Digitale Infrastruktur: 'Erheblicher 5G-Aufho...
 
Digitale Infrastruktur

'Erheblicher 5G-Aufholbedarf'

Arthur D. Little Austria
Karim Taga ist seit rund 20 Jahren als internationaler Berater mit Schwerpunkt im Telekom- und IKT-Bereich tätig.
Karim Taga ist seit rund 20 Jahren als internationaler Berater mit Schwerpunkt im Telekom- und IKT-Bereich tätig.

Technologie-Experte Karim Taga über rot-weiß-rote Infrastruktur-Baustellen, Wege zur digitalen Aufholjagd und wirksame Strategien über die Krise hinaus.

Die Zeichen stehen – verspätet, aber doch – auf eine rote-weiß-rote Aufholjagd in Sachen Digitalisierung. Mit Mitte des Monats wurde die Corona-bedingt verschobene zweite 5G-Auktion nachgeholt. Für den Managing Partner bei der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little Karim Taga ein längst überfälliger Schritt. So habe gerade der Lockdown den Wert und die Notwendigkeit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur verdeutlicht. Taga beschreibt im Interview mit HORIZONT die Digitalisierung in ihrer aktuellen Form als „2.0 Generation“ und „virtuelle Zusammenarbeit“.

Treiber hierfür ist für Taga vor allem, durch die Krise gelernt zu haben, remote zu arbeiten: „Weil wir dazu gezwungen waren.“ Er ortet einen nachhaltigen Trend, der sich noch lange über den Lockdown hinaushält. Schließlich würden sich Unternehmen nach diesem „unglaublichen Push“ für digitales Arbeiten fragen, ob es in Zukunft überhaupt noch physische Büroräume braucht oder ob ein Teil der Belegschaft nicht auch über Remote-Plattformen arbeiten könnte. Das würde für das Unternehmen Kosten senken und den Mitarbeitern eine „bessere Work-Balance“, etwa durch das Wegfallen von Anfahrtswegen, bringen, zeigt sich Taga überzeugt. Aber: Mit einem Zoom-Meeting alleine sei es nicht getan. „Um effizient zu arbeiten, muss man digitale Tools nützen, die ein ähnliches Erlebnis ermöglichen, so als ob man wirklich gemeinsam zusammenarbeitet.“

Im Glasfaser-Hintertreffen

Digitale Kollaborations-Tools wie Mural würden Face-to-Face-Meetings bereits – durchaus effizienter – ersetzen. „Jene Unternehmen, die diese Tools beherrschen, werden in Zukunft diejenigen sein, die digitale Transformation wirklich verstanden haben“, ist Taga überzeugt. Dabei sei der humane Faktor „extrem wichtig“, schließlich passiere „die digitale Transformation erstmal in den Köpfen der Mitarbeiter“. Und: „Nach dem ersten Schub durch Videokonferenzen kommt die nächste Welle – und die heißt: virtuell zusammenarbeiten und dem Mitarbeiter sehr stark das Gefühl geben, dass er wirklich dabei ist.“ Die passenden Tools stünden dafür schon bereit: „Heute ist es 3D, morgen wird es eine Brille mit Mixed Virtual und Augmented Reality geben, wo man das Gefühl hat, dass wir nebeneinander sitzen.“ Diese Produkte gebe es schon lange, bisher sei der Nutzen allerdings nicht unmittelbar sichtbar gewesen. Die Krise habe auch hier zu einer Beschleunigung geführt.

Um den Einsatz solcher Brillen zu ermöglichen, brauche es allerdings viel Bandbreite, betont Taga: „Ein solcher VR-Stream benötigt mindestens 20 bis 30 Megabit pro Sekunde, weil eine dreidimensionale Darstellung projiziert wird.“ Womit wir wieder bei 5G angelangt wären – und Österreichs Hintertreffen im internationalen Vergleich. Der standortstrategische Befund von Arthur D. Little im Rahmen des „Österreichischen Infrastrukturreports 2020“ attestiert der politisch propagierten Vision von Österreich als 5G-Vorreiter „Handlungsbedarf“. Der „Global 5G Leadership Index“ der Unternehmensberatung ergab, dass Österreich im Ausbau von 5G von Nachbarstaaten, etwa von Deutschland oder der Schweiz, bereits überholt wurde. Im Vergleich zu globalen 5G-­Vorreitern wie Südkorea und die USA bestehe mittlerweile „erheblicher Aufholbedarf“.

Die Wurzel des Übels: Österreich hinkt beim Glaserfaserausbau ­immer noch hinterher. In den aktuellen Zahlen des FTTH Councils vom Mai belegt die Alpenrepublik den letzten Platz – nur 1,9 Prozent aller Haushalte verfügen demnach über einen Glasfaserzugang wie FTTH oder FTTB. Auch Taga sieht bei Österreich in puncto Infrastruktur „klaren Aufholbedarf“. Die dahinterliegende Problematik verdeutlicht auch der „Speedtest Global Index“: Hier liegt Österreich bei Festnetzinternet mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 66,08 Megabit pro Sekunde auf dem 50. Platz der Welt, noch hinter Staaten wie Panama, Saudi-Arabien und Barbados.

Digital-Treiber für neue Segmente

Bei mobilem Internet schneidet Österreich mit 53.79 Megabit pro Sekunde auf Platz 13 deutlich besser ab. So recht Freude über das Ergebnis will hier bei Taga aber nicht aufkommen: Man bekomme hier nur eine „dezidierte Bandbreite“, weil sich alle, die über eine sogenannte Barstation versorgt werden, die Bandbreite teilen. Glasfaser dagegen biete „quasi unbegrenzte Geschwindigkeit&ldq

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