Digitalsteuer: Fachgruppen-Obmann Marco Schre...
 

Digitalsteuer: Fachgruppen-Obmann Marco Schreuder kritisiert Google

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Quo Vadis Digitalsteuer? Google wälzt die Gebühren auf österreichische Kunden ab.
Quo Vadis Digitalsteuer? Google wälzt die Gebühren auf österreichische Kunden ab.

Google wälzt fünf Prozent auf Kunden ab.

Google hat damit begonnen, seine Kunden auf die neue, in Österreich seit 1. Jänner gültige Abgabe von fünf Prozent auf Einnahmen aus Onlinewerbung, vorzubereiten. Die grundsätzliche Idee ist, dass internationale Unternehmen wie Google, Amazon oder Apple auch dort Abgaben zahlen, wo Kunden beziehungsweise Nutzer von Dienstleistungen sitzen und die Unternehmen Umsätze erzielen. Nun wälzt der Internetriese die Gebühr auf seine Kunden ab und schlägt fünf Prozent auf jede Rechnungssumme auf. Demnach wird Google eine Gebühr von fünf Prozent an Werbetreibende für Anzeigen erheben, die Nutzern in Österreich angezeigt werden, unabhängig davon, wo auf der Welt sich der Werbetreibende befindet.

Experten halten es für nicht ausgeschlossen, das andere IT-Riesen wie Amazon und Facebook es Google gleich tun und ihre österreichische Online-Werbefläche künftig teurer vergeben. Bereits im Sommer 2019 warnte die Wirtschaftskammer davor, dass eine Digitalsteuer von den großen Internetkonzernen zur Gänze an den heimischen Handel weitergegeben würde und verwies auf ein Beispiel aus Frankreich, wo Amazon die dortige Digitalsteuer auf den Handel abwälze. Seitens der Wirtschaftskammer hielt man die geplante Digitalsteuer für „nicht treffsicher“. 

Dazu der Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation bei der Wirtschaftskammer Wien, Marco Schreuder: „Es war leider zu erwarten. Nicht Google wird die Online-Steuer bezahlen, sondern die österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer, die dort werben. Besonders tragisch ist ja, dass gerade kleine Unternehmen dort gerne werben, einfach weil sie die Möglichkeit haben auf Regionen oder Zielgruppen zu beschränken. Nun bezahlt also eine Friseurin aus Floridsdorf oder ein Malereibetrieb aus Bad Ischl diese Steuer, statt Google. Deshalb fordern wir, von der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation, die Einführung der digitalen Betriebsstätte, um für mehr Steuergerechtigkeit zu sorgen.“

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