Die Hintergründe: Warum sich Foursquare so dr...
 

Die Hintergründe: Warum sich Foursquare so dramatisch verändert hat

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CEO Dennis Crowley erklärt persönlich, was dahinter steckt

Wer das Update von Foursquare diese Woche geöffnet hat, konnte die App nicht wieder erkennen. Alles neu, keine Check-Ins mehr, komplett überarbeitetes Aussehen bis hin zum Logo. Entsprechend groß war der Aufruhr online, wo mit harter Kritik nicht gespart wurde.

Was steckt dahinter? Weshalb so drastische Veränderungen? Warum stößt man Millionen von loyalen Usern so vor den Kopf, und macht im Grunde eine völlig neue Anwendung, bei der nur noch der Name gleich geblieben ist?

Gründer und CEO von Foursquare, Dennis Crowley, stand zu den Hintergründen der Weiterentwicklung am Donnerstag im The Social Hour Podcast bei Sarah Lane und Amber MacArthur persönlich Rede und Antwort. 

 

Vom Spiel zur lokalen Suchmaschine

Foursquare hat sich in den letzten beiden Jahren bereits sukzessive von den spielerischen Elementen mit Punkten und Badges wegentwickelt, und immer mehr Fokus auf lokale Empfehlungen und Tipps gelegt. Zentrales Feature war jedoch bisher immer der Check-In, auf Basis dessen die personalisierten Vorschläge für Restaurants, Bars, Cafés, und dergleichen erstellt wurden. 

Allerdings, so Crowley, hat der Check-In viele neue User von der Nutzung des Service abgehalten. Sie dachten, ohne aktiv einzuchecken, könnte sie Foursquare nicht verwenden. Dass eine lokale Suchfunktion mit Tipps und Empfehlungen von Freunden zur Verfügung stünde, war vielen von ihnen gar nicht bewusst.

Dieser neuen Art von Nutzern möchte Foursquare nun gerecht werden. Und gleichzeitig seinem ureigenen Gedanken Rechnung tragen: nämlich, den User zu aussergewöhnlichen Erlebnissen in der realen Welt hinzuführen. Hier sieht Crowley auch die zentrale Unterscheidung seines Services zu anderen lokalen Suchmaschinen, wie etwa Yelp. „Aussergewöhnliche, unterhaltsame Erlebnisse findet man an Orten wie Bars, Cafés, Restaurants, Kinos, Vergnügungsparks und ähnlichen Einrichtungen. Weniger bei Zahnärzten, Installateuren und Rechtsanwälten.“ so der Foursquare Gründer.

 

Check-In wird überflüssig

Bereits mit der Einführung von „Radar“ und Geo-Fencing Funktionen in der App weiß Foursquare zu jedem Zeitpunkt, wo sich der User gerade aufhält. Auch während die App gar nicht aktiv benutzt wird. Der Check-In, als Information, in welcher Lokalität ich mich gerade befinde, ist demnach völlig überflüssig. Wer ihn weiter haben möchte, um ihn beispielsweise zum Location-Sharing mit seinen Freunden zu benutzen, dem steht ab sofort die neue App „Swarm“ zur Verfügung. Für die lokale Suche allerdings, genügt das GPS des Smartphones, anhand dessen Foursquare den Aufenthaltsort (und auch die Aufenthaltsdauer) nun selbst ermittelt. 

 

Neue Geschäftsmodelle in Aussicht

Einen kleinen Ausblick auf die geplanten Geschäftsmodelle legt Crowley noch oben drauf. Wenn beispielsweise jemand Frequenz in seiner Bar haben möchte, soll er künftig Werbung dafür auf Foursquare schalten können. Die App weiß genau, für wen die Werbung interessant sein kann, weil sich der User gerade in der Gegend aufhält und seine Interessen sich mit dem Angebot des Werbers decken. Nur diese User sehen dann die Werbung und Foursquare ermittelt, ob sie tatsächlich in die Bar gehen. Wenn ein User dann laut dem GPS seines Smartphones Zeit in der Bar verbringt, fließt Geld. „Den Nachweis erbringen zu können, dass Werbung tatsächlich Frequenz vor Ort schafft, ist der heilige Gral der lokalen Suche!“ erklärt Crowley begeistert. 

 

Hoffentlich bleiben ihm nach dem holprigen Start in die neue Foursquare Zukunft noch User, die er bewerben und tracken kann. Das ganze Interview mit Dennis Crowley findet ihr hier ab Minute 14:15.

 

Was haltet ihr vom #NewFoursquare? Sind Crowleys Überlegungen schlüssig für euch? Werdet ihr Foursquare und Swarm weiter nutzen? Oder sogar für euer Marketing verwenden? Lasst mich eure Meinungen in den Kommentaren wissen.

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