Digital News Report: Facebook muss teilen ler...
 

Digital News Report: Facebook muss teilen lernen

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Kommentar von Jakob Steinschaden

Weiter harte Zeiten für Onlinemedien: Dem neuen „Digital News Report 2016“ des renommierten Reuters Institute zufolge sind die Österreicher eine besonders harte Nuss. ­Denn 2.000 einheimische Nachrichtenkonsumenten verwenden 26 Prozent Ablocker, aber nur sechs Prozent sind bereit, für digitale Newsangebote zu zahlen. Gratisnachrichten ohne Anzeigen, das wäre vielen am liebsten. Ist halt leider für die meisten nicht finanzierbar, vielleicht mit Ausnahme der Onlineangebote des ORF, die für 21 Prozent zur Hauptinformationsquelle geworden sind. Aber auch dabei bleibt es nicht: Für mittlerweile 35 Prozent der Leser von Onlinenews ist Facebook zur Nachrichtenquelle geworden, bei den Unter-35-Jährigen sind es sogar 49 Prozent.


Jetzt ist Facebook gefordert: Wenn es weiter den wertvollen Content der Publisher verbreiten will, muss es auch taugliche Modelle präsentieren, mit deren Hilfe Medien relevante Einnahmen einspielen können. Wenn das Social Network weiter Werbeeinnahmen in die USA absaugt, wird langfristig nicht mehr viel an teilbaren Nachrichtenin­halten übrigbleiben, die die Plattform für viele so nützlich machen. Mit Textbeiträgen, Videos und Livestreams könnte man ein Nachrichtenangebot alleine über eine Facebook-Seite zu betreiben. Da muss es auch Wege geben, die Journalisten dafür zu bezahlen.
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