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"Der Trend hin zu mobilem Bewegtbild setzt sich weiter fort"

Tunnel23
Für tele.ring setzte Tunnel23 zahlreiche Videowerbeformen um, die sich von klassichen Einbettungen via Sitebar oder Pre-roll verabschieden. So wurden 23 Werbeformen für alle digitalen Platzierungen produziert.
Für tele.ring setzte Tunnel23 zahlreiche Videowerbeformen um, die sich von klassichen Einbettungen via Sitebar oder Pre-roll verabschieden. So wurden 23 Werbeformen für alle digitalen Platzierungen produziert.

Der Videotrend hält weiter an, Werbetreibende ändern ihre Anforderungen. Sonderwerbeformen werden bei Digitalagenturen immer stärker nachgefragt.

Die vor Kurzem veröffentlichten ÖWA-Plus-Erhebung der Österreichischen Webanalyse zeigt eine weitere starke Steigerung in den Bereichen Mobile und Video. Wie auch die Vermarkter, erkennen auch die Digitalagenturen einen weiteren Schritt in diese Richtung.„Der Trend hin zu mobilem Bewegtbild setzt sich weiter fort, was sich nicht zuletzt in dem wachsenden Angebot der Medien und Vermarkter widerspiegelt“, sagt etwa Tunnel23-Geschäftsführer Diego del Pozo.

Für Kunden bedeute das einerseits neue Möglichkeiten, ihre Botschaft zu platzieren, „allerdings auch neue Herausforderungen, geeignete Inhalte für die entsprechenden Formate zu produzieren“. Hinsichtlich Vertical Video, also Bewegtbild im Hochformat, sieht er eine steigende Nachfrage auf Kundenseite. Dies impliziert aber auch, dass es entsprechendes Videomaterial im Hochformat gibt und von den Kunden auch im Rahmen der Kampagnenumsetzung beauftragt wird.

Diese Tendenzen haben auch Auswirkungen auf die Marketingstrategie des jeweiligen Unternehmens. Produkte und Smartphones haben die Customer Journey nachhaltig verändert.

Veränderter Erstkontakt

„Die Menschen suchen nicht mehr zu Hause am Desktop, sondern lassen sich inspirieren, während sie auf die U-Bahn warten oder im Supermarkt an der Kasse stehen. Oft findet der Erstkontakt mit einer Marke oder einem Produkt in genau so einem ‚Mikro-Moment‘ statt“, weiß Lukas Höller, Digital-Marketing-Experte bei der Agentur elements.

Und in solchen Momenten können Videos ihre Vorteile ausspielen. Für Höller ist Video ein „starkes und wichtiges Medium, um Botschaften in wenigen Sekunden zu vermitteln und den User einzufangen“, denn Emotionen könnten damit perfekt transportiert werden. Er ortet den Videotrend insbesondere bei den Jungen, was die ÖWA-Zahlen bestätigen, stark ausgeprägt. „Texte lesen dauert einfach zu lange, und die Werbeplätze, besonders im Newsfeed junger Menschen auf sozialen Netzwerken, sind dabei heiß umkämpft“, so Höller.

Dass Video nur die Zielgruppe der Jungen betrifft, sieht Harald Winkelhofer, Geschäftsführer bei IQ mobile, nicht. Für ihn ist es keine Frage des Alters, weil mittlerweile auf Grund der Nutzung und der damit anfallenden Daten alle Altersgruppen adressiert werden können. Weiters würden im Zuge der Kampagnen­umsetzung und der Contentproduktion Videos von Anfang an mitgedacht und mitgemacht. Smartphones bieten hier laut Winkelhofer ideale Einbindungsmöglichkeiten von Sonderwerbeformen.

„Für uns als Dienstleister gilt es, die tollen Möglichkeiten der Kreation unseren Kunden aufzuzeigen und das tun wir auch laufend“, führt Winkelhofer die sich ergebenden Potenziale weiter aus.

Günstige Produktion

„Langsam wird Mobile first ernst genommen“, sagt Jürgen Polterauer von der Dialogschmiede, und ergänzt, dass online auch immer mit datenbasiert gleichzusetzen sei. „Dabei ist es egal, ob es sich um eine Website, Kampagnen oder auch Apps handelt.

Datenbasierte Individualisierung ist nun auch bei Auftraggebern ein Faktor.“ Einen Vorteil in der Individualisierung erkennt auch Höller und meint, dass „die sehr granularen Targeting-Optionen der verschiedenen Plattformen die Möglichkeit bieten, unterschiedliches Videomaterial auf sehr kleine Zielgruppen auszuspielen und den Inhalt dementsprechend anzupassen“. Ebenso können qualitativ hochwertige Clips schneller und günstiger als in der Vergangenheit produziert werden.

„Kommunikation wird schneller. Es wird immer weniger gelesen. Videos auf der anderen Seite sind immer günstiger zu produzieren und auch zu individualisieren“, bestätigt Polterauer. 

Fokus in der Vorbereitung

Wollen Kunden hochwertiges Videomaterial in ihre Kampagnen und deren Umsetzung einfließen lassen, benötigt es eine entsprechende Planung und Abstimmung im Vorfeld. Das setzt das nötige Commitment seitens Kunden voraus. „Für unseren Kunden tele.ring haben wir im Zuge der aktuellen Kampagne zahlreiche Videowerbeformen umgesetzt, die weit über die herkömmlichen des TV-Spots in einem Video-Sitebar oder als Pre-roll hinausgehen“, sagt del Pozo.

So konnten seitens Tunnel 23 maßgeschneiderte Werbeformen für alle digitalen Platzierungen produziert werden – seien es Displayanzeigen auf Desktop und Mobile, Digital-OOH oder eigens produzierte Bumper-Ads. Mobile first und Videokampagnen werden auch im Bewusstsein der Kunden immer wichtiger. „Österreich ist hier generell noch einen Schritt hinterher – der Aufbruch ist aber mittlerweile gelungen und bietet uns einen ganz neuen Ansatz der Strategieentwicklung“, weiß Höller. Insbesondere Bumper- und In-Stream-Video-Ads sollten künftig forciert werden.

Individuelle Lösungen

Ein essenzieller Punkt: Individualisierte Inhalte in Newslettern oder zugeschnittener Content werden künftig Einzug in den Mainstream halten. Hier werden auch neue Herausforderungen real. „Für digitale Agenturen wird es immer schwerer, das gesamte digitale Portfolio – von Contentmarketing über Social Media bis hin zu Themen wie prozessorientierte digitale Transformation – glaubwürdig in der notwendigen Tiefe abdecken zu können.

Wir sehen hier eine Tendenz zur genaueren Positionierung innerhalb der Digitalagenturen“, sagt elements-Geschäftsführer Patrick Edelmayr. Mittlerweile arbeiten übrigens mehr als 40 fix angestellte Developer bei den Salzburgern, auch um in etwaigen Situationen agil handeln und Lösungen präsentieren zu können. Die Entwicklungen und Steigerungen in der Mobile- und Videonutzung haben ihren Höhepunkt wohl noch nicht erreicht.

Digitalagenturen werden in Zukunft zunehmend gefragt, wenn es um die Konzeption der passenden Inhalte für digitale Werbeformen geht. „Für die Branche bedeutet das wachsende Budgets, einen immer größeren werdenden Stellenwert und damit auch zunehmend Konkurrenz durch klassische Werbeagenturen und Filmproduktionen“, so del Pozo. 
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