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"Digital 2020"-Studie offenbart Social-Media-Vorlieben in Österreich

APA/dpa
Österreicher nutzen Social Media kürzer, aber dafür intensiver und "privater" als der globale Durchschnitt.
Österreicher nutzen Social Media kürzer, aber dafür intensiver und "privater" als der globale Durchschnitt.

Der jährlich erscheinende Global Digital Report der Social-Media-Agenturen Hootsuite und We Are Social hat wieder das Social-Media-Verhalten rund um die Welt quantifiziert. Einmal mehr stellt sich Österreich dabei als weit überdurchschnittlich "social" dar, mit speziellen Präferenzen hinsichtlich der einzelnen Social-Media-Plattformen.

Die global mit Hilfe mehrer staatlicher, unternehmerischer und NGO-Quellen erhobenen Zahlen beeindrucken: Bis Mitte des Jahres wird die Hälfte der Weltbevölkerung auf Social Media aktiv sein, schätzt die Studie. 60 Prozent verfügen bereits jetzt über einen Online-Zugang, in absoluten Zahlen 4,5 Milliarden Menschen, ein Wachstum von 300 Millionen Menschen innerhalb eines Jahres. Die durchschnittlich weltweit verbrachte Zeit im Internet ist auf sechs Stunden und 43 Minuten pro Tag angewachsen, wovon ungefähr 40 Prozent auf berufliche und 60 Prozent auf private Nutzung entfallen. Ein Drittel der Zeit wird demnach sowohl beruflich als auch privat auf Social Media verbracht.

Österreich ist aufgrund der Größe des Landes naheliegenderweise kaum auf relevanten Plätzen in den Statistiken vertreten, wenn es um absolute Zahlen geht - zum Unterschied davon aber sehr wohl, wenn es um den Bevölkerungsanteil geht, der Social Media nützt.Mit 88 Prozent Internet-Durchdringung, was im Ranking den 19. Platz weltweit bedeutet, sind auch die Voraussetzungen dafür gegeben. Die im Internet verbrachte Zeit von fünf Stunden und 25 Minuten hierzulande liegt allerdings deutlich unter dem Durchschnitt. Auch der mobile Anteil von zwei Stunden und 19 Minuten liegt unter dem globalen Schnitt von drei Stunden und 22 Minuten.

Weit überdurchschittliche Raten bei Instagram

Die 80 täglich in Österreich mit Social Media verbrachten Minuten (Durchschnitt 144 Minuten) werden offenbar intensiv genutzt, und das zu 33 Prozent beruflich (Durchschnitt: 43 Prozent). 45 Prozent nutzen Facebook, was etwa deutlich über dem deutschen Wert von 38 Prozent und dem globalen Schnitt von 32 Prozent liegt. In anderen Ländern liegen die Raten weit höher. Auf den Philippinen verfügen etwa 87 Prozent der Bevölkerung über 13 Jahre über einen Facebook-Account. Bei Instagram hingegen liegt der Österreich-Schnitt von 31 Prozent bei mehr als dem Doppelten des globalen Schnitts von 15 Prozent.

Bei LindedIn stehen österreichische 19 Prozent globalen zwölf Prozent gegenüber, bei Snapchat steht es 26 Prozent zu sechs, das allerdings vor dem Hintergrund einer generell überdurchschnittlich starken Präsenz des Portals in Westeuropa. Twitter ist in globaler Hinsicht mit Snapchat gleichauf, und auch in Österreich mit nur elf Prozent Nutzung weit weniger intensiv vertreten als andere Plattformen. Gerade in Österreich sind Social Media allerdings für Marken interessant: Mit 78 Prozent E-Commerce-Durchdringung liegt Österreich auf Platz zehn weltweit, gleichauf mit China, und in Europa nur von Polen, Deutschland, dem UK und Irland übertroffen.

Drei große Trends für Marken

Die drei großen Trends für Social-Media-Marketing, die die Studie aus den Entwicklungen ableitet, sind erstens eine neue Zurückhaltung in der Intensität von Social Media: Obwohl mehr Zeit dort verbracht werde, steige die Distanz. Als erstes Indiz dieses Phänomens wird etwa das Abgehen der Veröffentlichung von Likes durch die großen Plattformen angesehen. Marken müssten auf Social Media darauf reagieren und noch mehr auf Qualität statt Quantität setzen, lautet die entsprechende Forderung. Zweitens müssten Marken sich dem steigenden Grad an Desinformation durch vermehrte Transparenz und Offenheit stellen, heißt es. Drittens schließlich müssten Marken sich auf vermehrte staatliche oder multilaterale Regulatorien einstellen, die es zu beachten gelte.

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