D: Hightech-Messe CeBIT eröffnet
 

D: Hightech-Messe CeBIT eröffnet

Branche befasst sich mit Austausch von Wissen und Produkten im Netz - EU-Kommissionspräsident Barroso warnt vor Fachkräftemangel in Hightech-Branche

Für die kommenden Tage liegt der Nabel der Hightech-Welt in Hannover: In der niedersächsischen Landeshauptstadt eröffneten am Montagabend die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Polens Ministerpräsident Donald Tusk offiziell die CeBIT. Die Hightech-Messe gehört zu den größten und wichtigsten Veranstaltungen für Computer-, IT- und Telekommunikationsanbieter.

Leitthema: Shareconomy

Mehr als 4.000 Unternehmen vom Weltkonzern bis zum Nischenanbieter zeigen auf der CeBIT bis Samstag ihre Produkte. Partnerland ist in diesem Jahr Polen, Leitthema ist die sogenannte Shareconomy (auf deutsch etwa: Wirtschaft des Teilens). Der Begriff bezeichnet den Trend, dass Firmen und Privatpersonen über das Internet Informationen, Dienstleistungen oder technische Infrastrukturen teilen. Das lässt neue Geschäftsmodelle und Partnerschaften entstehen, geht aber auch mit zahlreichen Herausforderungen einher - etwa in den Bereichen Datenschutz, Urheberrecht und Systemverknüpfung.

Daneben ist die CeBIT auch in diesem Jahr wieder eine beliebte Bühne, auf der Firmen Endverbrauchern in Deutschland ihre neuen Entwicklungen vorstellen. So will der chinesische Gerätehersteller Huawei nach CeBIT-Angaben sein Ascend Mate vorstellen - ein sogenanntes Phablet, also eine Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer. Apple-Konkurrent Samsung wird in Hannover sein brandneues Smartphone Ativ S präsentieren, das mit dem Windows-Betriebssystem 8 läuft.

Der Hightech-Branchenverband Bitkom bezeichnete das Teilen von Wissen und Besitz über das Internet als "Megatrend", der auch für die Wirtschaft immer wichtiger werde. 83 Prozent der deutschen Internetnutzer teilten bereits online ihre Erfahrungen oder privat erstellte Dokumente wie Videos, teilte Bitkom unter Berufung auf eine eigene Umfrage mit. 44 Prozent der Nutzer würden Produkte bewerten, 73 Prozent läsen vor Bestellungen solche Einschätzungen.

Das sich ausbreitende Prinzip der netzbasierten "Shareconomy" verschaffe den Verbrauchern mehr Macht, erklärte Bitkom-Präsident Dieter Kempf: "Wer seine Erfahrungen über Produkte oder Unternehmen teilt, entscheidet mit über Erfolg oder Misserfolg." Die Rückmeldungen der Nutzer würden für Unternehmen dabei umgekehrt aber auch zu einem wichtigen Faktor bei ihrer Produktentwicklung.

Branchenumsatz soll heuer um 1,4 Prozent steigen

Die Hightech-Wirtschaft entwickelt sich nach Angaben von Branchenkreisen derweil immer mehr zu einer zentralen Säule der Wirtschaft in Deutschland. In diesem Jahr werde der Sektor erstmals mehr als 900.000 Menschen beschäftigen und damit endgültig zum Anlagen- und Maschinenbau aufschließen, hieß es in einer Prognose von Bitkom. Die zwei Sektoren seien die einzigen, die derart viele Arbeitsplätze böten. Auch die Aussichten der Branche seien gut. Ihr Umsatz werde laut Prognose dieses Jahr um 1,4 Prozent auf 153 Mrd. Euro steigen.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso warnte in Brüssel vor einem Fachkräftemangel in der Hightech-Branche. 2015 könnten europaweit 900.000 Arbeitsplätze unbesetzt bleiben, weil die Zahl der neu ausgebildeten Experten mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt halte. Auch Bitkom forderte von der Politik "entschiedene Maßnahmen". Derzeit würden allein in Deutschland 43.000 Spezialisten benötigt, was sich zum "dauerhaften Wachstumshemmnis" entwickle.

(APA/AFP)
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