Die Vermessung der Medienzukunft
 

Die Vermessung der Medienzukunft

Media+Lifestyle Summit in Zürs: Kommunikationsexperten diskutierten „Internet of Everything“ und die Folgen für den Datenschutz, sowie die Auswirkungen des Videobooms im Netz auf die europäische Medienlandschaft

Der fundamentale Wandel, den die Digitalisierung ausgelöst hat, erstreckt sich über sämtliche Bereiche des Lebens. Die Politik kann diesem Umbruch kaum gerecht werden, zu schnell geht die Entwicklung voran, zu sehr wird sie von US-amerikanischen Giganten dominiert.

Vor diesem Hintergrund ziehen sich seit acht Jahren Medien- und Kommunikationsexperten einmal im Jahr für zwei Tage ins Hotel Zürserhof am Arlberg zurück, um losgelöst vom Alltag über die Herausforderungen und Chancen der nahen Zukunft zu reflektieren. „Die Auswirkungen sind exponentiell. Unternehmen, die sich der digitalen Transformation nicht stellen, geraten unweigerlich in Gefahr, im Wettbewerb zu verlieren“, formulierte der Initiator des Zürser Summit, Medienexperte Rudi Klausnitzer, die Brisanz der Themen.

„Internet of Everything“

Das „Internet of Everything“ stand im Mittelpunkt des ersten Kongresstages. Experten wie Professor Alois Ferscha vom „Institut für Pervasive Computing“ an der Universität Linz, David Rowan, Chefredakteur des britischen Magazins „Wired“ und Siegfried Stepke vom Spezialdienstleister e-dialog skizzierten die Entwicklung: Vernetzte Mini-Computer würden sich zunehmend nahtlos in das alltäglliche Leben einfügen, vom Eiskasten bis hin zum Auto. Das Internet werde so zu einer Kommunikationsplattform zwischen Geräten und Produkten, ohne, dass es die Nutzer aktiv steuern. Gerade das Thema Datenschutz und Privatsphäre wurde am Arlberg sehr kontrovers diskutiert, wobei sich herauskristallisierte, dass es eines neuen gesellschaftlichen Konsenses bedürfe, der persönliche Daten auch als das persönliche Eigentum eines Users definiert.

Bewegtbild-Boom im Netz

„Do you speak visual?“ – war das Motto des zweiten Tages. Hintergrund: Das Internet wird zunehmend von der Nutzung her mobil und inhaltlich immer stärker von Videoinhalten geprägt. Eine riesige Chance, etwa für die Kommunikationschefin der ÖBB, Kristin Hanusch-Linser, die bei ihrer Informationsarbeit nicht mehr unbedingt auf klassische Medienkanäle angewiesen ist, sondern selbst Videos an Mitarbeiter oder die Öffentlichkeit verbreiten kann, was anhand konkreter Beispiele illustriert wurde. Der Bewegtbild-Boom im Netz wirft aber auch rechtliche Fragen auf, seien diese urheberrechtlicher oder wettbewerbsrechtlicher Natur. Ein Podium diskutierte genau diese Fragen unter reger Teilnahme des Publikums. So trafen etwa Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker, Marcin Kotlowski von W24 und der CEO  von Sony-Music-Entertainment (DACH), Philipp Ginthör, auf Andreas Briese von YouTube und nahmen die dominierende Videoplattform ins Visier.

In der nächsten HORIZONT-Ausgabe (13/2014) lesen Sie einen ausführlichen Artikel zum diesjährigen Media+Lifestyle Summit.
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