Cybercrime: Metaverse oder 'MetaWorse'?
 
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Ein Forschungsbericht warnt vor Gefahren aus dem "Darkverse" und mögliche cyber-physische Bedrohungen. Für die IT-Security-Branche gibt es viel zu tun.

Trend Micro, einer der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen, untersucht in einem neuen Forschungsbericht mögliche cyberkriminelle Bedrohungen für das sich entwickelnde Metaverse. Darin warnen die Forscher unter anderem vor einem "Darkverse", das schnell zu einem neuen Raum der Cyberkriminalität im Metaverse werden könnte.


Die Forscher von Trend Micro erwarten, dass das Darkverse einer Metaversion des Dark Web ähneln wird, in der Akteure illegale Aktivitäten koordinieren und ungestraft durchführen können – von Finanz- und E-Commerce-Betrug bis hin zu NFT-Diebstahl, Ransomware und mehr. Untergrundmarktplätze im Darkverse wären für die Polizei ohne die richtigen Authentifizierungs-Token unmöglich einzusehen. Die Tatsache, dass Nutzer nur dann auf eine Darkverse-Welt zugreifen können, wenn sie sich an einem bestimmten physischen Ort befinden, bietet geschlossenen kriminellen Gemeinschaften einen zusätzlichen Schutz.

Fünf Bedrohungsszenarien

Die Studie identifiziert dabei fünf große Bedrohungsszenarien, mit denen im Metaverse künftig zu rechnen ist:

  1. NFTs (Non-fungible Tokens) werden zu immer beliebteren Methoden, um Eigentum zu definieren. Sie sind deshalb zunehmend von Phishing, Ransomware, Betrug und anderen Angriffen betroffen.
  2. Da es für die Strafverfolgungsbehörden schwer zu betreten und zu überwachen ist, entwickelt sich das Darkverse zum bevorzugten Ort für illegale bzw. kriminelle Aktivitäten. Es könnte Jahre dauern, bis die Polizei darin wirksam agieren kann.
  3. Eine weitere Kriminalitätsform stellt die Geldwäsche mit Hilfe von überteuerten virtuellen Metaverse-Immobilien und -NFTs dar.
  4. Social Engineering, Propaganda und Fake News haben in einer cyber-physischen Welt tiefgreifende Auswirkungen. Kriminelle und staatliche Akteure setzen einflussreiche Narrative ein, um verwundbare und für bestimmte Themen empfängliche Gruppierungen zu erreichen.
  5. Die Privatsphäre wird neu definiert. Die Betreiber Metaverse-ähnlicher Räume bekommen einen beispiellosen Einblick in die Handlungen der Nutzer – eine Privatsphäre, wie wir sie kennen, gibt es dort nicht mehr.

Herausforderung für IT-Security

"Das Metaverse ist eine milliardenschwere High-Tech-Vision, die das nächste Internet-Zeitalter bestimmen wird. Obwohl wir nicht genau wissen, wie es sich entwickelt, müssen wir jetzt schon darüber nachdenken, wie es von Bedrohungsakteuren ausgenutzt werden kann und wie wir unsere Gesellschaft sinnvoll schützen können." sagt Udo Schneider, IoT Security Evangelist Europe bei Trend Micro. "Angesichts der hohen Kosten und juristischen Herausforderungen werden die Strafverfolgungsbehörden in den ersten Jahren Schwierigkeiten haben, das Metaverse generell zu überwachen. Die IT-Security-Branche muss jetzt eingreifen oder riskieren, dass sich vor unserer digitalen Haustür ein neuer Wilder Westen entwickelt."

Den vollständigen Report "Metaverse or MetaWorse? Cyber Security Threats Against the Internet of Experiences" finden Sie in englischer Sprache hier.

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