DESI-Index: Österreich liegt im Digitalisieru...
 
DESI-Index

Österreich liegt im Digitalisierungs-Mittelfeld

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Vor allem bei Glasfaser steht Österreich im DESI-Index schlecht da: Nur 1,9 Prozent der heimischen Haushalte beziehen Internet über Glasfaser.
Vor allem bei Glasfaser steht Österreich im DESI-Index schlecht da: Nur 1,9 Prozent der heimischen Haushalte beziehen Internet über Glasfaser.

Die Alpenrepublik befindet sich bei einem EU-weiten Vergleich zum Stand der Digitalisierung auf Platz 13 und hat sich damit im Vorjahresvergleich um einen Platz verbessert.

Zu diesem Ergebnis kommt der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI) 2020, den die EU-Kommission gestern präsentierte. Der DESI-Index verfolgt die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten anhand von fünf Schwerpunkten: Konnektivität, Humankapital, Internetnutzung, Integration der Digitaltechnik und digitale öffentliche Dienste.

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Das Digitalisierungs-Ranking führen Finnland, Schweden und Dänemark an. Die größten Fortschritte erzielte zuletzt Irland, das auf Platz sechs liegt. Deutschland belegt 2020 wie schon im Vorjahr Platz 12 unter 27 EU-Mitgliedsstaaten und Großbritannien. Auf den hinteren Plätzen landen Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Italien. Die Daten wurden vor der Coronavirus-Pandemie erhoben.

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Für Österreich ergibt sich ein durchwegs zwiespältiges Digitalisierungs-Bild: Das Land liegt auf Platz 13 in der EU, weit hinter den skandinavischen Spitzenreitern, aber auch deutlich hinter den Niederlanden, Malta oder Estland. Österreich hat sich im DESI-Index gegenüber 2019 um einen Platz verbessert und liegt damit mit insgesamt 54,3 Punkten (Vorjahr: 51,1) knapp über dem EU-Schnitt von 52,6 (Vorjahr: 49,4).

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"Mit Blick in die Zukunft zeigen die DESI-Indikatoren, dass Österreich beim 5G-Ausbau weit fortgeschritten ist sowie bei den Indikatoren für digitale Kompetenzen und insbesondere denen für digitale öffentliche Dienste über dem EU-Durchschnitt liegt", heißt es im EU-Bericht. Beim Aufbau von Netzen mit sehr hoher Kapazität (VHCN) liege Österreich hingegen zurück und erreiche nur eine verhältnismäßig schwache Bewertung bei der Digitalisierung von Unternehmen.

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In den Dimensionen Konnektivität und Integration der Digitaltechnik schneidet Österreich unterdurchschnittlich ab. Hinsichtlich der Integration der Digitaltechnik gab es eine leichte Verbesserung auf den 17. Rang (davor Rang 19). Österreichische Unternehmen würden die Möglichkeiten der Digitaltechnik wie Cloud-Dienste oder Big Data nach wie vor nicht in vollem Umfang nutzen, heißt es im Bericht. Der Anteil der Unternehmen, die soziale Medien nutzen und online verkaufen, habe aber erheblich zugenommen.

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Die Österreich-Ergebnisse im Detail
  1. Konnektivität: Platz 22 (2019: Platz 18)
    Was die Durchdringung mit Festnetz- und Mobilfunkbreitband betrifft, hat sich Österreich verschlechtert.
  2. Humankapital: Platz 9 (2019: Platz 8)
    Im Bereich der digitalen Grundkompetenzen, bei Softwarefähigkeiten, IKT-Absolventen und Fachkräften hat Österreich im Vorjahresvergleich um einen Platz verloren.
  3. Nutzung von Internet-Dienstleistungen: Platz 18 (2019: Platz 16)
    Nachholbedarf hat Österreich bei der Nutzung von Online-Inhalten, Kommunikation und Online-Transaktionen. 86 Prozent der Bevölkerung nutzen demnach das Internet regelmäßig. Die Zahl derer, die es noch nie genutzt haben, ist auf zehn Prozent zurückgegangen. Nur 14 Prozent der heimischen Internetnutzer verkaufen online, gegenüber 23 Prozent im EU-Schnitt.
  4. Integration der Digitaltechnik: Platz 17 (2019: Platz 19)
    Diese Kategorie beleuchtet, wie es um den Digitalisierungsgrad der Wirtschaft steht. Dabei zeigt sich: Die von KMU geprägte heimische Wirtschaft nutzt etwa Cloud-Dienste oder Big Data noch nicht in jenem Umfang, wie es in anderen Ländern bereits der Fall ist.
  5. Digitale öffentliche Dienste: Platz 8 (2019: Platz 10)
    Im Bereich der digitalen öffentlichen Dienste liegt Österreich über dem EU-Schnitt. Unter die Verfügbarkeit öffentlicher Dienstleistungen fallen etwa oesterreich.gv.at, die App Digitales Amt oder auch die Neuerungen bei Finanz Online.
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