"Correctiv" startet das Online-Medium "Özgürü...
 
Screenshot/Özgürüz
Das Online-Medium "Özgürüz" soll künftig unter anderem über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und über Korruption in der Türkei berichten.
Das Online-Medium "Özgürüz" soll künftig unter anderem über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und über Korruption in der Türkei berichten.

Heute geht das zweisprachige Online-Medium "Özgürüz" in Deutschland an den Start.

Das Online-Medium "Özgürüz", das heute in Deutschland an den Start geht, soll nach Angaben der Initiatoren künftig unter anderem über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und über Korruption in der Türkei berichten. Für das Projekt mit Texten auf Deutsch und Türkisch arbeitet das gemeinnützige Recherchezentrum "Correctiv" mit den türkischen Journalisten Can Dündar und Hayko Bagdat zusammen. "Özgürüz" heisst übersetzt "Wir sind frei".

Der Starttermin des Online-Mediums "Özgürüz" ist kein Zufall: Der 24. Januar ist der Todestag von Ugur Mumcu, der 1993 erschossen wurde. Der Investigativreporter arbeitete ebenfalls für "Cumhuriyet", allerdings lange bevor Dündar zu der Zeitung kam. Das vergangene Jahr sei für ihn das schlimmste überhaupt gewesen, sagte Dündar, Ex-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet". Er habe seine Zeitung verlassen müssen, seine Familie, sein Haus. "Nun wollen wir ein neues, freies Medium aufbauen. Ich hoffe, diese Plattform ermöglicht es uns, ungehindert unsere Arbeit zu tun." Hayko Bagdat, der wie Dündar im Exil in Deutschland lebt, hat für verschiedene Medien gearbeitet, darunter die Tageszeitung "Taraf" und das Online-Portal "Diken". "Wir glauben an die Wahrheit", sagte er. "Ich bin überzeugt, dass die Wahrheit die Kraft haben wird, das Böse zu besiegen."

"Die Idee, ein solches Online-Medium zu machen, hatte 'Correctiv' schon vergangenen Sommer", sagte Chefredakteur Markus Grill. Grill ist für die deutschsprachigen Inhalte verantwortlich. Die Texte in beiden Sprachen seien nicht identisch, man wolle versuchen, sie auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Lesergruppen abzustimmen, sagte er. Noch sucht "Correctiv" Unterstützer, um das Projekt langfristig zu sichern. "Das Problem ist wie immer Geld", so "Correctiv"-Geschäftsführer David Schraven.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die Tageszeitung "taz" das deutsch-türkische Internetportal "taz.gazete" gestartet. Dort sollen wöchentlich fünf Beiträge in türkischer und deutscher Sprache erscheinen. Das Portal ist ebenfalls eine Reaktion auf die Politik des türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Die "taz"-Redakteurin und Projektleiterin Fatma Aydemir erklärte zum Start: "Während das autoritäre türkische Regime ein Medium nach dem anderen ausschaltet, geben wir ein neues, freies und unabhängiges Medium heraus."
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