Portfolio für Streaming-St...
 

Disney präsentiert Portfolio für Streaming-Start

The Walt Disney Corporation
Die Ankündigungen, wann der Streaming-Kanal nach den Niederlanden als einzigem europäischem Land zum Start im November auch in anderen EU-Ländern verfügbar sein soll, blieben vage.
Die Ankündigungen, wann der Streaming-Kanal nach den Niederlanden als einzigem europäischem Land zum Start im November auch in anderen EU-Ländern verfügbar sein soll, blieben vage.

Das Disney-Fanclub-Treffen D23 im kalifornischen Anaheim hat der Entertainment-Konzern dieses Wochenende gewählt, um den Start für das Streaming-Service "Disney +" zu konkretisieren. Zahlreiche bisher unbekannte Eigenproduktionen wurden präsentiert, parallel erfolgte der Startschuss zu den Marketing-Aktivitäten.

Der Schuster bleibt bei seinen Leisten: Disney+ fokussiert erwartungsgemäß stark auf Fiction, aufgeteilt auf die hauseigenen Marken Disney, Marvel Studios und Star Wars. Großen Jubel unter den anwesenden Disney-Fans erntete allerdings auch die Ankündigung des Infotainment-Formats "The World According To Jeff Goldblum", in dem der Hollywood-Veteran in jeder Folge einen Alltagsgegenstand oder ein Alltagsphänomen beleuchten wird. Sehr auf US-Klientel zugeschnitten wird die Serie "Encore" sein, die High-School-Abiturienten wiedervereinen soll.

Die Marke Disney wird, neben bisher schon angekündigten Eigenproduktionen, etwa durch eine Serien-Version des Dauerbrenners "High School Musical" vertreten sein, sowie durch ein Computer-animiertes Remake des Zeichentrickklassikers "The Lady And The Tramp" und, passend zum Start am 12. November, den Weihnachtsfilm "Noelle", der von einer gleichnamigen Tochter des Weihnachtsmanns handelt. Punkten will man vor allem aber mit dem gesamten Back Catalogue aus Jahrzehnten von Kino-Blockbustern, auch der Pixar-Studios, die zudem eine auf der "Monster AG" basierende Serie beisteuern werden.

Marvel-Serien als Versuchsballons für Kino-Blockbuster

Den Großteil des Serien-Contents werden jedoch die Marvel-Studios bestreiten, mit Spin-Offs zu bereits bekannten Serien sowie Neuentwicklungen; etwa She-Hulk, die dem bekannten grünen Muskelprotz eine Anwältin in Rage als weibliches Analogon gegenüberstellt. Marvel-Studios-Präsident Kevin Feige ließ bei der Präsentation am Rande auch durchblicken, dass man in den Serien strategisch neue Figuren einführen werde, um die beim Publikum beliebtesten dann zu neuen Hauptfiguren für Kinoserien zu machen.

Star-Wars-Fans werden durch den neuen Streaming-Kanal mit einer wahren Flut von Neuproduktionen eingedeckt. Nicht nur wird es die bereits angeteaserte Serie "The Mandalorian" geben, sondern auch eine Fortsetzung der Trickfilmserie "The Clone Wars", ein eigenes Serien-Spinoff zu "Rogue One" und, das allerdings erst im Jahr 2020 oder später, eine Serie mit Ewan McGregor, in der dieser seine Rolle als Obi Wan Kenobi wiederaufleben lässt. Der kommende Abschlussfilm der jüngsten Star-Wars-Trilogie (Episoden VII bis iX) soll einen Monat nach dem Kinostart auf dem Streaming-Kanal zur Verfügung stehen, ließ Disney sich im Hinblick auf künftige Vertriebsstrategien in die Karten schauen.

Marketingwelle ist angerollt

Parallel zu den Ankündigungen auf der D23 startete akkordiert auch das konkrete Marketing für den Streaming-Kanal. Die bis zum Wochenende noch eingefrorene Präsenz von Disney+ auf Twitter und Facebook wird ab nun kontinuierlich bespielt. Vage blieben weiterhin die Angaben, wann der Kanal in welchen Territorien und Ländern startet. Gleich von Anfang an dabei sind neben den USA auch Kanada, Australien, Neuseeland und die Niederlande als einziges europäisches Land; das nicht nur, weil Niederländer an originalsprachlichen Content gewöhnt sind, sondern, wie angedeutet wurde, auch weil dort - im Unterschied etwa zu Großbritannien und Irland - die vertriebsrechtliche Situation einigermaßen unproblematisch ist. Weitere Länder sollen "rasch in den Monaten darauf" folgen. Auch auf technischer Seite laufen im Hintergrund offenbar noch Verhandlungen: Weder die Ausspielbarkeit auf Windows-Plattformen noch bei Smart-TVs etwa der Hersteller Samsung und LG sei bisher gesichert, hieß es.

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