Die Bilanz von Uber ist tiefrot
 

Die Bilanz von Uber ist tiefrot

Uber

Insidern zufolge könnte der weltweite Verlust von Uber heuer auf drei Milliarden Dollar steigen. Und das, obwohl der Umsatz kräftig wächst.

Der Fahrer-Vermittlungsdienst Uber fasst auch in Österreich zunehmend Fuß und wird von vielen Start-ups als Musterbeispiel dafür betrachtet, wie Newcomer eine ganze Branche auf den Kopf stellen können. Eine offizielle Bilanz wird von dem 2009 gegründeten, noch nicht börsennotierten Unternehmen zwar nicht vorgelegt, allerdings berichten namhafte US-Medien wie TechCrunch, The Information und der Finanz-Informationsdienst Bloomberg von Zahlen, die inoffiziell an die Öffentlichkeit gesickert sind. Und diese sehen nicht gut aus.

Tiefrote Bilanz

Deutlich mehr als 2,2 Milliarden Dollar Verlust soll Uber in den ersten drei Quartalen des Jahres gemacht haben, allein im dritten Quartal waren es 800 Millionen Dollar. Laut Bloomberg lag der Verlust im vergangenen Jahr bei zwei Milliarden Dollar, heuer könnte er auf mindestens drei Milliarden Dollar steigen.

Dabei stieg der Nettoumsatz – also der Umsatz, den Uber nach der Bezahlung seiner Fahrer macht – von 960 Millionen Dollar im ersten Quartal auf 1,1 Milliarden Dollar im zweiten und 1,7 Milliarden Dollar im dritten Quartal. Insgesamt könnte der Umsatz heuer auf 5,5 Milliarden Dollar steigen, heißt es von einem Insider gegenüber Uber. Die Bewertung des einstigen Start-ups liegt bei 69 Milliarden Dollar – das ist mehr als General Motors und Twitter zusammengerechnet.

Selbstfahrenden Autos kosten Geld

Das Umsatzwachstum zeigt klar, dass Ubers Probleme auf der Kostenseite liegen. In vielen Ländern hat das US-Unternehmen noch Markteintritts- und Marktentwicklungskosten zu stemmen, das inkludiert etwa Marketing, PR und Lobbying. In einigen Ländern steht Uber im Clinch mit Arbeitnehmervertretern und Interessensverbänden, diese Streitigkeiten werden nicht selten auch vor Gericht ausgetragen. Fahrer müssen bezahlt und durch Zuckerl bei Laune gehalten werden, damit sie nicht zu Konkurrenten wie Lyft wechseln. Und dann wären da noch die F&E-Kosten: Uber testet in den USA intensiv den Betrieb von selbstfahrenden Autos – damit will man sich zwar für die Zukunft rüsten, muss davor aber erst mal tief in die Tasche greifen.
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