Coronavirus: Online-Portal willhaben geht geg...
 
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Online-Portal willhaben geht gegen Wucher-Angebote vor

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Das Online-Portal willhaben registriert derzeit noch keine Auswirkungen der Coronakrise auf das Anzeigenvolumen. Weil Käufer vor Selbstabholung zurückschrecken könnten, will das Unternehmen rund um seinen Marktplatz jedoch verstärkt über Versandmöglichkeiten informieren. Zudem erklärte das Portal, Wucher- und Spaßangebote in Verbindung mit dem SARS-CoV-2-Virus strikt zu unterbinden.

"Wir sind noch mitten in der Analyse. Die Maßnahmen der Bundesregierung werden sicher auch uns treffen", sagte willhaben-Sprecher Andreas Pucher am Freitag auf APA-Anfrage. Für die etwaigen Folgen müsse man aber eine längere Periode als nur wenige Tage betrachten. Auch über gestiegene oder gesunkene Nachfrage nach einzelnen Produkten oder Produktgruppen könne man noch keine Auskunft geben. Ab sofort stelle willhaben jedoch kostenlose Job-Anzeigen zur Verfügung und versuche bei den Immobilien, Anbieter bei der Umsetzung von digitalen Besichtigungskonzepten zu unterstützen. "Wir rufen auch dazu auf, die Zeit daheim vielleicht dafür zu nutzen, Keller, Kästen und Küchen durchzugehen und Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, ausfindig zu machen."

Seit sich das Coronavirus verstärkt auch in Österreich ausbreitet, wurden auf der Plattform vereinzelt etwa für Klopapier, Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken stark erhöhte Preise verlangt. "Die Situation ist nicht ganz einfach, weil man nicht ganze Bereiche einfach sperren kann", erklärte Pucher. Es habe auch User gegeben, die solidarisch Toilettenpapier verschenkt haben. "Wir gehen allerdings rigoros gegen massiv überteuerte Produkte und/oder Dinge mit Corona-Verweis vor." Oft handle es sich auch um Scherzinserate, die man aber trotzdem nicht auf willhaben dulde.

Weiters würden Anzeigen, die Produkte anbieten, die irgendeine Wirkung gegen Corona haben sollen, entfernt. "Die Wirkung kann hier im Einzelfall nicht von uns bestätigt oder geprüft werden". Pucher bittet User, die entsprechende Anzeigen finden, die Meldefunktion zu nutzen. Wie er sagte, bewegte sich der Web-Traffic zuletzt etwa auf Vorjahresniveau. Die Österreichische Webanalyse wies für das willhaben-Dachangebot für die 29 Tage des Februars 2020 mehr als 65 Millionen Besuche (Platz 2 nach dem orf.at-Netzwerk) und 2,7 Milliarden Seitenaufrufe (Platz 1) aus.

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