Digital Visibility: Alleinherrschaft für Amaz...
 
Digital Visibility

Alleinherrschaft für Amazon

Sundry Photography/stock.adobe.com

Welche Händler im Netz am sichtbarsten sind, fragten sich Handelsverband und Otago. Sieger in nahezu allen Bereichen: Amazon. Lediglich im Lebensmittelhandel gewinnt Billa, bei den Heimwerkern Obi.

Die A-Lage in der digitalen Welt heißt nicht Kärntner oder Mariahilfer Straße, es ist die erste Ergebnisseite der Suchmaschine Google. "Wer es dorthin nicht schafft, wird von den Konsumentinnen und Konsumenten schlicht nicht gesehen", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. "Für Erfolg im digitalen Handel braucht es mehr als einen Webshop. Entscheidend ist die Sichtbarkeit für potenzielle Kundinnen und Kunden. Je nach Altersgruppe recherchieren zwischen 64 und 80 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten vor dem Kauf von Produkten über Suchmaschinen."

Nach 15 Monaten Pandemie zeigt der Digital Visibility Report 2021, den der Handelsverband in Zusammenarbeit mit dem Onlinemarketing-Spezialisten Otago präsentierte, erneut welche Händler auf Google am besten sichtbar sind. Dabei wurden 50.000 Keywords anhand von rund 2 Mio. Datensätzen analysiert.

Amazon war schon im letztjährigen Ranking Platzhirsch in vielen Branchen, darunter Drogerie, Bücher und Sport. In diesem Jahr erobert der Quasi-Monopolist zusätzlich noch die ersten Plätze in den Bereichen Fashion (vor Zalando), Wohnen (vor XXXLutz) und Elektronik (vor MediaMarkt). "Insgesamt 30 Ränge hat der Pure-Onliner zugelegt – über alle Warengruppen hinweg", berichtet Markus Inzinger, Eigentümer von Otago.

Die wichtigsten Warengruppen

In der Kategorie Lebensmittel hat sich das Ranking der sichtbarsten Seiten im Vergleich zum Vorjahr besonders stark verändert. Wo 2020 die ersten vier Plätze mit großem Abstand von Rezeptplattformen dominiert wurden, sind 2021 Supermarktketten auf den Top-Platzierungen, angeführt von billa.at und interspar.at. An dritter Stelle folgt überraschenderweise auch in dieser Kategorie Amazon. Mit Trockenwaren, Konserven und Getränken mischt der Online-Händler nun auch den LEH auf.

Im Bereich Fashion lässt Amazon den Erstplatzierten von 2020 zalando.at mit enormem Abstand zurück. Auch deutsche Domains wie otto.de, aboutyou.de oder ladenzeile.de haben im Vergleich zu letztem Jahr einige Plätze gut gemacht.

In der Kategorie Drogerie, Kosmetik und Parfümerie hat bipa.at seine Sichtbarkeit im Vergleich zum Vorjahr sehr deutlich gesteigert und ist von Platz 8 auf Platz 2 aufgestiegen. Auch Müller hat zwei Plätze gut gemacht und befindet sich heuer in den Top 3.

Spezialisten punkten: Die Nische rockt

Dass die Suchmaschine sehr spezifischen Content belohnt, wird spätestens klar, wenn man die Top-Performer der Subkategorien betrachtet: Wer in Google eine Pflanze sucht, der kommt an baldur-garten.at und dehner.at nicht vorbei. In Sachen Sonnenbrillen ist weiterhin misterspex.at omnipräsent, und Zeitschriften gibt’s bei presseshop.at. Nicht immer sind die Größten auch die digital Sichtbarsten.

Dass SEO sich auszahlt und der Zug nie abgefahren ist, machen gleich drei Händler vor: Der Biohof adamah.at aus dem Marchfeld war 2020 gar nicht in den Charts vertreten, ist dieses Jahr aber auf Platz 9 bei Lebensmitteln. Interspar ist von Platz 14 auf Platz 2 gerückt und Unimarkt von 16 auf 5.

Der schnellste Weg an die Spitze: Vergleichsplattformen & Marktplätze

"Händler, die (noch) keine wettbewerbsfähige, organische Position in der Suchmaschine erreichen, können sich via Vergleichsplattformen und Marktplätzen eine gute Sichtbarkeit erkaufen", heißt es im Report. Branchenübergreifend erzielt – nach Amazon – idealo.at die besten Ergebnisse, gefolgt von ebay.at, ladenzeile.at und wogibtswas.at. Als einziger österreichischer Marktplatz findet sich – erstmalig – auch shoepping.at im diesjährigen Report.
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