Umfrage: Datenschutz fordert Unternehmen in C...
 
Umfrage

Datenschutz fordert Unternehmen in Corona-Zeiten besonders

APA /DPA
Die Einführung einer Datenschutzorganisation und die Einhaltung des Budgets bereitete dem Großteil der Befragten keine Probleme.
Die Einführung einer Datenschutzorganisation und die Einhaltung des Budgets bereitete dem Großteil der Befragten keine Probleme.

Deloitte-Studie: Im Krisenmodus ist das Thema Datenschutz für viele Unternehmen eine deutliche Zusatzbelastung.

Die Folgen der Corona-Krise werden für österreichische Unternehmen auch beim Thema Datenschutz spürbar. Denn in Zusammenhang mit COVID-19 müssen unter der Berücksichtigung komplexer Vorgaben aktuell viele sensible Daten verarbeitet werden. Laut einer Deloitte Studie ist das für die Betriebe nicht nur mit einem hohen Aufwand verbunden, sondern birgt auch zahlreiche Herausforderungen. Insgesamt haben dazu 112 Unternehmensvertreter ihre Einschätzungen im Rahmen einer Umfrage geteilt. Das Ergebnis: Im Krisenmodus ist das Thema Datenschutz für viele Unternehmen eine deutliche Zusatzbelastung.

"Die EU-DSGVO ist mittlerweile bereits seit fast drei Jahren in Kraft. Doch die Implementierung der damit verbundenen Anforderungen bereitet noch immer vielen Betrieben Kopfzerbrechen: 11 Prozent haben die Umsetzung der EU-DSGVO erst teilweise abgeschlossen, bei 3 Prozent wurde dieses Thema noch gar nicht bis kaum angegangen. Nun hat die Corona-Krise zusätzlich viele neue datenschutzrechtliche Fragestellungen aufgeworfen – das erschwert die Situation spürbar", bestätigt Alexander Ruzicka, Partner im Bereich Risk Advisory bei Deloitte Österreich.

Hoher Aufwand bei COVID-19-Datenverarbeitung

Vor allem die Verarbeitung personenbezogener Daten in Bezug auf COVID-19 ist eine große Belastung für die heimischen Unternehmen. Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist hier laut 74 Prozent der Befragten mit viel zeitlichem und personellem Aufwand verbunden.

"Der hohe Komplexitätsgrad der gesetzlichen Vorgaben bereitet den Unternehmen Kopfzerbrechen. Sie sind hier auf die Unterstützung seitens der Behörden angewiesen", so Andreas Niederbacher, Senior Manager bei Deloitte Österreich. "Deshalb gibt die Datenschutzbehörde bereits vermehrt wichtigen Input. Auch in Zukunft sollte den Unternehmen verstärkt Hilfestellungen angeboten werden, damit sie sicherer agieren können."

Umfassende Sammlung sensibler Daten

Sensible Daten zur Verarbeitung gibt es jedenfalls genug: So haben bereits 44 Prozent  der befragten Betriebe Infektionsfälle an die Gesundheitsbehörden übermittelt. In 31 Prozent der Unternehmen mussten die Mitarbeiter zudem angeben, wenn sie sich in Risikogebieten aufgehalten haben. 28 Prozent haben auch Befragungen zum Gesundheitszustand der Belegschaft durchgeführt. Um Mitarbeiter kurzfristig über einen Verdachtsfall oder eine Infektion am Arbeitsplatz informieren zu können, wurden von 27 Prozent der Unternehmen auch private Kontaktdaten verarbeitet.

"Die Menge an gesammelten sensiblen Daten hat die Einführung von neuen Prozessen in vielen Unternehmen notwendig gemacht. Dabei sind viele Vorgaben zu beachten: Die Offenlegung von konkreten Namen ist zum Beispiel nicht in jedem Fall zulässig", ergänzt Alexander Ruzicka.

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